Heidelberger Druck: Noch alles in Ordnung
Ausgabe vom 29.06.2017 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Aktien der Heidelberger Druckmaschinen AG stehen derzeit unter Druck – im wahrsten Sinne des Wortes: Seit Wochenbeginn ist der Kurs um 9,5 Prozent eingebrochen. Kurs am Donnerstag, 29. Juni 2017 (11:15 Uhr): 2,66 Euro. Wer oder was zeichnet verantwortlich für den Kurseinbruch?
Die Hintergründe. Auslöser für den Abgabedruck war offenbar eine Verkaufsempfehlung durch Hauck & Aufhäuser vom vergangenen Mittwoch, 28. Juni mit einem Kursziel von 2,40 Euro. Andererseits sprach sich die Investmentbank Equinet taggleich für ein „Buy“ aus bei einem Target von 3,50 Euro. Fazit: Wenn zwei Fundis sich streiten, so freut sich der Charti – und damit zur …
…Charttechnik. Die Aktiennotierung zeigt sich seit Jahren bereits als höchst volatil. Da lohnt es sich, einen Blick auf den längerfristigen Wochenchart zu werfen, der kurzfristige Schwankungen ausblendet. Die Sicht wird klarer. Gerade auch für den langfristigen Aufwärtstrend (A), der seit Anfang 2016 besteht. Dem jüngsten Kurseinbruch ging eine Hausse bis auf knapp drei Euro voraus. Seither korrigiert die Aktie von Heidelberger Druck und hat am Donnerstag sogar den Support bei 2,69 Euro (B) nach unten durchbrochen.
Die Prognose. Angesichts der vorausgegangenen Hausse relativiert sich der jüngste Kurseinbruch. Dieser jedoch könnte sich noch bis an die Aufwärtstrendlinie (A) fortsetzen – sie verläuft bei derzeit rund 2,47 Euro. Diese Kursmarke wird zudem vom ansteigenden Verlauf der 200-Tagelinie begleitet. Spätestens am bisherigen Jahrestief bei 2,23 Euro sollte ein möglicher Kurseinbruch beendet werden, sonst würde ein Rückschlag bis in den Support-Bereich um zwei Euro drohen. Auf der Oberseite gelten die Kursmarken von 3,00 Euro und 3,16 Euro als Widerstände.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Hausse: Englischsprachige Bezeichnung für einen nachhaltigen Aufwärtstrend.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.