GEA Group AG: Die 200-Tagelinie im Visier
Ausgabe vom 15.05.2020 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der GEA Group AG gehörte zum Wochenausklang hin zum unangefochtenen Outperformer im MDAX. Schlusskurs am Freitag, 15. Mai 2020: 23,49 Euro (+10,1%).
Die Hintergründe. Der Anlagebauer hat Geschäftszahlen fürs 1. Quartal 2020 veröffentlicht. Diese fielen besser aus, als vom Markt erwartet. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat daraufhin ihre Einstufung für die Papiere der GEA Group mit „Kaufen“ bestätigt bei einem Kursziel von 25 Euro glatt. „Der Anlagenbauer ist hervorragend in ein schwieriges Jahr gestartet“, so die Analysten. schrieb Analyst Hans-Joachim Heimbürger in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die Papiere stehen auf Auswahlliste der Investmentbank für Deutschland
Die Charttechnik. Die Kurse legen ein bezauberndes Chartbild hin: Ausgehend vom Märztief bei 13,16 Euro sind die Papiere bis auf 24 Euro geklettert. Mit dem heutigen Plus gelang ein signifikanter Sprung über den Widerstandsbereich um 22 Euro. Diesem Break out ging eine Seitwärtsbewegung einher, die sich über mehr als fünf Wochen erstreckte.
Die Prognose. Das Chartbild präsentiert sich höchst konstruktiv und der MACD-Indikator ist knapp davor, ein Kaufsignal zu generieren. Dies dürfte weitere Käufer auf den Plan rufen. Jetzt aber wartet im Bereich um 24,71 / 25,50 Euro ein Widerstandsbereich nach oben. Dort verläuft auch die 200-Tagelinie. Mit Gewinnmitnahmen an dieser Hürde muss gerechnet werden. Ein Sprung über die 200-Tagelinie indes wäre ein Kaufsignal. Kurse unterhalb von 19,55 Euro (Unterstützung) wären hingegen negativ zu bewerten.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.