von Torsten Ewert

Der Brexit und seine möglichen Folgen nehmen aufgrund der jüngsten Ereignisse wieder breiten Raum in der medialen Berichterstattung ein. Aber wie ist die Lage aus Sicht der Aktienanleger zu beurteilen?

Was eine kurze Bilanz nach Rally und Korrektur offenbart

Seit der Brexit-Entscheidung im Juni 2016 werden teilweise horrorartige Konjunkturszenarien im Fall des Austritts Großbritannien aus der EU verbreitet. Wenn diese berechtigt sind, dann sollte der britische Aktienmarkt sowohl in der Rally von 2016 bis 2018 als auch in der jüngsten Korrektur besonders schlecht abgeschnitten haben – wer will schon Aktien von Unternehmen haben, die „vor die Hunde gehen“?

Überraschenderweise hielt sich aber der britische Leitindex FTSE 100 („Footsie“) in beiden Fällen recht gut: Mit seiner Performance in der Rally 2016-2018 landet er zwar nur im hinteren Mittelfeld, aber damit z.B. immer noch vor dem deutlich schwächeren Euro STOXX 50. Und anders als der DAX und andere europäische Indizes schaffte er noch im Mai ein neues Jahreshoch und attackierte auch in den Monaten danach mehrfach seine Hochs vom Januar und Mai.

Und der Rückfall seit seinem Jahreshoch fiel mit -15,6 % vergleichsweise moderat aus. Denn damit schnitt er deutlich besser ab, als die meisten anderen europäischen Indizes. Nur der Schweizer SMI – ein typischer „sicherer“ Hafen in turbulenten Zeiten – verlor noch weniger als der Footsie.

Der „Footsie“ zeigt keine Angst vorm Brexit

Was das beutet, ist klar: Die Anleger sehen trotz allem dem Brexit offenbar relativ gelassen entgegen – sonst hätte man wenigstens andeutungsweise ein Art Verkaufspanik bzw. einen Käuferstreik sehen müssen. Womöglich erleben wir also wieder einmal eine „Überraschung“, wenn es zu der endgültigen Brexit-Entscheidung kommt.

Mit der relativen Robustheit des Footsie könnte es allerdings – Brexit hin oder her – bald vorbei, wie die langfristige charttechnische Perspektive zeigt:

FTSE 100 Monatschart seit 1995

Wie die meisten anderen großen Indizes konnte auch der Footsie 2007 sein 2000er Allzeithoch nicht überwinden. 2013-2015 scheiterte der Kurs erneut und mehrfach an dieser Hürde, wobei es vor dem Rückfall im Rahmen der Korrektur 2015/16 sogar zu einem Fehlausbruch kam (siehe oberer roter Pfeil).

Warum die bisherige Robustheit womöglich bald vorbei ist

Daher ist es einigermaßen erstaunlich und bezeichnend, dass es nach dem „Brexit-Einbruch“ im Juni 2016 (siehe blauer Pfeil) sofort weiter steil bergauf ging und Ende 2016 sogar der endgültige Ausbruch über die grüne Zone gelang. In der Frühjahrskorrektur 2018 konnte dieser Ausbruch sogar durch den „obligatorischen“ Rücksetzer bestätigt werden (siehe grüner Pfeil).

Durch die aktuell Herbstkorrektur droht nun aber wieder Ungemach für den Footsie. Zum einen wurde die grüne Zone erneut angelaufen, wobei der Kurs tiefer abtauchte und nach unten durchzubrechen droht. Ein solcher Fehlausbruch könnte klar negative charttechnische Folgen haben.

Zum anderen steht die übergeordnete Aufwärtstrendlinie seit 2009 auf dem Spiel (siehe unterer roter Pfeil), die aber vorerst noch verteidigt werden konnte. Kritisch ist zudem, dass diese Linie nicht Teil eines üblichen Aufwärtstrendkanals ist, sondern mit der oberen roten Linie eine Keilformation bildet, die einen sogenannten Bear-Keil darstellt, ein mögliches Trendabschlussmuster.

So kann die Charttechnik zur „Brexit-Angst“ führen

Damit wäre ein Rückfall unter das Dezembertief in den nächsten Wochen äußerst kritisch. Denn dadurch gäbe es nicht nur einen sehr bearishen Fehlausbruch an der grünen Zone, sondern es käme auch zu einem Trendbruch und dem Abschluss einer Quasi-Top-Formation.

Egal, wie die Anleger tatsächlich zum Brexit und seinen Folgen für die britische Wirtschaft stehen – derart bearishe charttechnische Signale könnten doch noch zu einer Flucht aus dem Footsie führen. Für die Analysten wäre dies dann vermutlich die Bestätigung dafür, wie kritisch die Märkte den Brexit sehen. Tatsächlich hätte dann aber wohl „nur“ die Charttechnik zugeschlagen…

Über den Autor: Torsten Ewert ist Chefredakteur der Börsenbriefe Geldanlage-Brief und Aktien-Perlen. Mehr über Torsten Ewert erfahren Sie hier.

Quelle der Charts: Market Maker®


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