Steffens Daily 10 Tage Rückblick
Ausgabe vom 17. Mai 2013:
Ereignis- und themenlos
Ereignis- und Themenlos
Ereignis- und Themenlos
von Jochen Steffens
Erlauben Sie mir heute einmal nicht über Börse zu schreiben, sondern über das Schreiben selbst - aus gegebenem Anlass. Wie vielleicht einige wenige von Ihnen wissen, schreibe ich nunmehr seit zwölf Jahren nahezu werktäglich Börsen-Newsletter. Daneben verfasse ich noch Texte und Analysen für unsere Börsendienste, Kommentare für anderen Medien und vieles mehr. Und manche werden es nicht glauben, aber ich schreibe und recherchiere tatsächlich all diese Texte selbst. Rein an der Seitenzahl gemessen, ergibt sich dadurch pro Jahr etwa die Textmenge eines durchschnittlichen Historienromans.
Wie Ihr Steffens Daily entsteht
Hin und wieder erhalte ich E-Mails mit der Frage, wie man es schafft, sich jeden Tag etwas Neues einfallen zu lassen. Eine Frage, die ich ehrlich kaum beantworten kann. Tatsächlich ist mein Kopf ständig mit den Themen für Ihren Steffens Daily beschäftigt. Manche Ideen habe ich nachts, wenn ich aufwache, andere, wenn ich im Auto sitze und mich ein morgendlicher Stau nervt. Fragen in Ihren E-Mails inspirieren mich ebenso wie Gespräche mit Kollegen. Manchmal bringt mich sogar eine Plauderei beim Bäcker oder am Kiosk auf den entscheidenden Gedanken. Die meisten Themen entstehen aber im Laufe des Tages, während ich mich mit den Nachrichten zum Lieblingsthema: „Börse“ beschäftige und die Konjunkturdaten analysiere.
Es gibt Zeiten, da schwirren mir so viele Ideen und Themen durch den Kopf, dass die Zeit nicht ausreicht, sie alle in Texte zu pressen. Und dann gibt es natürlich auch Zeiten, in denen die Zeilen deutlich zäher aus der Tastatur fließen, weil nur wenige Ereignisse die Börsen beschäftigen. Insgesamt ist zudem auch eine gewisse Saisonalität zu erkennen: Die Sommermonate von Juni bis August sind die schwierigsten, hingegen ergeben sich von September bis Dezember die meisten und oft auch interessantesten Themen.
Wenn der Text nicht fließen will
Zum Glück sehr selten nur gibt es aber auch solche Tage wie heute. Da sitze ich am Computer und mir fällt nichts ein - gar nichts. Eine gähnende Leere der Gedanken, während der Blick hilfesuchend über die Monitore huscht, um irgendeine interessante Nachricht zu finden. Schließlich nähert sich der Redaktionsschluss. Zaghafte Ideen scheitern entweder an zu viel Rechercheaufwand oder zu wenig Faktenmaterial oder versanden bereits kläglich nach den ersten unbeholfen formulierten Textzeilen. Je länger dieser Zustand andauert, desto unerträglicher wird er.
Dieses Phänomen ist in der schreibenden Zunft weit verbreitet. Eigentlich kennt es jeder, der häufiger Texte verfasst oder gar regelmäßig ein bestimmtes Schreib-Pensum abliefert. Dieses grauenhafte Gefühl, wenn man unter Zeitdruck haareraufend am Schreibtisch sitzt, weil einem nichts einfällt. Und so sind viele Tricks entstanden, wie ein Schreiber mit solchen „Blockaden“ umgehen kann.
Die Tricks
Ein Trick lautet zum Beispiel: Versuche den schlechtmöglichsten Text zu schreiben. Meistens ergibt sich dann das Ein oder Andere und man kann den schlechten Teil anschließend einfach löschen. Ein anderer Trick lautet: Schreibe darüber, dass dir gerade nichts einfällt. Auch das hilft, um zum Schreiben und in einen Text zu finden – anschließend löscht man natürlich diesen Textteil. Ein kleiner Spaziergang, etwas zu essen, ein ablenkendes Gespräch mit einem Kollegen, das alles sind weitere Tricks, um eine solche „Blockade“ zu lösen.
Sie werden nach dieser Ausführung wissen, welchen dieser Tricks ich heute angewendet habe. Da der DAX immer noch mit dem Widerstand und der Rechteckoberkante bei 8.413 Punkten kämpft und zum Redaktionsschluss weder von Konjunkturseite noch aus charttechnischer Sicht etwas wirklich Neues geschehen ist, habe ich mich entschlossen, diesen Textteil ausnahmsweise nicht zu löschen, sondern ihn, nach einer Überarbeitung, zu versenden. Einfach um Ihnen zu Pfingsten einmal einen kleinen Einblick in die Höhen und Tiefen meiner Arbeit zu geben…
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen
ein schönes Pfingstfest
Ihr
Jochen Steffens
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Ausgabe vom 16. Mai 2013:
Ist der DAX überhitzt?
Ist der DAX überhitzt?
Ist der DAX überhitzt?
von Jochen Steffens
Wie gestern beschrieben, zeigen sich erste, leichte Ermüdungsanzeichen im DAX. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir zumindest kurzfristig in eine Konsolidierung übergehen. Der DAX ist aber heute zunächst weiter gestiegen, und hat damit die 8.400er Marke erreicht. Es wird also spannend!
Wenn Sie sich den DAX-Kusverlauf der vergangenen Jahre und insbesondere die Rally seit dem Jahr 2009 anschauen, stellt sich natürlich die Frage, ob die Kurse tatsächlich noch weiter steigen können. Sind Aktien nicht vielleicht generell bereits überhitzt? Hat der DAX überhaupt noch Aufwärtspotential?
Diese Frage ist von Bedeutung, da wir hier im Stockstreet-Team bei Übertreibungen immer sehr vorsichtig werden (erinnern Sie sich zum Beispiel an die zeitlich sehr genauen Warnungen vor dem Ende der Übertreibung bei Apple und vor dem Ende der Goldblase). Es geht also im Folgenden um die Frage, ob sich der DAX bereits in einer Übertreibung befindet und man aus diesem Grund warnen müsste.
Die Entwicklung der DAX-Aktien
Die aktuelle Rally läuft seit dem Jahr 2009. Der DAX hat seit den damaligen Tiefs mehr als 100 Prozent zugelegt, und das Allzeithoch ist erreicht. So gesehen ist dies ein guter Zeitpunkt, diese Fragen zu stellen.
Bei den Aktien, die seit 2009 kontinuierlich mit angestiegen sind, mag man eine solche Überhitzung sogar erkennen können. Aber wenn Sie sich einmal die Mühe machen, alle DAX-Aktien durchzusehen, werden sie etwas Erstaunliches feststellen:
Die drei verschiedenen Entwicklungen bei den DAX-Aktien
Im Moment können Sie die DAX-Aktien grob in drei Gruppen unterteilen: In der ersten Gruppe befinden sich Aktien, die seit dem Einbruch 2009 haussierten. Dazu einmal eine Zusammenstellung von neun dieser Aktien, die sich in einer Rally befinden:

In der zweiten Gruppe befinden sich DAX-Aktien, die sich eben noch nicht in einer Rally befinden, sondern sich eher seitwärts oder sogar abwärts entwickelt haben. Bei diesen Aktien besteht, rein theoretisch, ein erhebliches Aufwärtspotential. Das wird sicherlich nur dann ausgereizt, wenn die Rally im DAX weiter geht. Irgendwann werden dann immer mehr institutionelle Anleger die Aktien, welche die Rally komplett mitgemacht haben, als zu teuer empfinden und ihre Geld in Aktien umschichten, die noch vergleichsweise preiswert sind. Eine solche Entwicklung zeigt sich zum Beispiel gerade bei den Versicherungen. Das heißt aber: Selbst wenn die oben aufgezeigten Aktien in eine Seitwärtsbewegung übergehen sollten, besteht immer noch ein erhebliches Aufwärtspotential für den DAX insgesamt! Hier einmal neun der Aktien, welche die Rally bisher nicht mitgemacht haben.

In der dritten Gruppe befinden sich Aktien, die weder in die erste noch in die zweite Gruppe passen. Entweder weil sie zu früh die Rally abgebrochen haben oder sich erst seit kurzem in einer solchen befinden. Auch bei diesen Aktien ergibt sich natürlich theoretisch ein weiteres Aufwärtspotenzial.
Interessanterweise sind alle drei Gruppen ähnlich groß.
Zusammenfassung
Lediglich ein Drittel der Aktien, die im DAX gelistet sind, haben den Aufwärtstrend seit 2009 vollständig mitgemacht. Hier wäre dann strittig, ob all diese Aktien bereits überhitzt oder zu teuer sind. Um die Antwort auf diese Frage müssen wir uns aber gar nicht kümmern. Schließlich sind noch ca. zwei Drittel aller Aktien tendenziell von einer Überhitzung weit entfernt. Diese Aktien besitzen damit, wie schon beschrieben, ein mehr oder weniger großes Nachholpotenzial. Damit kann man den DAX als Ganzes sicherlich nicht als überhitzt bezeichnen, er ist tatsächlich von einer Übertreibung noch weit entfernt.
