Börsen auf Talfahrt / Powell-Rede facht Zinssorgen neu an
Ausgabe vom 29.08.2022 von Stockstreet-Team
Deutsche Aktien tief im Minus
Damit haben die Märkte nicht gerechnet: Die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell machte deutlich, dass der Zinserhöhungszyklus in Amerika noch lang nicht zu Ende ist. Der Währungshüter betonte, dass die Bekämpfung der Inflation das oberste Ziel der Fed sei. Zuletzt lag die Teuerungsrate in den USA bei 8,5 Prozent, das Ziel der Fed liegt bei bis zu zwei Prozent. Demnach konnten den Märkten noch viele weitere Zinserhöhungen bevorstehen. Die Anleger reagierten geschockt, da zuletzt die Hoffnung an der Wall Street aufkam, dass der größte Teil der Zinswende bereits geschafft sei.
Der DAX startete am Montag erneut schwächer in die neue Woche. Aktuell präsentiert sich der Deutsche Aktienindex mit einem Abschlag von 1,5 Prozent bei 12.774 Punkten. Das Minus ist auf extrem negative Vorgaben der US-Börsen am Freitag sowie nachgebende US-Futures am Montag zurückzuführen. Auch die asiatischen Märkte lieferten keine erbaulichen Signale.
Zinssorgen kehren an die Märkte zurück
Jerome Powell hatte am Freitag seine mit Spannung erwartete Rede in Jackson Hole gehalten und dabei für eine kalte Dusche gesorgt. Er sprach von einem langen Kampf gegen die Inflation und bereitete die Märkte auf weitere Zinsanhebungen vor. Zuletzt gab es Spekulationen um weniger aggressive Zinserhöhungen, diese wurden nun mit einem Mal begraben.
Volkswirte teilten anschließend die neuen Erkenntnisse der Powell-Rede mit. So sei die Eindämmung der Inflation aktuell die wichtigste Aufgabe der US-Notenbank. Der amerikanische Leitzins müsse womöglich bis auf das Niveau von 3,5 bis 4,0 Prozent angehoben werden, um die Teuerungsrate einzudämmen. Damit ist auch die Wahrscheinlichkeit für einen großen Zinsschritt im September gestiegen. Auf der nächsten Sitzung der US-Notenbank werden die Währungshüter aller Voraussicht nach eine Zinsanhebung um deutliche 75 Basispunkte vornehmen. Die Wall Street schloss bereits am Freitag mit herben Kursverlusten. Der Dow Jones gab um 3,0 Prozent nach, der Nasdaq 100 schloss sogar um 4,1 Prozent leichter.
Viele Grüße und gute Investments wünscht
Bernd Raschkowski