Erholung setzt sich fort / DAX nimmt 11.000 Punkte ins Visier
Ausgabe vom 09.01.2019 von Stockstreet-Team
Die Stimmung unter den Börsianern bleibt zur Wochenmitte freundlich. In Frankfurt klettert der DAX aktuell um 0,9 Prozent auf 10.902 Punkte. Damit gewann das Börsenbarometer seit dem Tief Ende Dezember über 600 Punkte hinzu. Dennoch muss die Erholungsbewegung in das große Gesamtbild eingeordnet werden: Es handelt sich bislang lediglich um eine technische Gegenreaktion nach den massiven Kursverlusten von Oktober bis Dezember 2018.
Verantwortlich für die Kauflaune in Frankfurt sind positive Vorgaben aus Amerika und Asien. Die Börsen in New York, Shanghai und Tokio gingen mit dicken Pluszeichen aus dem Handel. Der Markt wird von der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China beflügelt.
Tagesgewinner im DAX ist Fresenius Medical Care mit + 3,6 Prozent. Auch das Papier des Mutterkonzerns Fresenius legt um mehr als zwei Prozent zu. Daneben werden Automobil-Titel gesucht: Daimler, VW und BMW gewinnen jeweils rund drei Prozent an Wert. Am DAX-Ende notiert dagegen die Deutsche Bank mit einem Abschlag von 2,2 Prozent.
Am Devisenmarkt steht der US-Dollar unter Druck. Hintergrund ist eine neue Prognose der Weltbank, wonach sich das Wirtschaftswachstum in Amerika schon im nächsten Jahr deutlich abschwächen werde. Die Experten halten den aus der US-Steuerreform erzeugten Boom der amerikanischen Konjunktur für ein Strohfeuer. Nach einem Wachstum von 2,9 Prozent im laufenden Jahr geht die Weltbank für 2020 von einem Zuwachs von nur noch 1,7 Prozent aus. Der Euro notiert bei 1,147 US-Dollar.
Mit Spannung wird die weitere Vorgehensweise der US-Notenbank in Sachen Geldpolitik erwartet. Am heutigen Abend steht um 20 Uhr unserer Zeit die Veröffentlichung des Protokolls der letzten Fed-Sitzung an. Besonders die Frage, ob die Währungshüter den Zinsanhebungspfad 2019 abschwächen, könnte am Markt für neue Impulse sorgen. Im Jahr 2018 hatte die US-Notenbank den Leitzins viermal in kleinen Schritten auf aktuell 2,25 bis 2,50 Prozent erhöht. Für das laufende Jahr wurden ursprünglich drei Zinserhöhungen geplant. Nach den jüngsten Konjunkturdaten gehen Beobachter jedoch nur noch von höchstens zwei Zinserhöhungen im Jahr 2019 aus. Die Veröffentlichungen der US-Geldpolitik sorgen regelmäßig für massive Bewegungen an den globalen Märkten.
Viele Grüße aus Köln
Bernd Raschkowski
Chefredakteur Allstar-Trader
www.stockstreet.de/allstar-trader