Doch Vorsicht
Ein wie auch immer ausgerichtetes Potential bedeutet natürlich nicht, dass dieses auch unbedingt ausgereizt wird! Die hier heute angestellte Überlegung ist also kein Indiz für eine Fortführung der Rally. Es wird, wie oben beschrieben, lediglich überprüft, ob man aufgrund einer Blasenbildung bereits warnen muss. Eine solche Warnung ist noch zu früh. Trotzdem kann der DAX jederzeit auch wieder einbrechen. Eine Garantie für weiter steigende Kurse lässt sich aus dieser Analyse keinesfalls ableiten.
Viele Grüße
Ihr
Jochen Steffens
www.stockstreet.de
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Ausgabe vom 15. Mai 2013:
DAX sendet erste kurzfristige Erschöpfungssignale
DAX sendet erste kurzfristige Erschöpfungssignale
DAX sendet erste kurzfristige Erschöpfungssignale
von Jochen Steffens
Heute werden wir aus gegebenen Anlass die aktuelle Entwicklung des DAX genauer untersuchen müssen. Der DAX befindet sich nun bereits im Bereich der 8.413er-Marke, die, wie ich im Steffens Daily von Mittwoch vergangener Woche beschrieben habe, die nächste Zielmarke darstellt. An diesem Widerstand kann die starke Rally der vergangenen Wochen ein vorläufiges Ende finden und in eine Konsolidierung übergehen. Und genau dafür gibt es erste Hinweise.
Wir sehen im Chart, dass sich unterhalb dieser Marke mehrere Dojis oder dojiähnliche Kerzen gebildet haben. Doji’s sind Kerzen, die wie Kreuze aussehen. Diese Form entsteht, wenn sich Eröffnungs- und Schlusskurs auf gleichem Niveau befinden, es aber im Tagesverlauf deutlich tiefere und höhere Kurse gegeben hat.

Gestern gab es nach einem moderaten Anfang ebenfalls deutlich tiefere Kurse, am Ende schloss der DAX sogar mit einem Gewinn. Diese starken Intraday-Schwankungen sind ein Hinweis für Unsicherheit. Sie symbolisieren dabei den Kampf zwischen Bullen und Bären und weisen darauf hin, dass die Gegenpartei eines Trends (also in diesem Aufwärtstrend die Bären) plötzlich wieder stärker werden. Wenn das geschieht, muss man verständlicherweise aufpassen. Und genau das ist auch der Grund, warum diese Doji’s immer eine höhere Aufmerksamkeit erfordern, sobald sie auftreten.
Das Wesen der Dojis
Dojis treten in den meisten Fällen entweder am Ende einer Trendbewegung oder genau in deren Mitte auf. In der Mitte sind sie Anzeiger einer kleineren oder größeren Konsolidierung, die lediglich eine überkaufte Situation abbaut. Am Ende einer Trendbewegung sind sie die ersten erkennbaren Zeichen, dass dieser Bewegung zunächst einmal die Luft ausgeht.
Keine langfristigen Prognosen möglich
Nun kann man aus Einzelkerzen keine Prognosen für den mittel- bis langfristigen Bereich ableiten. Sie zeigen somit nur im sehr kurzfristigen Bereich an, dass etwas nicht stimmt. Die weitere Entwicklung, also ob es sich lediglich um einen Hinweis auf eine Konsolidierung oder sogar auf eine Trendumkehr handelt, kann dann nur im größeren Kontext bestimmt werden.
Dojis an wichtiger Marke
Für uns ist interessant, dass sich diese Kerzen in der Nähe der hier im Steffens Daily genannten Widerstands- und Ziellinie bei 8.413 Punkten bilden. Es könnte eben der Hinweis darauf sein, dass die Kräfte der Bullen genau an der aktuellen Rechteckoberkante, also an dieser Marke, schwinden. Das sollten Sie in Ihre Analysen einfließen lassen!
Hinfällig wird dieses Szenario natürlich, wenn die 8.413er Marke nach oben gebrochen wird.
Das ist, wie gesagt, eine sehr kurzfristige Analyse. Im etwas längerfristigen Bereich wird es erst wieder bearisher, wenn die Kurse wieder unter das ehemalige Allzeithoch, also unter die 8.151er Marke fallen.
Viele Grüße
Ihr
Jochen Steffens
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Ausgabe vom 14. Mai 2013:
Die Höhenangst der Finanzexperten
Die Höhenangst der Finanzexperten
Die Höhenangst der Finanzexperten
von Jochen Steffens
Im April war der ZEW-Index noch um mehr als 12 Zähler eingebrochen. Heute wurde der Wert für Mai veröffentlicht. Es kam zum Vormonat jedoch lediglich zu einer ganz leichten Verbesserung von 0,1 Punkten.
"Trotz überwiegend positiver Konjunkturdaten für die deutsche Wirtschaft bewegt sich der ZEW-Index nicht von der Stelle. Ein Grund könnte darin liegen, dass die Konjunkturlage in der Eurozone weiterhin schlecht ist. Die Zinssenkung der EZB passt in dieses Bild", kommentiert ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest dieses Ergebnis. (Quelle: www.zew.de)
[Investoreninfo: „Die ZEW-Konjunkturerwartungen werden monatlich erhoben. An der Umfrage beteiligen sich bis zu 350 Finanzexperten. Der Indikator gibt die Differenz der positiven und negativen Erwartungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung (auf Sicht von sechs Monaten) in Deutschland wieder.“]
Der Kontraindikator
Sie wissen, wir nutzen den ZEW Index eher als Teil der Sentiment-Analyse und damit als Kontraindikator. Wenn bei 350 Finanzexperten die Stimmung im Keller ist, so ist das für uns ein Hinweis, dass Aktien bald wieder ein kaufenswertes Niveau haben. Auf der anderen Seite werden wir vorsichtig, wenn die Stimmung bei den Finanzexperten zu positiv wird.
Nun hatten wir im März ein (bisheriges) Stimmungshoch bei 48,5 Punkten. Normalerweise wird es erst kritisch, wenn der ZEW-Index Kursniveaus von 70 bis 80 Punkten erreicht. Aber werfen wir zur Verdeutlichung einmal einen Blick auf die Entwicklung des ZEW-Index im Vergleich zum DAX:
Im Januar 2000 wurde im ZEW-Index (blaue Linie) ein Spitzenwert bei 89,6 Punkten erreicht! Positiver kann die Stimmung kaum werden. Was folgte, ist Geschichte: ein dreijähriger Crash. Nach den Anschlägen des 11. Septembers kam es zu einer starken Zwischenrally. Mit dem Hoch dieser Rally kam es im März 2002 erneut zu hohen Werten von 71.2 Punkten. Und wieder wies der hohe Index auf weiter fallende Kurse hin, der Crash ging noch bis März 2003 weiter.
Dieses Niveau erreichte der ZEW-Index anschließend noch zwei Mal: Im Dezember 2003 leitete es einen längere Konsolidierung der Aktienkurse ein. Das nächste Mal veränderte sich das Bild. Während der ZEW-Index bereits im Januar 2006 ein Hoch erreichte, kam es im DAX erst deutlich zeitversetzt zu dem 2008er Crash.
Diese Divergenz zwischen Stimmung und Kursen ist auffällig. Die Experten waren offensichtlich bereits zwei Jahre vor dem eigentlichen Einbruch zunehmend skeptisch. Sie trauten der Rally nicht. Und auch im September 2009 gab es ein Stimmungshoch, das nicht direkt zu einem Crash führte. Es dauerte auch damals noch knapp 2 Jahre, in denen sich die Stimmung verschlechterte, bis dann die Schuldenkrise 2011 den nächsten Kurseinbruch einleite.
Wie ist diese Divergenz zu erklären?
Wahrscheinlich ist hier ein Effekt verantwortlich, der in der langanhaltenden Krisenzeit begründet liegt. Nach dem Schock des 2000er Crash haben im Jahr 2007 viele Finanzexperten den hohen Kursen bereits schon frühzeitig nicht mehr getraut (und dabei sicherlich viele Chancen verpasst). Das sieht man daran, dass bereits ab 2006 die Stimmung sank, während die Börsenkurse noch zwei Jahre weiter stiegen.
Im September 2009 waren diese Finanzexperten schon wesentlich früher verunsichert, die Stimmung erreichte nicht mal mehr das Hoch aus dem Jahr 2006. Doch auch hier stiegen die DAX-Kurse zunächst weiter an, bis die Schuldenkrise 2011 den jüngsten größeren Crash auslöste.
