Freenet: Ein Fall für (Day)Trader
Ausgabe vom 22.05.2018 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Aktien von Freenet sind in der vergangenen Woche um 7,3 Prozent eingebrochen. Auch wenn es aktuell zu einer (kleineren) Stabilisierung kommt: Der Kurseinbruch hat charttechnisch viel zerstört. Notierung am 22. Mai 2018 (11:00 Uhr): 24,99 Euro.
Die Fundamentals. Die fundamentalen Kursziele der Aktienanalysten schwanken derzeit zwischen 32,50 Euro (Hauck & Aufhäuser vom 7.5.18) und 21 Euro (Goldman Sachs vom 10.5.18). Tappen die Fundis etwa im Dunkeln? Wie gut, dass es sie gibt, ...
...die Charttechnik. Und dort nähert sich der Aktienkurs des im TecDAX notierten Telekommunikationsunternehmens derzeit seiner Unterstützung um 24 Euro (B) an. Ob es hier zu einer Kehrtwende nach oben kommen wird, muss sich zeigen. Der MA(200) (A) zeigt abwärts und auch der MACD-Indikator auf wöchentlicher Betrachtungsweise (D) geben keine Entwarnung.
Die Prognose. Die Notierungen stehen unter Druck; eine Entspannung zeichnet sich derzeit nicht ab. Das Papier notiert zwischen 23,88 Euro (Unterstützung) und 26,78 Euro (Widerstand). Damit eignen sich die Anteilsscheine allenfalls für kurzfristig orientierte (Day)Trader. Bei anhaltender Kursschwäche sollten Investoren die 23,88er-Linie im Auge behalten: Ein Durchbruch nach unten könnte den Verkaufsdruck verstärken mit einem nachfolgenden Kursziel von dann 22,20 Euro.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Candle: s. „Kerze“
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.