Deutsche Aktien unter Druck / Spannung vor US-Zinstermin
Ausgabe vom 21.09.2022 von Stockstreet-Team
Dax fällt in Richtung Jahrestief
Deutsche Aktien werden zur Wochenmitte erneut leichter gesehen. Nach den Abgaben der vergangenen Tage eröffnete der DAX am Mittwoch mit deutlichen Minuszeichen, konnte im Verlauf jedoch einen Teil wiedergutmachen. Aktuell wird das Börsenbarometer mit einem Abschlag von 0,3 Prozent bei 12.627 Punkten gesehen. Das Tagestief wurde zuvor bei 12.520 Zählern markiert.
Was sind die Gründe für die schlechte Stimmung auf dem Parkett? Die deutschen Aktien leiden seit Monaten unter der hohen Inflation und der Zinswende. Auch geopolitische Risiken lastet auf den europäischen Börsen. Gerade dieses Thema sorgte am Morgen für erneuten Verkaufsdruck in Frankfurt: Mit der angekündigten Teilmobilmachung verschärft Russland den Ton im Ukraine-Krieg. Im Zuge dessen werden Rüstungsaktien sowie Gold als Krisenmetall gesucht, alle anderen Asset-Klassen geben tendenziell nach.
Mit der heutigen Entwicklung hat der DAX innerhalb weniger Tage ziemlich genau 1.000 Punkte verloren. Am 13. September notierte das Börsenbarometer zeitweise noch über 13.500 Zählern. Nach der massiven Abwärtstendenz notiert der Index nicht mehr weit von seinem bisherigen Jahrestief entfernt. Im Juli markierte der Index das bisherige 2022er-Tief bei 12.390 Punkten.
Warten auf die Fed
Das bestimmende Thema der laufenden Börsenwoche ist die Geldpolitik der US-Notenbank. Die Fed wird heute Abend um 20 Uhr den US-Leitzins erneut anheben, erwartet wird ein Zinsschritt um 0,75 Prozentpunkte. Um 20.30 Uhr unserer Zeit folgt zudem eine Pressekonferenz, welche für die Märkte ebenfalls von hoher Wichtigkeit ist. Jerome Powell wird den geldpolitischen Ausblick bekannt gegeben und erläutern. Die Wall Street zeigte sich zuletzt nervös und hält durch eine zu aggressive Zinswende ein Abrutschen der amerikanischen Wirtschaft in eine Rezession für möglich.
Und was macht die EZB?
Auch die Europäische Zentralbank möchte die gestiegene Inflation in den Griff bekommen. Das Thema hat bei den Währungshütern in Frankfurt mittlerweile oberste Priorität, schließlich droht eine negative Spirale mit unvorhersehbaren Folgen für die Wirtschaft. "Wir werden nicht zulassen, dass sich die aktuelle Phase hoher Inflation im Verhalten der Wirtschaftsakteure niederschlägt und zu einem dauerhaften Inflationsproblem auswächst", hieß es gestern Abend von der EZB-Chefin Christine Lagarde in Frankfurt. Das mittelfristige Ziel der Notenbank ist eine Inflationsrate von 2,0 Prozent.
Viele Grüße und gute Investments wünscht
Bernd Raschkowski