Die sinkenden Stimmungshochs der vergangenen Jahre sind ein eindeutiges Indiz für die zunehmende Unsicherheit der Finanzexperten. Man könnte es vereinfacht so ausdrücken: Die Analysten kriegen immer früher Höhenangst, wenn sie es mit steigenden Kursen zu tun haben. Aber das ist schließlich auch verständlich. Der Mensch lernt aus seinen Erfahrungen. Mit den vielen Jahren Krisenzeiten und Crashs im Nacken sind die eigenen Einschätzungen einfach mit Misstrauen und Verunsicherung durchsetzt. Und so erklärt sich eben diese Abwärtsbewegung in den Bewegungshochs des ZEW-Index (sieh rote Linie). Sie ist eben Folge dieser Entwicklung.
Was können wir aus alledem folgern?
Durch die Auswirkung der Krisen auf die Psyche der Analysten ist der ZEW-Index als Kontraindikator zurzeit mit Vorsicht zu genießen. Es kommt zu einer zeitlichen Verzerrung. Die aktuellen Werte des ZEW sind demnach kein Hinweis auf ein baldiges Ende der Rally. Nicht einmal dann, wenn es in den kommenden Monaten zu weiter fallende Werte kommen sollte. Schließlich dauerte es nach den Stimmungshochs der vergangenen Jahre fast zwei Jahre, bis das Hoch an den Aktienmärkten ausgebildet wurde.
Allerdings darf man diese Analyse nicht umdrehen: Die aktuelle Entwicklung des ZEW-Index ist für sich genommen keineswegs ein Hinweis darauf, dass die Rally noch weiter geht. Der ZEW-Index kann als Kontraindikator bei Extremwerten lediglich vor einer Trendumkehr warnen, funktioniert jedoch bei normalen Werte nicht oder kaum trendbestätigend. Das ist ein wichtiger Punkt.
Nachtrag
Interessant wird es, wenn Sie sich die Tiefs des ZEW-Index in den Jahre 2000-2006 anschauen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Finanzexperten 15 Jahre Rally und wenige Jahre Crash hinter sich. Das Vertrauen in Aktien war zu diesem Zeitpunkt demnach trotz des großen Einbruchs noch nicht extrem gestört. Und so entwickelte sich in dieser Zeit ein Aufwärtstrend der Bewegungstiefs (grüne Linie). Ich kann mich noch gut erinnern, dass bereits 2002 alte Börsenhasen zum Kaufen rieten und viele der älteren Spekulanten an bald wieder langanhaltend steigende Kurse glaubten.
Erst der Bruch dieser grünen Trendlinie im Jahr 2006 ist interessanterweise das Signal, dass die Krise in das Bewusstsein der Analysten vorgedrungen war. Offensichtlich brauchte es seine Zeit, bis der 2003er-Crash und seine Folgen auf die Wirtschaft verarbeitet und vom Mainstreambewusstsein adaptiert wurde. Auch hier gerieten die Analysten in Höhenangst.
Vielleicht ist es nun genau umgekehrt: Erst wenn die rote Abwärtstrendlinie nach oben gebrochen wird, wird auch das Bewusstsein über das Ende der Krisenzeit zu den Analysten vordringen. Das wäre dann sicherlich ein kleiner Hinweis auf eine langanhaltende Rally, schließlich müssten dann all die Skeptiker noch einsteigen. Aber das ist, ohne Frage, nur eine vage Theorie – die Sie nicht überbewerten sollten und die deswegen nur als Nachtrag hier auftaucht.
Viele Grüße
Ihr
Jochen Steffens
Weiterhin auf Erfolgskurs
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Ausgabe vom 13. Mai 2013:
Was Zwiebeln uns über die Rohstoffmärkte lehren
Was Zwiebeln uns über die Rohstoffmärkte lehren
Was Zwiebeln uns über die Rohstoffmärkte lehren
von Torsten Ewert
Sehr verehrte Leserinnen und Leser,
noch rund einem Monat später, nachdem es im April zu einem starken Einbruch bei den Rohstoffpreisen kam, insbesondere bei Edelmetallen, rätseln die Experten über Ursachen und Folgen. Klar ist für alle Beteiligten lediglich, wer schuld an diesem „Crash“ ist: die Spekulanten, wie auch sonst. Schließlich wurden z.B. beim Gold tatsächlich viele spekulative Positionen (über Futures), vor allem von Hedgefonds, aufgelöst.
Die bösen Rohstoffspekulanten?
Da jedoch diesmal die Lebensmittelrohstoffe weniger betroffen waren und die Preise zudem fielen, hielt sich der Aufschrei über die „bösen Spekulanten“ in Grenzen. Das macht diese Behauptung allerdings trotzdem nicht wahrer.
Typische Spekulanten, also Trader, die kein wirtschaftliches Interesse (z.B. als Produzenten oder Verarbeiter) an der Ware selbst haben, aber trotzdem auf einem Markt mit Futures handeln, verstärken zwar mit ihrem Handeln einen Trend, aber sie lösen ihn nicht aus. Und es ist keineswegs so, dass allein die Abwesenheit der Spekulanten die Extreme auf einem (Rohstoff-)Markt verhindert. So stiegen z.B. von 2004 bis 2008 auch für Rhodium, ein Edelmetall, das hauptsächlich in Abgaskatalysatoren für Autos eingesetzt wird, die Preise um das 20-fache – nur um nach dem Platzen der Rohstoffblase im Zuge der Finanzkrise um 90 % einzubrechen.
Preisextreme auch ohne Spekulanten
Für Rhodium gibt es aber keinen Terminmarkt (Futurehandel), so dass Spekulanten in diesem Markt gar nicht eingreifen können. Aber viel eindrucksvoller ist ein anderes Beispiel aus dem Lebensmittelsektor: Es zeigt, dass selbst nach einer Verbannung von Spekulanten Marktturbulenzen an der Tagesordnung sind.
Zwiebeln sind die einzige Ware in den USA, für die Termin-Futures abgeschafft wurden. Dieses Verbot wurde 1958 in Kraft gesetzt und geht auf Ereignisse aus den Jahren 1955/56 zurück. Im August 1955 stiegen die Zwiebelpreise unvermittelt um das Mehrfache des sonst üblichen Preises. Zu dieser Zeit, kurz vor Beginn der Erntesaison, entspannt sich normalerweise die Preissituation. Der Preisanstieg erfolgt üblicherweise über den Winter (wegen der zunehmenden Lagerkosten und -verluste), bis im April die Aussaat beginnt und die Preise ein Hoch erreichen.
Wie die Zwiebel-Blase platzte
Die hohen Augustpreise bewogen die Bauern jedoch dazu, ihre frisch geerntete Ware sofort komplett auf den Markt zu werfen. Schließlich würden sie gute Preise erzielen und sich die lange und verlustreiche Lagerung während des Winters ersparen. Über Chicago, dem Zentrum des Rohstoffhandels in den USA, brach also eine wahre Zwiebellawine herein. Natürlich begannen die Preise daraufhin zu fallen.
Das hatte aber nicht den gewünschten Effekt. Denn die Bauern, die ihre guten Preise schwinden sahen, aber immer noch mit vergleichsweise guten Kursen rechneten, beeilten sich umso mehr, ihre Ware loszuschlagen. Da zudem allein die physische Abwicklung dieses exorbitant hohen Warenaufkommens geraume Zeit in Anspruch nahm, endete der Preisverfall erst im März 1956. Dann allerdings lagen die Preise mehr als 90 % unter dem sonst üblichen Marktpreis. Weil aber viele Bauern ihre Ware aufgrund des Überangebots zuvor nicht loswurden, saßen sie nun auf nahezu wertlosen Produkten, die sie schließlich zum Großteil vernichten mussten.
Gerald Ford und die Zwiebel-Lobby
In den Folgejahren bemühte sich die Zwiebel-Lobby, ein Gesetz gegen den Future-Handel zu erwirken, da ihrer Meinung nach vor allem bösartige Spekulanten an diesem Desaster schuld waren. (Es stellte sich tatsächlich heraus, dass Manipulation im Spiel war. Allerdings waren daran auch etliche Zwiebelproduzenten selbst beteiligt.) Schließlich fanden die Zwiebelbauern in dem aufstrebenden Kongressabgeordneten Gerald Ford (der später, nach dem Rücktritt Richard Nixons, von 1974 bis 1976 US-Präsident war) einen politischen Unterstützer ihrer Sache, dem es 1958 gelang, ein Gesetz durchzubringen, das den Futurehandel bei Zwiebeln verbot. Dieses Gesetz ist bis heute in Kraft.
Den Preisausschlägen im US-Zwiebelmarkt tut allerdings die Verbannung der Spekulanten keinen Abbruch, wie der folgende Chart des US-Zwiebelpreisindex (schwarze Kurve) seit 1960, also zwei Jahre nach Inkrafttreten des Verbots, zeigt:

Quelle: US Department of Agriculture
Allenfalls in den 1960er Jahre, also in der Anfangszeit der spekulationsfreien Phase, waren die Kursausschläge etwas geringer. Generell kam es jedoch immer wieder zu Preisausschlägen nach oben und unten, die den langfristigen Trend (dicke rote Linie) um das Doppelte oder mehr überstiegen bzw. um mehr als die Hälfte darunter fielen (rot schattiertes Band).
