Steinhoff: Vom Versuch einer Bodenbildung
Ausgabe vom 29.11.2017 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Mit einem Plus von 3,2 Prozent stemmen sich die Aktien der Steinhoff NV am heutigen Mittwoch, 29. November, auf die Outperformer-Liste im MDAX. Kurs aktuell: 3,47 Euro (29.11.2017; 12:30 Uhr).
Die Hintergründe. Die Analysten der Deutschen Bank haben ihre Einstufung für die Anteilsscheine von Steinhoff – vor der Geschäftsjahresbilanz – mit dem Rating „Hold“ bestätigt. „Der Fokus dürfte auf dem Barmittelzufluss und dem Abschneiden im US-Geschäft liegen“, so die Analysten.
Das Unternehmen. Die Steinhoff International Holdings NV ist ein im MDAX notierter weltweit tätiger Möbelkonzern mit Sitz in Amsterdam.
Die Charttechnik. Der Chart von Steinhoff ist relativ jungfräulich und reicht bis Anfang 2016 zurück. Nach einem ersten Höhenflug ging es zuletzt bis auf 3,03 Euro abwärts, wo ein Weekly Candle mit langem unterem Schatten von einer Bodenbildung schwärmt. Diese kam letztlich auch und hob die Notierungen zuletzt bis auf 3,52 Euro nach oben. Der MACD-Indikator auf wöchentlicher Betrachtungsweise ist derzeit negativ zu bewerten. Der langfristige Abwärtstrendkanal (A) ist intakt. Der nächste Widerstand wartet um 3,50 Euro; die nächste Unterstützung bei 3,23 Euro.
Die Prognose. Der Abwärtstrend ist vorherrschend und intakt; davon zeugt auch der fallende MA(200) (C). Gleichwohl könnte sich die begonnene Kurserholung kurzfristig fortsetzen. Ob diese jedoch bis an den Widerstand bei vier Euro reicht, ist mehr als fraglich. Die laufende Handelswoche präsentiert sich stark; ein Break out über die 3,50er-Marke erscheint kurzfristig möglich. Dies würde ein Kurspotenzial von zunächst 3,70 / 3,80 Euro eröffnen. Erst Notierungen oberhalb dieser Marke würden ein längerfristig ausgelegtes Long-Investment rechtfertigen. Fällt der Kurs unter 3,23 Euro, so würden weitere Verluste bis an die Marke bei 3,02 Euro drohen.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Candle: s. „Kerze“
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Hold: Englisch für „Halten“.
Kerze („Candle“): Bildet innerhalb der Kerzenchartanalyse (Candlestick-Chartanalyse) die Kursdaten (Eröffnungs-, Hoch-, Tiefst-, Schlusskurs) einer Handelsperiode ab. Kerzencharts beinhalten damit wesentlich mehr Kursinformationen als herkömmliche Liniencharts.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.