Siemens: Noch kein echter Ausbruch
Ausgabe vom 27.08.2016 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Aktien der Siemens AG überzeugen mit einer eindrucksvollen Performance: Alleine seit Jahresbeginn („YtD“) haben die Titel bis zu 23 Prozent an Wert gewonnen. In der Vorwoche markierte die Siemens-Aktie mit 108,70 Euro ein neues temporäres Hoch.
Die Hintergründe. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für die Siemens-Aktien mit „Buy“ bestätigt bei einem Kursziel von 109 Euro. Diese Einschätzung erfolgte am Donnerstag, 25. August 2016. Grund hierfür war eine neue Studie zur europäischen Investitionsgüterbranche.
Die Charttechnik. „Siemens mit Ausbruch nach oben …“, so hieß es jüngst in einem Internet-Diskussionsforum. Wirklich? Auch wenn die charttechnische Ausgangslage im kurzfristigen Zeitfenster überzeugt: Von einem nachhaltigen Break out nach oben ist der Siemens-Aktienkurs noch immer ein Stück entfernt. Dies offenbart ein Blick auf den Monatschart, der einen langfristigen Betrachtungszeitraum erlaubt. Demnach besteht auch heute noch ein Widerstand bei 112,10 Euro, der auf das Jahreshoch von 2007 zurückgeht. Damit notieren die Siemens-Papiere aktuell noch immer in einem Widerstandsbereich. Das Allzeithoch fand sich im März 2000 bei 130,27 Euro. Man sieht: Es lohnt sich, auch langfristige Charts zu beäugen.
Die Prognose. Jetzt gilt es, den Widerstand bei 112,10 Euro zu durchbrechen! Sollte dies gelingen, würde sich ein Target von 130,27 Euro (Allzeithoch) eröffnen. Nach dem kräftigen Kursschub seit Anfang August (+11%) würde jedoch eine Konsolidierung/Korrektur nicht überraschen, schließlich notiert die Siemens-Aktie derzeit 17 Prozent oberhalb seiner durchschnittlichen Kurse der vergangenen neun Monate (entspricht in etwa der 200-Tagelinie im Tageschart). Dies ist als leicht überkaufter Bereich zu bewerten – siehe Disparity Index (DIX) unterhalb des Monatscharts. Langfristig erscheint der Aktienkurs bei Notierungen um 77,91 Euro als gut unterstützt.
*) Glossar:
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Disparity Index (DIX): Beschreibt den prozentualen Abstand zwischen dem Kurs und seinem gleitenden Durchschnitt. Ein DIX mit der Einstellung "9" im Monatschart zeigt demnach den prozentualen Abstand zwischen Kurs und seiner 9-Monats-Durchschnittslinie (entspricht in etwa der 200-Tagelinie im Tageschart).
Monatschart: Die Betrachtungsweise basiert auf monatlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Monatsschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten des betrachteten Monats ab: Monatseröffnung und -schlusskurs; Monatshoch und -tief.
Target: Englisch für „Kursziel“.
YtD (YTD): Abkürzung für den englischsprachigen Begriff Year-to-date und bezeichnet – im Bereich der Finanzwirtschaft – den Zeitraum seit Beginn des Jahres bis zum aktuellen Betrachtungszeitpunkt.