Die Ironie der Zwiebel-Geschichte
Dieses historisch einmalige Beispiel zeigt also sehr deutlich, dass nicht die Futures oder die Spekulanten, die mit ihnen handeln, sondern die jeweiligen Marktbesonderheiten sowie das typische menschliche Verhalten solche Preisschwankungen auslösen.
Ironie der Geschichte: Der Sohn eines der Aktivisten, die damals für die Einstellung des Future-Handels kämpften, ist heute ebenfalls der Meinung, dass die Schwankungsanfälligkeit der Preise seit dem Future-Verbot zugenommen hat. Er befürwortet inzwischen eine Wiedereinführung von Zwiebel-Futures, weil dies – seiner Meinung nach – die enorme Volatilität deutlich verringern würde.
Aber das ist natürlich Wunschdenken, und über kurz oder lang würden nach Wiederaufnahme des Future-Handels „die Spekulanten“ erneut für die Preissprünge verantwortlich gemacht...
Mit besten Grüßen
Ihr Torsten Ewert
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Ausgabe vom 8. Mai 2013:
Steigt der DAX nun auf 10.000 Punkte?
Steigt der DAX nun auf 10.000 Punkte?
Steigt der DAX nun auf 10.000 Punkte?
von Jochen Steffens
Hinweis: Aufgrund des Feiertags erscheint der nächste Steffens Daily am Montag, den 13.05.2013.
Beenden wir diese Woche, indem wir noch einen kurzen Blick auf die Chartanalysen zum DAX, Euro und Gold werfen:
DAX steigt noch bis 8.413 Punkte

Ich weiß, der Chart ist etwas überfüllt und wirkt auf den ersten Blick undurchsichtig. Aber es ist ganz einfach: Im Moment befinden wir uns in dem Rechteck (blau) zwischen 7.447 und 8.413 Punkten. Nach der Target-Trend-Methode ist nicht das Allzeithoch die entscheidende Marke, sondern die nächst höhere Rechteckkante bei 8.413 Punkten. Sie erinnern sich: Ich hatte prognostiziert, dass nach dem Überwinden der blau gestrichelten Mittellinie des Rechtecks das nächste Kursziel eigentlich bei eben dieser Marke liegt. Der DAX rast nun auch höchst dynamisch darauf zu.
Schauen Sie sich aber die vielen weißen Kerzen der vergangenen Tage an, das sieht natürlich nicht gesund aus. Der DAX ist sicherlich stark überkauft und wir müssen spätestens an dieser Marke mit einem Konsolidierungsversuch rechnen!
Die Prognosen nach der Target-Trend-Methode
Die bearishe Variante:
Sollte der DAX die 8.413-Punkte-Marke nicht mehr erreichen und anschließend auch noch unter die untere Rechteckkante bei 7.447 Punkten fallen, wäre dies ein klares Verkaufssignal! Vorsichtig sollte man schon dann werden, wenn die blau gestrichelte Mittelinie bei 7.930 Punkten nachhaltig unterboten wird.
Die bullishe Variante 1. Teil
Sollte der DAX bei der aktuellen Dynamik auch noch die 8.413er Marke überwinden, dann ist das darauf folgende höhere Rechteck aktiv. Das heißt, die Rally kann danach direkt weiter bis zur 9.379-Punkte-Marke laufen (siehe aber Chart weiter unten). Hier liegt die nächste Rechteckkante. Sollte es der DAX auch bis dahin noch schaffen, dann wird er auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die 10.000-Punkte-Marke sehen wollen.
Die bullishe Variante 2. Teil
Die im Moment wahrscheinlichste Variante ist aber, dass er bis an die 8.413er Marke läuft, dort vielleicht sogar aufgrund der hohen Dynamik ins höhere Rechteck eindringt, dann aber scheitert und wieder zur Mittellinie bei 7.930er Punkten läuft. Anschließend, nach einer Orientierungsphase, kann dann erneut ein Ausbruchsversuch gestartet werden.
Wichtiger Hinweis:
Und hier erleben Sie übrigens gerade live, einen Punkt, in dem die Target-Trend-Methode der klassischen Charttechnik massiv überlegen ist. Nach klassischer Charttechnik ist der Bereich über einem Allzeithoch frei von waagerechten Widerständen. Solche Widerstände können schließlich nur dort auftauchen, wo die Kurse schon einmal gewesen sind.
Die Target-Trend-Methode schafft es aber, auch den Bereich über einem Allzeithoch zu organisieren und selbst dort genaue Vorgaben festzulegen, wie sich der Kurs verhalten sollte und aus diesem Verhalten weitere Prognosen abzuleiten.
Kurz: Die Anhänger der klassischen Charttechnik müssen nun ohne ein wichtiges Hilfsmittel, die waagerechten Widerstände, auskommen. Bei der Target-Trend-Methode laufen diese Linien einfach weiter, schließlich ist die Projektion dieser Linien Grundlage der Methode.
Eine Betrachtung nach der klassischen Chartmethode
Allerdings ist noch ein wichtiger Trendkanal zu beachten, der oben in dem Target-Trend-Methode-Chart zwar eingezeichnet ist, den ich aber aufgrund seiner Signifikanz und der Übersichtlichkeit noch einmal alleine darstellen möchte:

Sie erkennen hier den großen dominanten Aufwärtstrendkanal des DAX seit 2009.
Somit besteht durchaus die Möglichkeit, dass der DAX bis an die obere Linie dieses Trendkanals läuft, dort scheitert und anschließend wieder deutlicher zurückfällt! Dieses Szenario dürfen Sie nicht aus den Augen verlieren!
Fazit
Und so muss man die bullishe Variante Teil 1 wie folgt abwandeln: Sollte der DAX bei der aktuellen Dynamik auch noch die 8.413er Marke überwinden, dann wird das darauffolgende höhere Rechteck aktiviert. Allerdings befindet sich in diesem die aktuelle obere Trendlinie des zurzeit dominanten Aufwärtstrends. Da die Kurse angesichts der vielen weißen Kerzen bereits übertreiben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass an dieser Grenze erst einmal Schluss ist.
Euro läuft entlang idealtypischer Prognoselinien

Der Euro/Dollar-Chart hält sich bisher an die Prognoselinie, die den idealtypischen Verlauf einer großen W-Formation als Boden-Formation innerhalb der großen Seitwärtsbewegung zwischen ca. 1,20 und 1,50 Dollar darstellt. Demnach kann es auf dem aktuellen Niveau noch einige Wochen zu Kursfluktuationen um die 1,30er Marken kommen. Dann jedoch muss sich jedoch der Euro entscheiden. Fällt er zurück, wird diese hier eingezeichnete Variante fortgeführt werden. Steigt er jedoch weiter an und überwindet die 1,35er Marke (hier befindet die Mittellinie dieser Seitwärtsbewegung), muss damit gerechnet werden, dass die Kurse vergleichsweise zügig in Richtung 1,50 Dollar weiter ansteigen.
Während also der Anstieg bis zu 1,30er Marke vorhersehbar gewesen ist, müssen Sie aktuell abwarten, für welche Richtung sich der Euro entscheidet. Wenn er aber eine Richtung erkennbar einschlägt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er diese auch erst einmal bis zu den genannten Marken fortsetzt.
Gold schließt Kurslücke
Ähnlich sieht die Situation beim Gold aus:

Gold hat nun doch noch das Gap (Kurslücke) geschlossen. Auch hier gilt jetzt folgendes: Kommt es jetzt wieder zu dynamisch fallenden Kursen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die 1.260er Marke angelaufen wird. Diese Gefahr besteht aber auch bei jedem anderen Kursverlauf und zwar so lange, bis die 1.525er Marke wieder zurückerobert wird.
Viele Grüße
Ihr
Jochen Steffens
Eine Methode, die wirklich funktioniert
Seit Monaten konnten Sie im Steffens Daily immer wieder die Treffgenauigkeit der Target-Trend-Methode verfolgen. Die Fachwelt ist ebenso erstaunt über die unglaublichen Ergebnisse, wie auch die privaten Leser des Steffens Daily. Ein Leser schrieb uns:
Sehr geehrter Herr Steffens,
wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen und mitverfolgt hätte, würde ich es selbstverständlich nicht glauben: Ja, Sie haben vor Monaten diese "kuriose" Kursvorhersage gemacht und ich habe sie natürlich nicht geglaubt, dafür aber original miterlebt. Einfach unglaublich, unfassbar, sie ist punktgenau eingetroffen! Und das innerhalb dieses volatilen Hin- und Hergezappels der Kurse (DAX), tja, dass ich das noch miterleben darf ... Hochachtung, allergrößte Hochachtung!!
