Nemetschek: Aufwärtstrend in Gefahr
Ausgabe vom 02.09.2022 von Manfred Ries

Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der Nemetschek SE präsentiert sich am letzten Handelstag der Woche fest. Zuvor kam es am Donnerstag zu einem Kursrückschlag um 5,3 Prozent auf 55,78 EUR. Die Nemetschek-Aktie am Freitag, 2. September 2022 (16:35 Uhr) an der Heimatbörse in Frankfurt (Xetra): 57,30 EUR (+2,7%).
Die Hintergründe. Die Company hat Geschäftszahlen veröffentlicht. Daraufhin haben die Analysten von Deutsche Bank Research ihr Kursziel für Nemetschek von bislang 90 EUR auf jetzt 75 EUR gesenkt und ihre Einschätzung mit „Halten“ bekräftigt. „Mit den Ergebnissen des Softwarespezialisten kann man rundum zufrieden sein“, so die Analysten nach Vorlage des Quartalsberichts.
Die Company. Die Nemetschek SE ist ein vom Bauingenieur Georg Nemetschek gegründeter Konzern mit Firmensitz in München. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet Softwareprodukte für Architekten, Ingenieure und die Bauindustrie. Das seit 1999 börsengelistete und im MDAX und TecDAX notierte Unternehmen erzielte 2021 einen Umsatz in Höhe von 681,5 Mio. EUR bei einem Ebitda von 222,0 Mio. EUR.
Die Charttechnik. Vorab: Der langfristige Aufwärtstrend (A) ist (noch) intakt – doch er wankt! Der Handelsmonat August zeigte sich sehr schwach und ein versuchter Break out über den MA(200) verlief im Sande. Mehr noch: die abwärts verlaufende 200-Tagelinie zeugt von einem bestehenden Abwärtstrend in der mittelfristigen Zeitbetrachtung.
Die Prognose. Aufwärtstrend gegen Abwärtstrend: wer gewinnt? Der Aufwärtstrend (A) lässt sich bis ins Jahr 2017 zurückverfolgen; die Schwächephase im MA(200) setzte hingegen erst im vergangenen April ein (roter Pfeil) und spricht damit vom mittelfristigen Trend. Wichtig wäre jetzt ein zeitnahes Comeback der Kurse, so dass die Aufwärtstrendlinie signifikant zurückerobert werden könnte. Anderenfalls nämlich bestünde die Gefahr eines weiteren Kursrückschlags bis in den Bereich ~50,95 EUR. Für eine positive Kursbewegung spräche zumindest der Slow-Stochastik-Indikator, der von einer überverkauften Marktsituation zeugt. Dies alleine für sich betrachtet erzeugt aber noch kein Long-Signal.
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Der Autor: Manfred Ries begann 1984 seine Bankausbildung – der Einstieg ins Börsengeschäft. Dem folgten Tätigkeiten als Privatkundenberater und im Devisenhandel einer Großbank. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte er bei einem namhaften Anlegermagazin ein Volontariat als Wirtschaftsjournalist und war lange Jahre als Redakteur in leitenden Positionen tätig. Seit vielen Jahren schon analysiert und schreibt Manfred Ries für Stockstreet.de als Chefredakteur der Online-Rubrik Chart-Analysen sowie als Autor des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader©.