Deutsche Aktien unter Druck / Italien-Sorgen flammen wieder auf
Ausgabe vom 29.05.2019 von Stockstreet-Team
Nach der stabilen Tendenz der vergangenen Tage notiert der DAX am Mittwoch deutlich unter der Marke von 12.000 Punkten. Aktuell geht´s um 1,3 Prozent abwärts auf 11.867 Zähler. Der Euro gibt auf 1,1151 US-Dollar nach. Das Rohöl der europäischen Sorte Brent verliert 2,3 Prozent auf 68,60 US-Dollar je Barrel (159 Liter).
Verantwortlich für die Kursschwäche ist zum einen die verschärfte Rhetorik im Handelsstreit USA/China. Zum anderen belasten neue Unsicherheiten in Italien. Nach dem Erfolg der rechts-populistischen Partei bei der Europawahl kündigte der Vizeregierungschef Matteo Salvini an, die EU-Haushaltsregeln nicht zu beachten und neue Schulden zur Konjunkturbelebung aufnehmen zu wollen.
Charttechnik: Aufwärtstrend gebrochen
Nach dem Seitwärtsgeschiebe der vergangenen Wochen rutscht der DAX am heutigen Mittwoch unter die maßgebliche Aufwärtstrendlinie, welche sich seit Januar ausgebildet hatte. Dies muss als negatives Signal gewertet werden. Die nächsten Unterstützungszonen sind nun bei 11.800 Punkten sowie 11.600 Punkten zu finden. Knapp oberhalb von 11.600 Zählern verläuft zudem die wichtige 200-Tage-Linie im DAX.
Handelsstreit nimmt kein Ende
Auch die Nachrichten zum Handelskonflikt zwischen den USA und China belasten die Märkte. Nachdem der US-Präsident in Japan gesagt hatte, dass er für einen Deal mit China noch nicht bereit sei, antwortete Peking mit einer anderen Idee. Laut Medienberichten erwägt China, den Export von Seltenen Erden in die USA zu begrenzen. China besitzt nach Schätzungen rund 80 bis 90 Prozent der globalen Vorkommen des wichtigen Rohstoffs für elektronische Bauteile.
Keine Gewinner im DAX
Unter den deutschen Standardwerten notiert derzeit keine einzige Aktie im Plus. Die Deutsche Börse hält sich mit einem Abschlag von 0,2 Prozent noch am besten, auch die Deutsche Lufthansa verliert nur leicht. Die deutlichsten Abgaben verzeichnen Wirecard, ThyssenKrupp und Bayer mit Minuszeichen von jeweils rund drei Prozent.
Viele Grüße aus Köln
Bernd Raschkowski
Chefredakteur Allstar-Trader
www.stockstreet.de/allstar-trader