Ja, es ist wirklich fast unglaublich, wie die Vorhersagen von Jochen Steffens, die er mit Hilfe der Target-Trend-Methode macht, immer wieder punktgenau eintreffen.
Die Target-Trend-Methode ist aber keine dieser abstrusen Geheimformeln, die gewiefte Werbefachleute immer wieder erfinden. Wir haben da selber schon die absurdesten Sachen gelesen. Nein, die Target-Trend-Methode ist eine fundierte wissenschaftliche Methode genau genommen eine Weiterentwicklung der klassischen Charttechnik - nur wesentlich präziser und aussagekräftiger. So ist es möglich, nicht nur das Kursziel, sondern auch den Zeitpunkt, zu dem das Ziel erreicht wird, vorherzusagen. Die Vorteile liegen wohl auf der Hand. Mit dieser Methode sind Sie allen anderen Anlegern klar überlegen.
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Ausgabe vom 7. Mai 2013:
DAX erreicht unbekannte Höhen
DAX erreicht unbekannte Höhen
DAX erreicht unbekannte Höhen
von Jochen Steffens
Jetzt ist nach dem S&P500 - wie erwartet - auch der DAX auf ein neues Allzeithoch ausgebrochen. Es ist schier unglaublich, angesichts der Krisen und der düsteren Stimmung und all den Skeptikern, oder? Der DAX auf einem Niveau, das er noch niemals zuvor erreicht hat.
Der Apfelbaum
Aber erinnern Sie sich: Eine große Rally beginnt immer (!) am Tief einer großen Rezession, dann, wenn die Welt düster geworden ist und der Untergang nah scheint. Dann, wenn die meisten Anleger alles andere kaufen, nur keine Aktien mehr. Dann, wenn alle anderen Anlageklassen, wie Immobilien, Gold, Anleihen, extrem überbewertet sind. Es gibt keinen anderen Zeitpunkt, an dem die wirklich große Rallys beginnen können, denn nur dann besteht die theoretische Möglichkeit, dass irgendwann mit weiter steigenden Kursen all die Übertreibungen in den anderen Anlageklassen abgebaut werden und dieses Geld in den Aktienmarkt fließt. Diesen Mechanismus muss man verstehen lernen, um das Wesen der Börse zu begreifen.
Vielleicht erinnern Sie sich in diesem Zusammenhang noch an diese Abwandlung des bekanntesten Zitats von Martin Luther, die ich hier im Steffens Daily in den düstersten Tagen kreiert habe: „Und wenn morgen die (Börsen-)Welt unterzugehen scheint, werde ich heute noch Aktien kaufen!“ Auch dieses Mal hat sich das erneut bestätigt, allen Unkenrufen zum Trotz. Mehr noch, der DAX hat sogar trotz all dieser Krisen ein neues Allzeithochs erreicht.
Und ich möchte noch einmal betonen, dass es mir keinesfalls darum geht, all die Skeptiker bloßzustellen. Auch ich habe die düsteren Stimmung selbstredend mitgemacht und oft genug gezweifelt. Nein, es geht darum, diese Erfahrungswerte zu sammeln, um zu begreifen, dass Börse anders funktioniert als die eigene Stimmung. Die Börse ist meist sogar komplett konträr zur eigenen Stimmung und sogar zu den eigenen Überzeugungen. Nur wenn Sie das verinnerlichen, haben Sie eine Chance, langfristig erfolgreich zu bleiben.
Dazu der DAX-Chart:

Hier sehen Sie den Ausbruch über das ehemalige Allzeithoch bei 8151,57 Punkten. Auch der seit Oktober 2011 existente Aufwärtstrend ist noch in Ordnung.
Doch auch hier muss ich noch einmal darauf hinweisen, dass es um einen Widerstand geht, der seit dem Jahr 2000 relevant ist. Ein kleiner Hüpfer über diese Marke ist noch kein nachhaltiger Ausbruch. Hier muss natürlich deutlich mehr geschehen und die Gefahr eines Fehlausbruchs ist leider hoch.
Der Wermutstropfen einer kleinen Ungenauigkeit
Aber gut, ein anderer Wermutstropfen existiert auch noch. Ein Leser machte mich heute darauf aufmerksam, dass man eigentlich den S&P500 und den DAX nicht vergleichen könne. Schließlich sei der S&P500 ein Kursindex und der DAX ein Performance-Index. (In einem Performance-Index werden die Dividenden hineingerechnet, während bei einem Kursindex lediglich die Kurse berücksichtigt werden.)
Auf diesen Unterschied hatte ich zwar hier im Steffens Daily bereits mehrfach hingewiesen, aber im Börsenalltag hat es sich einfach eingebürgert, den normalen DAX, also den Performance-Index, mit den US-Indizes zu vergleichen – auch wenn das nicht wirklich korrekt ist. Also sollten wir einen Blick auf den DAX-Kursindex werfen.
Ein bekanntes Phänomen
Einige Steffens-Daily-Leser werden das Phänomen bereits kennen, dass meist alle wichtigen Indizes nahezu gleichzeitig vor wichtigen Widerständen stehen. Und so ist es auch beim DAX-Kursindex, der zwar nicht mit seinem Allzeithoch kämpft, aber immerhin mit dem Hoch aus dem Jahr 2011, also dem Hoch, das vor der Eskalation der EU-Schuldenkrise ausgebildet wurde.

Und selbstverständlich hat auch dieser Widerstand eine entscheidende Bedeutung. Während das Überwinden des Allzeithochs im S&P500 ein charttechnisches Signal für das Ende der dortigen Finanzmarktkrise darstellt, wäre ein nachhaltiges Überwinden des 2011er-Hochs im DAX-Kursindex ein erster Hinweis auf ein mögliches Ende der Schuldenkrise in Europa. Auch wenn das zurzeit vielleicht nur wenige so sehen. Denken Sie jedoch daran, dass Börsen Entwicklungen vorweg nehmen – Entwicklungen, bei der die Masse der Anleger noch nicht bereit ist, diese zu akzeptieren. Und damit wären wir wieder bei dem abgewandelten Zitat von Martin Luther…
Viele Grüße
Ihr
Die besten Aktien entwickeln sich immer da, wo man gerade nicht hinschaut.
Die Redaktion der „Aktien-Perlen“ scannt mehr als zwei Dutzend tägliche, wöchentliche und monatliche Publikationen, einschlägige Newsletter und Internetseiten und analysiert täglich unzählige Aktien.
Denn: Aktien-Perlen zu finden, ist echte „Dog Work“, wie man im Englischen sagt – Hundearbeit.
Natürlich ist es allein mit Arbeit noch nicht getan. Es ist besonders die unschlagbare Erfahrung des Chefredakteurs Torsten Ewert sowohl an der Börse als auch im technischen Bereich, mit der er die aussichtsreichsten Perlen findet.
Die großen Chancen stecken natürlich in den jungen Firmen. Aber gerade bei den jungen Firmen manifestiert sich das Wachstum nicht sogleich in den üblichen Kennziffern. Darum hat Torsten Ewert ganz spezielle Kriterien entwickelt, nach denen er seine Auswahl trifft.
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Ausgabe vom 6. Mai 2013:
Fußball, Politik und Börse
Fußball, Politik und Börse
Fußball, Politik und Börse
von Torsten Ewert
Sehr verehrte Leserinnen und Leser,
was haben Fußball, Politik und Börse gemeinsam? Klar, bei Fußball und Börse fällt einem gleich Borussia Dortmund ein, der einzige börsennotierte Fußballclub hierzulande. Dessen Aktie machte nach dem überzeugenden Sieg gegen Real Madrid im Halbfinalhinspiel der Champions League Ende April einen kräftigen Sprung nach oben. Und Politik und Börse sind seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2007 so eng und lang anhaltend verquickt wie kaum jemals zuvor in der Börsengeschichte. Aber Fußball und Politik und Börse?
Sexy Fußball, dröger Sponsor
Nun, fast zeitgleich mit dem Hinspielsieg des BVB wurden die Aktien eines Unternehmens erstmals an der Börse gehandelt, das Fußballfans, insbesondere aus Dortmund, durch den Schriftzug auf den Borussia-Trikots bekannt sein dürfte: Evonik Industries AG.
Als Trikotsponsor hat Evonik damit eine gewisse Popularität, als Unternehmen dürfte es für die meisten ein unbeschriebenes Blatt sein. Im Gegensatz zu Fußball ist Evoniks Hauptgeschäft, die Spezialchemie, kaum irgendwie sexy, und das typische Sammelsurium an kaum bekannten Produkten und Geschäftsfeldern, die sich in dieser Branche üblicherweise unter einem Unternehmensdach finden, macht auch den Aufbau einer Markenidentität nahezu unmöglich.
