Wirecard: Allzeithoch als Widerstand
Ausgabe vom 31.08.2016 von Manfred Ries
Von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Am Mittwoch, 31. August 2016, versuchten die Aktien der Wirecard AG an ihre positive Grundtendenz der laufenden Woche anzuknüpfen – zwischen Montag und Mittwoch haben die Wirecard-Aktien zeitweilig um bis zu 6,6 Prozent an Wert gewonnen.
Die Hintergründe. Die britische Investmentbank HSBC hat in einer Aktienstudie vom Mittwoch ihr Target für die Papiere von Wirecard – einem Zahlungsverkehrsabwickler – von bisher 48 Euro auf nun 55 Euro angehoben und dabei ihre Einstufung mit „Buy“ bestätigt. „Im Kerngeschäft ist die Dynamik anhaltend hoch, das starke Umsatzwachstum dürfte sich fortsetzen …“, so Equity-Analyst Antonin Baudry.
Die Charttechnik. Der kräftige Kurseinbruch vom Frühjahr 2016 auf bis zu 29,40 Euro (A) wurde zwischenzeitlich bereinigt und die Aktien notieren mit aktuell 44,37 Euro wieder auf dem Kursniveau zu Jahresbeginn. Zuletzt hat sich der Widerstandsbereich um 42 Euro (B) als harte Hürde erwiesen. Dieser Resistance konnte aber durch die jüngste Impulsbewegung nach oben durchstoßen werden. Der MACD-Trendfolgeindikator bewegt sich im positiven Bereich.
Die Prognose. Der erfolgte Ausbruch nach oben hat das Interesse der Investoren wieder auf die Wirecard-Aktien gelenkt. Doch Achtung: Das Aufwärtspotenzial erscheint Technischen Analysten als begrenzt. Denn bereits im Bereich um 47,60/48,96 Euro (C) wartet der nächste größere Resistance. Erst wenn auch die Marke von 48,96 Euro (= Allzeithoch (D)) durchbrochen wird, ist aus charttechnischer Sicht mit einer Fortsetzung der freundlichen Tendenz zu rechnen. Eine Unterstützung bietet der Bereich um 42 Euro (B).
*) Glossar:
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Resistance: Englischsprachige Bezeichnung für „Widerstand“.
Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.