Evotec: Der Crash dauert an
Ausgabe vom 15.11.2017 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Die Aktien der Evotec AG geben in der laufenden Handelswoche um mehr als 13 Prozent ab. Dabei wurde eine wichtige Unterstützung nach unten durchbrochen. Kurs am Mittwoch, 15. November 2017 (11:30 Uhr): 13,08 Euro (-3,5%).
Die Charttechnik. Jetzt muss die 200-Tagelinie (B) halten! Der Schwächeanfall bei der Evotec-Aktie geht bereits in die siebte Woche. Ausgehend vom bisherigen Allzeithoch bei 22,50 Euro (4.10.17) hat sich der Aktienkurs damit um bis zu 40 Prozent verbilligt. Dabei wurde der Aufwärtstrendkanal (A) nach unten durchbrochen – ein ernstes Warnsignal! Zudem hat der MACD-Indikator auf Weekly-Basis bereits vor zwei Wochen ein Verkaufssignal (C) generiert.
Die Hintergründe. Die Analysten der Deutschen Bank haben die Titel von Evotec – nach Zahlen zum dritten Quartal – bereits am 9. November auf „Hold“ belassen mit einem Target von 17 Euro glatt. „Das Biotechnologieunternehmen hat sich ordentlich geschlagen und den Ausblick bestätigt“, so die Equity-Analysten.
Die Prognose. Absturz oder Comeback-Potenzial? Noch ist es nicht entschieden. Derzeit liegen die Notierungen im Bereich ihres MA(200), der kurzfristig als Unterstützung dienen sollte. Im Rahmen schwacher Gesamtmärkte sollte jedoch auch der Abgabedruck bei der Evotec-Aktie andauern. Eine größere Unterstützung findet sich um 12,15 Euro.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Equity: Englischsprachige Bezeichnung für „Aktie“. Eine andere englischsprachige Bezeichnung für Aktie ist (Stock)Share.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.