Das muss jedoch dem Erfolg des Unternehmens bzw. der Aktie keinen Abbruch tun. Das Beispiel Lanxess beweist das. Lanxess, 2004 von der Bayer AG abgespalten und lange als das hässliche Entlein betrachtet, mauserte sich jedoch – auch dank eines konsequenten Managements – zu einem stolzen Börsen-Schwan und hat es inzwischen bis in den DAX geschafft.
Evonik, so erfolgreich wie der BVB?
Ähnlich könnte der Weg auch für Evonik verlaufen, gilt doch auch dieses Unternehmen als gut geführt und ausgesprochen innovativ (z.B. Entwicklung und Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus in einer gemeinsam mit Daimler geführten Tochtergesellschaft, der Li-Tec Battery GmbH). Wird also Evonik an der Börse so erfolgreich wie Dortmund im Fußball? Zählen wir einfach die Punkte zusammen.
Daran sind trotz der guten Voraussetzungen zumindest Zweifel angebracht. Denn im Gegensatz zu Lanxess, deren Aktien faktisch zu 100 % in Streubesitz sind, wird Evonik von einem Hauptaktionär dominiert. Und das ist leider hochpolitisch.
Dieser Hauptaktionär, nach dem aktuellen „Börsengang“ mit knapp 69 % der Aktien, ist die RAG-Stiftung, die über mehrere Umfirmierungen aus der ehemaligen Ruhrkohle AG hervorgegangen ist. Die Ruhrkohle AG und ihre Nachfolgerinnen waren jedoch über Jahrzehnte einer der Hauptempfänger staatlicher Subventionen zur Aufrechterhaltung des Steinkohlebergbaus in Deutschland. Entsprechend eng sind die Bindungen zwischen Stiftung und Politik. (Stiftungsvorsitzender ist z.B. der ehemalige Wirtschaftsminister Werner Müller.)
Evonik, Kohle und die lange politische Leine
Aufgabe der RAG-Stiftung ist es vor allem, ab 2018 die sogenannten Ewigkeitskosten des Steinkohlebergbaus in Deutschland zu bestreiten. Dazu gehören hauptsächlich die Sicherung alter Bergwerksstollen und deren permanentes Auspumpen von einschießendem Grundwasser. Nach einem Bericht der FAZ aus dem Jahr 2011 geht es bei Letzterem um rund 100 Mio. Kubikmeter Wasser pro Jahr. Der ehemalige Vorsitzende der RAG-Stiftung Wilhelm Bonse-Geuking bezifferte die Kosten auf rund 2 Euro pro Kubikmeter, so dass allein 200 Mio. Euro Kosten für diese „Grundwasserhaltung“, wie es im Bergwerksjargon heißt, anfallen.
Dieses Geld sowie die erforderlichen weiteren Mittel (insgesamt werden die jährlichen Kosten auf bis zu 250 Mio. Euro beziffert) muss Evonik aufbringen – vorzugsweise über Dividenden, die das Unternehmen seinem Hauptaktionär (und allen anderen) zahlt. Bei rund 465 Mio. Evonik-Aktien und einer geschätzten Dividende von 0,92 € pro Aktie (= aktuell 2,9 % Dividendenrendite) würden jährlich knapp 295,5 Mio. Euro Dividenden in die Kasse der RAG-Stiftung fließen.
Üppige – und voraussichtlich auch relativ verlässlich – steigende Dividenden sind natürlich auch für andere Anleger interessant. (Einer der ersten Großinvestoren, die bei Evonik einstieg, war daher auch der Staatsfonds Temasek aus Singapur.) Das ist also schon einmal ein Pluspunkt, also 1:0 für die Anleger bei Evonik.
Kurz- und mittelfristiger Ausstieg wichtiger Aktionäre
Die genannte Dividendenhöhe würde zwar reichen – wenn die Dividendenerhöhungen bis 2018 mit der zu erwartenden Kosteninflation bis dahin Schritt halten. Allerdings will die Stiftung ihren Aktienanteil bis 2018 auf rund 25 % reduzieren, um ihre Mittel breiter zu streuen und unabhängiger von den Konjunkturschwankungen des relativ volatilen Chemiegeschäfts zu werden. (So übernahm die RAG-Stiftung für die Erlöse des Börsengangs bereits die ehemalige Evonik-Immobiliensparte.)
Auch der bisherige Minderheitsaktionär, der britische Finanzinvestor CVC Capital Partners dürfte seine verbliebenen rund 18 % Aktien bald losschlagen. Schließlich haben die Briten seit ihrem Einstieg Mitte 2008 ihr eingesetztes Kapital um rund 150 % vermehrt...
Wenn allerdings die Hauptaktionäre kurzfristig bzw. in den kommenden Jahren mehr als 60 % des gesamten Aktienkapitals auf den Markt werfen, dann spricht das eher für sinkende Kurse. Das ist ein klarer Minuspunkt für Evonik-Aktionäre – aktueller Zwischenstand also 1:1.
ThyssenKrupp lässt grüßen
Trotz der Reduktion ihres Anteils will die RAG-Stiftung aber in jedem Fall an einem Minderheitsanteil von knapp über 25 % festhalten. Dieser reicht, um unliebsame Beschlüsse des Vorstands oder anderer Aktionäre zu verhindern, z.B. Dividendenkürzungen oder Kapitalerhöhungen. Damit wird der unternehmerische Spielraum der Evonik-Führungen potenziell eingeschränkt, und über kurz oder lang ist so auch Aktionärsfrust vorprogrammiert. Prominente Beispiele gibt es dafür durchaus.
Bei ThyssenKrupp ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in einer ähnlichen Rolle und pochte seit Jahren auf Dividendenausschüttungen, auch wenn der Stahlkonzern die Mittel an anderer Stelle dringender gebraucht hätte. Ähnlich die Situation bei der Deutschen Telekom, die immer noch zu 32 % im Besitz der Bundesrepublik Deutschland bzw. der mehrheitlich ihr gehörenden KfW-Bank ist. Auch hier werden dringend notwendige Investitionen seit Jahren verschoben, da die Dividendenzahlungen an die Anteilseigner wichtiger sind als eine effiziente Geschäftsstrategie.
Der Kurs der Telekom-Aktie, der seit Jahren stagniert, zeigt die Folgen für Anleger. Evonik, das offensichtlich in eine ähnliche Richtung steuert (die Krupp-Stiftung und ThyssenKrupp sind das erklärte Vorbild für die RAG-Stiftung und Evonik), bietet also damit in der Perspektive ebenfalls nur eine begrenzte Kursfantasie. Das gilt insbesondere, wenn das Unternehmen von der nächsten Krise getroffen wird und dann beherzte, aber kostenintensive Maßnahmen erforderlich werden – die aber unter Umständen ausgebremst werden.
Das ist ein weiterer Minuspunkt für die Anleger, also 1:2 im Spiel um Evonik.
Für Dividendenjäger einen Blick wert
Schließlich besteht aufgrund der starken politischen Interessen in und an der RAG-Stiftung stets die Gefahr, dass diese sowie letztlich auch Evonik für andere Zwecke instrumentalisiert werden. In der Satzung der RAG ist zum Beispiel neben der Finanzierung der Ewigkeitskosten des Bergbaus ausdrücklich auch „die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Kultur in den Bergbauregionen an Ruhr und Saar [...] im Zusammenhang mit dem deutschen Steinkohlenbergbau“ vorgesehen.
Ein Großaktionär, der aber unter Umständen Interessen verfolgt, die zu denen des Unternehmens im Gegensatz stehen, ist potenziell eine Gefahr, vor allem für andere (Klein-)Aktionäre – ein weiterer Minuspunkt. Das Spiel um Evonik endet also 1:3 und damit mit einer klaren Niederlage für mögliche Aktionäre.
Fazit: Ein Investment in Evonik-Aktien ist aus konservativer Sicht nur für Anleger geeignet, die an einer hohen und vergleichsweise konstanten Ausschüttung interessiert sind und die Kursrückschläge idealerweise durch Nachkäufe oder alternativ durch „Aussitzen“ verschmerzen können.
Mit besten Grüßen
Ihr Torsten Ewert
Die besten Aktien entwickeln sich immer da, wo man gerade nicht hinschaut.
Die Redaktion der „Aktien-Perlen“ scannt mehr als zwei Dutzend tägliche, wöchentliche und monatliche Publikationen, einschlägige Newsletter und Internetseiten und analysiert täglich unzählige Aktien.
Denn: Aktien-Perlen zu finden, ist echte „Dog Work“, wie man im Englischen sagt – Hundearbeit.
Natürlich ist es allein mit Arbeit noch nicht getan. Es ist besonders die unschlagbare Erfahrung des Chefredakteurs Torsten Ewert sowohl an der Börse als auch im technischen Bereich, mit der er die aussichtsreichsten Perlen findet.
Die großen Chancen stecken natürlich in den jungen Firmen. Aber gerade bei den jungen Firmen manifestiert sich das Wachstum nicht sogleich in den üblichen Kennziffern. Darum hat Torsten Ewert ganz spezielle Kriterien entwickelt, nach denen er seine Auswahl trifft.
