von Torsten Ewert

Nach der gestrigen Zinsentscheidung der Fed brachen die Kurse an der Wall Street kräftig ein. Analysten und Ökonomen zeigten sich darüber zum Teil erstaunt – schließlich hat die Fed nur ihren Kurs bestätigt und ist sogar ein wenig zurückgerudert. Aber die Märkte hatten etwas ganz Anderes erwartet.

Mini-Crash nach der Fed-Sitzung!

Eigentlich fiel die Fed-Entscheidung im Dezember völlig planmäßig aus: Die Fed erhöhte ein weiters Mal die Zinsen – zum vierten Mal in diesem Jahr. Das war nicht nur von Ökonomen und Analysten, sondern auch von den Märkten so erwartet worden. Trotzdem brachen danach die Kurse der US-Indizes kräftig ein. Sie verloren nicht nur ihre bisherigen Gewinne im Tagesverlauf, sondern fielen sogar auf ein neues Jahrestief:

S&P 500 5-min-Chart vom 19.12.2018

Dabei ist vordergründig gar nichts „Schlimmes“ passiert: Die Fed bekräftigte nur ihren bisherigen Kurs und ruderte sogar etwas zurück: Statt bisher drei weitere Zinserhöhungen für 2019 sind nun offenbar wohl nur zwei geplant. Fed-Chef Powell sprach sogar die gegenwärtige Unsicherheit der globalen Konjunkturentwicklung an und ließ die Möglichkeit offen, dass die Fed darauf im Jahresverlauf mit einer Änderung ihres Ausblicks reagiert. Dann könnten weitere Zinserhöhungen ausgesetzt werden. Warum also dieser „Mini-Fed-Crash“?

Das ist der Grund für den Einbruch

Das wird klar bei einem Blick auf die Fed Fund Futures, welche die Erwartungen der Marktteilnehmer an die Leitzinsen der Fed wiedergeben:

Fed Fund Futures seit Juni 2018

(Quelle der Daten: CME)

Hier sieht man deutlich: Noch bis September rechneten die Anleger für alle vier Fed-Sitzungen im kommenden Jahr nur mit einer Zinserhöhung – denn die Kurven der Erwartungswerte an das Zinsniveau zu den Sitzungsterminen gingen nicht nachhaltig über 2,75 % hinaus. (Die waagerechten roten Linien repräsentieren die Obergrenzen der üblichen 0,25%-Schritte bei Fed-Zinsänderungen.) Und die Erhöhung auf 2,5 % war ja schon lange für Dezember 2018 erwartet worden.

Und erst nach der Fed-Sitzung im September, als die Fed ihren geldpolitischen Kurs bekräftigte, stiegen die Erwartungswerte zeitweilig bis an die 3%-Marke und signalisierten damit, dass die Märkte auch zwei Zinsschritte für 2019 einplanten (siehe oberes gelbes Rechteck).

Verständlicher Einbruch nach geplatztem Wunschtraum

Doch die zunehmend stärkere Aktienmarktkorrektur seit Oktober drückte die Erwartungen wieder. Und unmittelbar vor der jüngsten Fed-Sitzung taten sich die Anleger sogar schwer damit, eine weitere Zinserhöhung zu akzeptieren (siehe rechtes gelbes Rechteck): Selbst die Kurven für Oktober und Dezember 2019 blieben klar unter der 2,75%-Linie – und sackten in den letzten Tagen vor der Fed-Sitzung sogar noch weiter ab.

Fazit: Die Märkte hatten wohl gehofft, die Fed würde nach Trumps erneuter Kritik an Zinserhöhungen noch stärker zurückrudern. Insofern sind die nun von der Fed avisierten zwei weiteren Zinserhöhungen für 2019 eine herbe Enttäuschung für die Märkte. Der Kurseinbruch ist also nicht verwunderlich, sondern völlig verständlich, schließlich ist ein Wunschtraum der Börsianer geplatzt.

Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte mit dieser neuen Situation arrangieren. Ganz genau werden wir das – wegen der üblichen Ruhe über den Jahreswechsel – wohl erst im Januar erkennen.

Über den Autor: Torsten Ewert ist Chefredakteur der Börsenbriefe Geldanlage-Brief und Aktien-Perlen. Mehr über Torsten Ewert erfahren Sie hier.

Quelle der Charts: Tradesignal Online (sofern nicht anders angegeben). Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.


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