Lufthansa-Aktie: Vor fettem Kaufsignal?
Ausgabe vom 28.05.2020 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der Deutsche Lufthansa AG steigt am Donnerstag kräftig an. Damit setzt sich der positive Trend der jüngsten Vergangenheit fort. Schlusskurs am Donnerstag, 28. Mai 2020: 9,77 Euro (+5,4%).
Die Charttechnik. Die Notierungen stoßen jetzt auf eine bedeutsame Widerstandslinie zu. Achtung: Ein nachhaltiger Break out über die Marke von 10,00 Euro würde ein Kaufsignal generieren! Das Tageshoch vom Donnerstag lag bereits bei 9,80 Euro. Auch der MACD-Indikator auf Wochenbasis könnte zeitnah ein "Kaufen" ausrufen. Die 200-Tagelinie zeigt zwar noch abwärts und gilt damit als Widersand nach oben. Doch angesichts der Tatsache, dass diese Durchschnittskurve um 13 Euro verläuft, brauchen Anleger vor dieser Trendlinie derzeit keine Angst zu haben.
Die Hintergründe. Die Lufthansa-Aktie hat im Rahmen der Corona-Krise viel verloren: Anfang 2018 kostete eine Aktie des „Kranichs“ noch 31,26 Euro. Der Hilfsfonds für die Lufthansa treibt die Kurse derzeit an – aber auch die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Reisebeschränkungen.
Die Prognose. Die Titel befinden sich in der Phase einer größeren Bodenbildung, die im Bereich um sieben Euro ihren Anfang nahm. Seither konnte der Titel viel verlorene Höhenmeter wettmachen und mit aktuellen Kursen um 9,70 Euro kostet eine Aktie wieder so viel wie letztmalig im März. Auch wenn Widerstände den Weg nach oben versperren, so überzeugt doch die Kursstärke der jüngsten Vergangenheit. Eine Fortsetzung des positiven Trends erscheint wahrscheinlich.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Bulle: Er steht im Börsenjargon für die Aufwärtsbewegung. Herleitung: Der Bulle stößt mit seinen
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.
Autor: Manfred Ries ist Chefredakteur des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader, eine Publikation aus dem Hause Stockstreet.
Weitere Infos unter: www.stockstreet.de/optionsscheine-expert-trader-aktuell