Fraport AG: Das Chartbild trübt sich ein
Ausgabe vom 30.06.2022 von Manfred Ries
Von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der Fraport AG präsente sich am Mittwoch extrem schwach – die Kurse sind um 6,9 Prozent eingebrochen! Damit führte Fraport die Liste der Verlierer innerhalb des MDAX an. Am Donnerstag setzt sich die Schwäche fort. Die Fraport-Aktie am Donnerstag, 30. Juni 2022 (11 Uhr) an der Börse in Frankfurt: 42,05 EUR (+3,1%).
Die Hintergründe. Aktuelle Verzögerungen im Betriebsablauf und vereinzelte Flugausfälle an deutschen Flughäfen lasten auf den Kursen des international tätigen deutschen Flughafen-Dienstleisters.
Die Charttechnik. Mit Kursen ~42 EUR kostet eine Fraport-Aktie wieder so viel, wie letztmalig zu Jahresbeginn 2021 – und so viel wie im März 2020 beim Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie. Jetzt aber wird es interessant: im Bereich ~40 EUR nämlich stoßen die Kurse in einen längerfristigen Unterstützungsbereich (grün schraffiert). Die Indikatoren-Analyse fällt negativ aus; dies sowohl mit Blick auf den MACD-Trendfolgeindikator wie auch mit Blick auf den Slow-Stochastik. Der MA(200) dreht abwärts und unterstreicht die negative Kurstendenz des Fraport-Papieres.
Die Prognose. Ungeachtet allen fundamentalen Bewertungskriterien trübt sich das charttechnische Bild bei der Fraport-Aktie ein. Die Wahrscheinlichkeit für eine kurzfristige Verstärkung des Abwärtstrends stufen wir höher ein als die Chance auf ein plötzliches Comeback nach oben. Selbst eine „Zurückeroberung“ der 50er-Preislinie würde unserer Ansicht nach keine nachhaltige Trendwende nach oben einläuten. Ein Break unter die 41,70er-Preismarke wäre negativ zu bewerten. Fraport: Derzeit insbesondere als kurzzeitiges Trading-Vehikel geeignet.
Die Strategie. Der Optionsscheine Expert Trader© verfolgt regelmäßig die Kurse der MDAX-Einzelwerte und spricht bei Bedarf konkrete Kauf- und Verkaufsanregungen aus, die Leser des Optionsscheine Expert Trader© unmittelbar umsetzen können. Damit wird ein transparentes Trading gewährleistet. Seit der ersten Ausgabe des Optionsscheine Expert Trader© im Oktober 2019 weisen ~90% der abgeschlossenen Positionen einen Gewinn aus. www.stockstreet.de/optionsscheine-expert-trader-aktuell
Der Autor: Manfred Ries begann 1984 seine Bankausbildung – der Einstieg ins Börsengeschäft. Dem folgten Tätigkeiten als Privatkundenberater und im Devisenhandel einer Großbank. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte er bei einem namhaften Anlegermagazin ein Volontariat als Wirtschaftsjournalist und war lange Jahre als Redakteur in leitenden Positionen tätig. Seit vielen Jahren schon analysiert und schreibt Manfred Ries für Stockstreet.de als Chefredakteur der Online-Rubrik Chart-Analysen sowie als Autor des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader©.
*) Glossar:
200-Tagelinie (MA(200)): Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Disparity Indikator (DIX): Beschreibt den prozentualen Abstand zwischen dem Kurs und seinem gleitenden Durchschnitt. Ein DIX mit der Einstellung "28" im Wochenchart zeigt demnach den prozentualen Abstand zwischen Kurs und seiner 28-Wochen-Durchschnittslinie (entspricht in etwa der 155-Tagelinie im Tageschart).
Slow-Stochastik-Indikator: Der Indikator (Oszillator) hilft gerade in Seitwärtsbewegungen beim Aufspüren von Umkehrpunkten. Stochastik-Werte oberhalb der 80er-Linie deuten auf eine überkaufte Marktsituation hin; Stochastik-Werte unterhalb der 20er-Linie auf eine überverkaufte Situation. Handelssignale ergeben sich durch die Schnittpunkte der beiden Linien.