von Torsten Ewert

In den USA werden bis Ende dieser Woche rund 17 % der Unternehmen des S&P 500 ihre Ergebnisse zum 3. Quartal vorgelegt haben. Damit lässt sich eine erste Tendenz der laufenden Berichtssaison ableiten, die in den USA allmählich Fahrt aufnimmt.

Erfolgreicher Auftakt, aber …

Insgesamt war es ein erfolgreicher Auftakt zum neuesten Zahlenreigen: Die Unternehmen, die schon Ergebnisse veröffentlicht haben, schafften einen durchschnittlichen Gewinnanstieg von 19,4 % bei knapp 8 % höheren Umsätzen, jeweils gegenüber dem Vorjahr. Das ist auch etwa die Größenordnung, die zurzeit für den S&P 500 am Ende insgesamt erwartet wird.

Von den bereits vorgelegten Ergebnissen lagen bei den Gewinnen rund 88 % und bei den Umsätzen knapp 67 % über den Analystenerwartungen. Das ist zwar deutlich mehr in den vergangenen Quartalen und auch mehr als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, darf aber zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht überbewertet werden. Kritischer ist jedoch, dass die Höhe dieser positiven Überraschungen mit +2,1 % (bei den Gewinnen) und +0,4 % (bei den Umsätzen) deutlich geringer ist als in den entsprechenden früheren Vergleichsperioden.

Das stürmische Wachstum der Unternehmensergebnisse der jüngsten Quartale könnte also (demnächst) vorüber sein. Passend dazu gehen voraussichtlich auch die Margen zurück: Die Analysten schätzen, dass die Nettomarge aller S&P500-Unternehmen etwas niedriger als im Vorquartal ausfallen wird. Zuletzt konnten die Unternehmen mit 11,8 % die höchste Marge seit Beginn der Aufzeichnungen einfahren. Der nun erwartete Wert von 11,6 % ist zwar immer noch exzellent, zeigt aber, dass die Luft für weitere Gewinnsteigerungen allmählich dünner wird.

Wie stark trüben sich die Aussichten nun ein?

Dies signalisieren auch die Unternehmen selbst. So stieg die Zahl der Unternehmen merklich an, die höhere Kosten (Rohstoffe, Löhne und andere Inflationstreiber) als künftige Belastungsfaktoren anführten. Genau das sind aber auch die Rally-Killer, die ich in der Vorwoche an dieser Stelle benannt habe!

Besonders stark stieg dabei die Zahl derjenigen Unternehmen, welche die neuen Zölle der US-Regierung als mögliches Geschäftsrisiko ausmachten – es sind nun sechsmal so viele wie noch im 2. Quartal! Als größte Belastung sehen die Unternehmen aber – wie schon im Vorquartal – die zunehmende Stärke des US-Dollars.  Und auch hier stieg die Zahl der Unternehmen, die das als zunehmende Gefahr sehen, weiter an.

Die spannende Frage ist, ob die Anleger angesichts rekordhoher Wachstumskennziffern, aber sich eintrübender Aussichten noch genug Fantasie in den Ausblicken der Unternehmen finden, um die Kurse wieder nach oben zu treiben. Die aktuelle Bewertung des US-Aktienmarkt ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,7 zwar im fairen Bereich. Zum Vergleich: Das durchschnittliche KGV der vergangenen fünf Jahre liegt bei 16,3; der entsprechende Wert der vergangenen zehn Jahre bei 14,5. Aber eine weitere Eintrübung der Lage würde die Bewertung tendenziell verschlechtern und wäre damit eher schlecht für die weitere Rally.

Bisher gab es nur eine verhaltene Erholung

Die laufende Erholung nach den jüngsten Rückschlägen blieb daher bisher auch noch verhalten. Der Dow Jones z.B. droht nach seiner Umkehr an der 25.000-Punkte-Marke schon am nächsten Widerstand wieder zu scheitern (siehe roter Pfeil im folgenden Chart):

Dow Jones Tageschart seit Januar 2018

Eine so frühe Wiederaufnahme der Abwärtsbewegung wäre natürlich bearish zu werten.

Aber warten wir zunächst das weitere Geschehen ab. Nach dem morgigen Verfallstag und im weiteren Verlauf der Berichtssaison dürfte sich die nächste Tendenz an der Wallstreet klarer abzeichnen. Ganz abschreiben sollten Sie die Bullen und die Jahresendrally also noch nicht!

Über den Autor: Torsten Ewert ist Chefredakteur der Börsenbriefe Geldanlage-Brief und Aktien-Perlen. Mehr über Torsten Ewert erfahren Sie hier.

Quelle der Charts: Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.


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