Netflix: Kommt der große Ausbruch?
Ausgabe vom 17.12.2019 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs von Netflix steigt am Dienstag in New York auf 315,48 US-Dollar (Schlusskurs). Damit gewinnen die Titel am Dienstag, 17. Dezember, 3,7 Prozent an Wert.
Die Charttechnik. Der Aktienkurs befindet sich in einem intakten Aufwärtstrend (B), der Anfang Oktober begann. Dies brachte den Titel zuletzt bis an seinen Widerstand ~317 US-Dollar (A) heran. Die nächste Unterstützung findet sich im Bereich ~ 292 / 300 US-Dollar. Die letzte Wochenkerze im obigen Chart zeigt die Kursentwicklung seit Montag auf und zeugt von der kraftvollen Wochenperformance.
Die Hintergründe. Netflix veröffentlichte in der laufenden Woche erstmals detaillierte Kundenzahlen. Das gefällt den Investoren. Während sich das Wachstum im Heimatmarkt eher verlangsamt, wächst der internationale Markt.
Die Company. Die Netflix Inc. ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das sich mit dem kostenpflichtigen Streaming und der Produktion von Filmen und Serien beschäftigt. Die Firmenzentrale befindet sich in Kalifornien (USA).
Die Prognose. Die letzte Wochenkerze ist mit ihrem großen weißen Körper positiv zu bewerten. Ein Ausbruch über die 200-Tagelinie (C) bei derzeit 326,25 USD-Dollar wäre als starkes Kaufsignal zu bewerten. Zuvor jedoch gilt es noch, das Oktoberhoch bei 317 US-Dollar nach oben zu durchstoßen. Das nachfolgende Kursziel veranschlagen wir auf ~350 US-Dollar. Der Stochastik-Indikator signalisiert allerdings eine leicht überkaufte Marktsituation. Dies könnte den Seitwärtstrend zwischen 292 / 316 US-Dollar noch etwas andauern lassen. Auf der Unterseite gilt es indes, den Support bei 292 US-Dollar im Auge zu behalten.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Candle: s. „Kerze“
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Kerze („Candle“): Bildet innerhalb der Kerzenchartanalyse (Candlestick-Chartanalyse) die Kursdaten (Eröffnungs-, Hoch-, Tiefst-, Schlusskurs) einer Handelsperiode ab. Kerzencharts beinhalten damit wesentlich mehr Kursinformationen als herkömmliche Liniencharts.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Slow-Stochastik-Indikator: Der Indikator (Oszillator) hilft gerade in Seitwärtsbewegungen beim Aufspüren von Umkehrpunkten. Stochastik-Werte oberhalb der 80er-Linie deuten auf eine überkaufte Marktsituation hin; Stochastik-Werte unterhalb der 20er-Linie auf eine überverkaufte Situation. Handelssignale ergeben sich durch die Schnittpunkte der beiden Linien.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.