United Internet: Die Entscheidung naht
Ausgabe vom 17.08.2016 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Aktien der United Internet AG brechen am heutigen Mittwoch, 17. August 2016, um mehr als 4,5 Prozent ein (13:40 Uhr). Damit gehören die Papiere des Internetdienstleisters zu den schwächsten Titeln innerhalb des TecDAX. Was steckt dahinter?
Die Hintergründe. Die Equity-Analysten des Düsseldorfer Bankhauses Lampe haben die Aktien von United Internet herabgestuft von bislang „Kaufen“ auf jetzt „Halten“. Dabei wurde das Target von 55 Euro auf 42 Euro gesenkt. Der Grund: Die Aktienanalysten sehen die Gefahr, dass die United Internet AG ihr Wachstumstempo der vergangenen Jahre nicht halten kann.
Die Charttechnik. Die Aktien der United Internet AG befinden sich seit Herbst 2015 in einem intakten Abwärtstrend. Ausgehend vom Allzeithoch bei 51,94 Euro (Dezember 2015) verlor die Aktie bis Juni 2016 gut 32 Prozent an Wert. Mit aktuellen Kursen um 35,88 Euro notieren die Papiere in einem langfristigen Unterstützungsbereich, der sich von 35,32 Euro bis rund 36,17 Euro erstreckt.
Die Prognose. Die Aussichten auf eine plötzliche Trendwende nach oben stehen nicht gut. Weder die Kerzenformationen noch die 200-Tagelinie oder der MACD-Trendfolgeindikator auf Wochenbasis verheißen eine positive Zukunft. Die kommenden Tage entscheiden über die weitere Kursentwicklung: Kommt es zu einem Fall unter die Marke von 35,32 Euro, so dürfte sich die Abwärtsbewegung sogar noch verstärken. Hoffnung auf eine Bodenbildung würde sich bei Notierungen oberhalb von 36,17 Euro einstellen.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage wiederspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Candle: s. „Kerze“
Equity: Englischsprachige Bezeichnung für „Aktie“. Eine andere englischsprachige Bezeichnung für Aktie ist (Stock)Share.
Kerze („Candle“): Bildet innerhalb der Kerzenchartanalyse (Candlestick-Chartanalyse) die Kursdaten (Eröffnungs-, Hoch-, Tiefst-, Schlusskurs) einer Handelsperiode ab. Kerzencharts beinhalten damit wesentlich mehr Kursinformationen als herkömmliche Liniencharts.
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.