Welche Kriterien das genau sind, verrät Ihnen Torsten Ewert gerne. Melden Sie sich doch einfach einmal zum kostenlosen Test der Aktien-Perlen an, und lesen Sie die ausführliche Einführungsbroschüre, in der Torsten Ewert seine Strategie umfassend vorstellt.
Es gab solche Perlen nicht nur in der Vergangenheit, wie Microsoft, Cisco oder Amgen. Es gibt sie immer wieder diese Perlen, nur schaut eben noch keiner hin.
Damit Sie in Zukunft auch echte Aktien-Perlen in Ihrem Depot haben, sollten Sie diesen Börsenbrief für die unentdeckten Chancen weltweit einfach einmal kostenlos testen.
Wenn Sie sich jetzt gleich zu Ihrem Gratis-Test anmelden, sendet wir Ihnen in wenigen Minuten die Einführungsbroschüre zu, in der Torsten Ewert Ihnen seine Strategie ausführlich darlegt. Außerdem erhalten Sie sofort Zugang zum Archiv der Aktien-Perlen mit allen bisherigen Ausgaben und Sondermeldungen. Ihnen steht der SMS-Service für Eilmeldungen auf´s Handy kostenlos zur Verfügung und natürlich der E-Mailsupport für Ihre Fragen rund um die Aktien-Perlen.
Ausgabe vom 3. Mai 2013:
S&P500 bricht aus! DAX greift Allzeithoch an!
S&P500 bricht aus! DAX greift Allzeithoch an!
S&P500 bricht aus! DAX greift Allzeithoch an!
von Jochen Steffens
Es fehlten nur noch 21 Punkte, und der DAX hätte sein Allzeithoch punktgenau erreicht. Er befindet sich damit bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr auf einem Niveau, an dem er schon in den Jahren 2000 und 2007 gestanden hat.
Vielleicht erinnern Sie sich, dass in den vergangenen Wochen in vielen Medien von der auffallenden Schwäche des DAX im Vergleich zum S&P500 berichtet wurde. Seit Ende vergangenen Jahres läuft der DAX unter steigender Volatilität seitwärts, während der S&P500 in dieser Zeit einen klaren Aufwärtstrend ausgebildet hat.
Aber bezüglich ihrer Allzeithochs liegen der S&P500 und DAX nun gleichauf. Damit ist im großen Bild eine solche Schwäche nicht zu erkennen. Und so muss man auch nicht unbedingt Gründe für diese Schwäche der vergangenen Monate suchen (die es sicherlich gibt).
Einmal mehr im Einklang
Wenn Sie den Steffens Daily schon länger lesen, wissen Sie, dass gerade diese beiden Indizes, also der S&P500 und der DAX dazu neigen, zeitgleich an höchst wichtigen Widerständen und Unterstützungen zu stehen. Allerdings ist der S&P500 mit dem heuten Anstieg bereits nachhaltiger über sein Allzeithoch ausgebrochen. Sollten sich die US-Märkte im weiteren Verlauf halten, wird aber auch der DAX diesen Ausbruch am Montag nachholen (sofern keine schlechten Nachrichten am Wochenende / Montag die Stimmung trüben.)
Die Entscheidung über diese charttechnische Marke wäre in diesem Fall wieder einmal im Zusammenhang mit der Fed-Sitzung und dem US-Arbeitsmarktbericht gefallen. Auch dieses Phänomen war durchaus schon häufiger zu beobachten.
Der US-Arbeitsmarktbericht überrascht positiv!
Nach den neuesten Zahlen sind in den USA im April außerhalb der Landwirtschaft 165.000 neue Stellen geschaffen worden. Analysten hatten lediglich mit 148.000 Stellen gerechnet. Interessant ist, dass auch die Werte der beiden Vormonate kräftig nach oben revidiert wurden. Im März ist nun ein Stellenwachstum von 138.000 zu verzeichnen, revidiert von 88.000 Stellen. Für den Februar wurde die Zahl von zuvor 268.000 auf 332.000 Jobs revidiert.
Die Arbeitslosenquote sinkt zugleich auf 7,5 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit Dezember 2008.

Wieder einmal zeigt sich damit, dass die Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die jeweils wöchentlich veröffentlicht werden, einen deutlich besseren Indikator darstellt, als die ADP-Daten. Aber das nur nebenbei.
Der langfristige Blick
Und zum Abschluss der Woche noch einmal der langfristige Blick auf die Allzeithochs im DAX und S&P500:

Sie sehen, der DAX ist heute an das Hoch gelaufen, während der S&P500 nun den Ausbruch versucht. Der S&P500 generiert damit ein höchst bullishes Signal für die US-Märkte – insbesondere da der Dow Jones und der Russel 2000 in diesem Jahr ebenfalls schon neue Allzeithochs ausgebildet haben.
Kleiner warnender Hinweis
Die folgenden Worte schreibe ich, da ich in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder auf diesen Ausbruch im S&P500 als das entscheidende Signal hingewiesen haben:
Auch wenn der DAX in der kommenden Woche sein Allzeithoch endgültig knacken wird, der S&P500 weiter steigt und somit viele bullishe Signale ausgebildet werden, bleiben natürlich die Gefahren im Markt bestehen. Es kann jederzeit wieder zu stark fallenden Kursen kommen.
Denken Sie daran, dass es in der Charttechnik immer nur um Wahrscheinlichkeiten geht! Dieser Ausbruch erhöht nur die Wahrscheinlichkeit, dass die Rallys in den Indizes weiter fortgeführt werden – das ist alles. Und wir reden hier von Wahrscheinlichkeiten, die geschätzt im Bereich von 55-70 Prozent liegen (es gibt zu wenige vergleichbare Werte bei sehr großen Seitwärtsbewegungen, um das genauer zu bestimmen). Bleiben Sie also weiter vorsichtig und passen Sie Ihre Positionen entsprechend langsam an die neuen bullishen Signale an.
Sollten die Seitwärtsbewegungen tatsächlich langfristig nach oben verlassen werden, wird sich eine Rally anschließen, die über viele Jahre anhalten wird. Es besteht also kein Grund, jetzt schon ein überhöhtes Risiko einzugehen. Ein charttechnischer Ausbruch ist und bleibt eben nur ein charttechnischer Ausbruch. Die Möglichkeit eines Fehlausbruchs ist dabei nie auszuschließen.
Viele Grüße
Ihr
Jochen Steffens
Eine Methode, die wirklich funktioniert
Seit Monaten konnten Sie im Steffens Daily immer wieder die Treffgenauigkeit der Target-Trend-Methode verfolgen. Die Fachwelt ist ebenso erstaunt über die unglaublichen Ergebnisse, wie auch die privaten Leser des Steffens Daily. Ein Leser schrieb uns:
Sehr geehrter Herr Steffens,
wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen und mitverfolgt hätte, würde ich es selbstverständlich nicht glauben: Ja, Sie haben vor Monaten diese "kuriose" Kursvorhersage gemacht und ich habe sie natürlich nicht geglaubt, dafür aber original miterlebt. Einfach unglaublich, unfassbar, sie ist punktgenau eingetroffen! Und das innerhalb dieses volatilen Hin- und Hergezappels der Kurse (DAX), tja, dass ich das noch miterleben darf ... Hochachtung, allergrößte Hochachtung!!
Ja, es ist wirklich fast unglaublich, wie die Vorhersagen von Jochen Steffens, die er mit Hilfe der Target-Trend-Methode macht, immer wieder punktgenau eintreffen.
Die Target-Trend-Methode ist aber keine dieser abstrusen Geheimformeln, die gewiefte Werbefachleute immer wieder erfinden. Wir haben da selber schon die absurdesten Sachen gelesen. Nein, die Target-Trend-Methode ist eine fundierte wissenschaftliche Methode – genau genommen eine Weiterentwicklung der klassischen Charttechnik - nur wesentlich präziser und aussagekräftiger. So ist es möglich, nicht nur das Kursziel, sondern auch den Zeitpunkt, zu dem das Ziel erreicht wird, vorherzusagen. Die Vorteile liegen wohl auf der Hand. Mit dieser Methode sind Sie allen anderen Anlegern klar überlegen.
Der Stockstreet Premium-Trader arbeitet nach dieser Methode. Präzise Einstiege, präzise Ausstiege und ein Maximum an Gewinnen sind die Folge. Trades mit 29,29% Gewinn (Bechtle), 21,01 % Gewinn (Kabel Deutschland), 20,26 % Gewinn (Baywa) sind nur wenige Beispiele von vielen, vielen Erfolgstrades der letzten Zeit.
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Mit dem Premium-Trader werden Sie zu den Gewinnern an der Börse gehören. Auch als Anfänger, auch nach Feierabend. Traden ganz einfach - 30 Tage gratis!
Ausgabe vom 2. Mai 2013:
Fed kritisiert Fiskal-Politik und EZB senkt die Zinsen
Fed kritisiert Fiskal-Politik und EZB senkt die Zinsen
Fed kritisiert Fiskal-Politik und EZB senkt die Zinsen
von Jochen Steffens
Zuerst in heimische Gefilde: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute tatsächlich den Leitzins um 0,25 Basispunkte auf 0,5 Prozent gesenkt. Mit dieser Nachricht im Rücken konnte der DAX sogar kurz die 8.000er Marke knacken, doch der nachhaltigere Schub kam etwas später aus den USA.
Der Markt reagierte zunächst negativ auf das Statement
Nachdem die US-Indizes auf das Statement der Fed im Anschluss an die gestrige Zinssitzung eher negativ reagierten, scheint heute wieder mehr Hoffnung im Markt zu sein. Dabei entspricht der gesamte Text (sechs Absätze) nahezu vollständig dem Statement vom März. Es wurden lediglich kleine, aber vielleicht wichtige Veränderungen vorgenommen.
Gestrichen wurde der Teilsatz, der Bezug auf das schwache Wachstum von Ende des vorigen Jahres nahm. Aktuell heißt es somit nur noch, dass die wirtschaftliche Aktivität zunimmt. Entsprechend gab es auch beim Thema Arbeitsmarkt eine lediglich graduelle Veränderung: Statt „(erste) Zeichen einer Verbesserung“ wird nun von einer „leichten Verbesserung“ berichtet. Beides ist kaum von Bedeutung.
Die beiden interessanten Änderungen
Einen überraschend klaren Seitenhieb hat die Fed den politischen Querelen zwischen den Demokraten und den Republikanern im Zusammenhang mit der Fiskalpolitik erteilt. Es geht hier um die am 1. Januar in Kraft getretenen Steuererhöhungen und die Ausgabenkürzungen, die am 1. März wirksam wurden. Hieß es in dem vorherigen Statement noch vorsichtig, dass die Fiskalpolitik etwas restriktiver geworden sei ([…] but fiscal policy has become somewhat more restrictive), heißt es jetzt unmissverständlich, dass die Fiskalpolitik das wirtschaftliche Wachstum dämpft ([…] fiscal policy is restraining economic growth).
Doch der vielleicht wichtigste Punkt ist, dass die Fed einen Satz eingefügt hat: “The Committee is prepared to increase or reduce the pace of its purchases to maintain appropriate policy accommodation as the outlook for the labor market or inflation changes.”
Mit anderen Worten: Die Fed ist bereit, die Anleihekäufe zu reduzieren oder zu „verstärken“, um eine dem Ausblick für den Arbeitsmarkt und die Inflation angepasste Geldpolitik zu gewährleisten.
Dieser Satz ist umso interessanter, da bei der letzten Sitzung lediglich über eine Kürzung oder das Ende der Käufe gestritten wurde. Jetzt wird sogar explizit wieder eine Ausweitung der Käufe in Betracht gezogen! Damit reagiert die Fed meines Erachtens auf die gestiegenen Risiken für die US-Wirtschaft, die durch die (aus der Sicht der Fed) politischen Fehler im Zusammenhang mit der Fiskalklippe gemacht wurden.
Märkte reagieren zunächst überrascht negativ
Und so ist es verständlich, dass die Märkte überrascht reagierten. Das führte gestern im späten Handel an den US-Märkten zunächst zu einer verunsicherten Seitwärtsbewegung und im weiteren Verlauf zu fallenden Kursen. Schließlich ist so ein deutlicher Angriff auf die US-Politik für den Notenbankchef Ben Bernanke eher ungewöhnlich. Heute jedoch scheinen die Märkte dies verdaut zu haben und setzen auf die weit geöffneten Geldschleusen.
Auf den ersten Blick unlogisch?
Das ist auf den ersten Blick umso verwunderlicher, da morgen der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht wird. Nach dem bereits gestern veröffentlichten ADP-Bericht sind im privaten Bereich lediglich 119.000 neue Stellen geschaffen wurden, statt wie erwartet 150.000 Stellen. Normalerweise würden Anleger nun eher damit rechnen, dass auch der offizielle Arbeitsmarktbericht am Freitag schlechter ausfällt und verkaufen.
Widersprüchliche Ursachen
Es gibt zwei mögliche Ursachen für den heutigen Kursanstieg der US-Indizes, die sich jedoch widersprechen. Wie die Fed betont, wird sie ihre geldpolitischen Maßnahmen so lange fortführen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent fällt oder aber die Inflation deutlich anzieht. Im Zusammenhang mit den gestrigen Aussagen der Fed wäre ein schwächerer Arbeitsmarkt ein möglicher Grund, dass die Fed die Käufe eher weiter forciert. Das wäre wiederum gut für den Aktienmarkt (kurz- bis mittelfristig), und darauf setzen die Spekulanten.
Es gibt aber eine wesentlich einfachere Erklärung, die aber den zuvor gemachten Aussagen komplett widerspricht. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die heute veröffentlicht wurden, sind mit 324.000 Anträgen deutlich unterhalb der höheren Erwartungen von 345.000 Anträgen geblieben und damit besser ausgefallen, als erwartet.

Nun hatten wir in den vergangenen Monaten gesehen, dass die Erstanträge oft ein besserer Indikator für den US-Arbeitsmarkt sind als die ADP-Daten. Im Diagramm erkennt man eine stark fallende Tendenz in den vergangenen Wochen. Aus diesem Blickwinkel heraus müsste man auf einen besseren US-Arbeitsmarktbericht setzen, das widerspricht dem oben geschriebenen.
Verschiedene Kaufgründe
Interessanterweise kann man den Widerspruch ganz einfach auflösen: Die meist institutionellen Anleger, die eher auf die Fed-Politik achten, werden aus dem erstgenannten Grund kaufen. Die Anleger, die kein tiefergehendes Interesse an volkswirtschaftlichen Theorien haben, vielleicht eher aus dem zweitgenannten Grund. Und so kaufen alle, aus verschiedensten Gründen. Perfekt.
Die entscheidende Marke
Doch aus welchen Motiven auch immer der Anleger investieren oder nicht, wichtig bleiben die am Dienstag hier im Steffens Daily genannten Marken für den S&P500. Gestern ist der S&P500 zunächst einmal an seinem vorangegangenen Hoch gescheitert. Heute versucht er einen erneuten Anlauf. Es bleibt damit weiter höchst spannend.
Viele Grüße
Ihr
Jochen Steffens
Zocken aus Leidenschaft
Es ist der simple Traum eines jeden Anlegers, mit kleinen Einsätzen möglichst hohe Gewinne zu machen. Die Einsätze sollen überschaubar bleiben, die Gewinne sollen aber stark ansteigen, wenn es in die richtige Richtung läuft.
Dafür bieten sich natürlich Hebelprodukte an, besonders der Handel mit sehr hohen Hebeln. So wurden wir von Lesern immer wieder gefragt, ob wir nicht einen Dienst starten können, der eben mit solchen hohen Hebeln arbeitet.
Hoher Hebel erfordert perfekten Einstieg
Das Schwierige dabei ist: Je höher der Hebel, desto perfekter muss der Einstieg gewählt sein. Das ist der eigentliche Punkt, an dem viele Anleger scheitern.
Denn zu schnell ist man bei einem hohen Hebel in einem zweistelligen Verlustbereich. Und davor darf man nicht die Augen verschließen: Je höher der Hebel, desto höher das Risiko! Aber ebenso ist auch die Gewinnmöglichkeit höher.
Mehrere 100 Prozent möglich
Doch hier hilft die Target-Trend-Methode, mit der sich auch der Einstieg perfektionieren lässt. Zudem spricht ein langfristiger Effekt ebenfalls für hohe Hebel: Man kann immer nur den Einsatz, sprich maximal 100 % verlieren. Geht der Trade in die richtige Richtung, können Sie aber mehrere 100 % gewinnen (also ein Vielfaches der investierten Summe) und so unter Umständen entstandene Verluste ausgleichen.
Eine Warnung!!!
Aber eine kleine Warnung sei angefügt: Durch den Handel mit hoch gehebelten Produkten ist – und da besteht kein Zweifel – in KEINEM Fall eine konservative Geldanlage zu ersetzen! Bei solchen Hebeln dürfen Sie lediglich Spielgeld einsetzen – es ist und bleibt Zocken. Bei derart volatilen Märkten, wie wir sie zurzeit erleben, winken natürlich hohe oder sogar sehr hohe Gewinne, es besteht aber auf der anderen Seite auch immer wieder die Gefahr des Totalverlusts!
Zocken aus Leidenschaft
Für diejenigen unter Ihnen, die diese Risiken abschätzen können, haben wir einen Börsenbrief speziell für den Handel mit hoch gehebelten Zertifikaten gestartet:
Der „HEBEL XXL“
und sein Untertitel lautet daher auch:
„Zocken aus Leidenschaft…“
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