eBay: Warum der Titel aussichtsreich bleibt
Ausgabe vom 09.06.2020 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs von eBay geht leicht schwächer aus dem Markt – Gewinnmitnahmen drückten am Montag den Aktienkurs, entgegen einer positiven Grundstimmung an den US-Börsen, nach unten. Schlusskurs am Montag, 8. Juni 2020: 48,72 US-Dollar (-0,2%).
Die Charttechnik. Der Aktienchart von eBay beeindruckt durch einen großen Doppelboden um 26 US-Dollar. Seither haben sich die Papiere bis auf 51,88 US-Dollar erholen können; dort lag das bisherige Monatshoch. Oben: Der Monatschart. Dieser erlaubt einen langfristigen Einblick in das Trendverhalten. Die 200-Tagelinie strebt nach Norden, während der MACD-Trendfolgeindikator als »neutral« einzustufen ist.
Die Hintergründe. Beflügelt durch eine Zunahme des Onlinegeschäfts während der Quarantänezeit stiegen die Notierungen der eBay-Aktie in den vergangenen drei Monaten kräftig an. Online-Versandhändler zählen zu den Gewinnern der Corona-Krise.
Die Prognose. Die Ausgangslage bei eBay sieht sehr konstruktiv aus. Dies eröffnet insbesondere der abgebildete Monatschart, der einen großen Zeitraum umfasst. Positiv ist zu beurteilen, dass die Titel im laufenden Monat bereits ein neues Allzeithoch markiert haben. Damit wurde der bisherige Widerstand bei 46,99 US-Dollar überwunden und ein Kaufsignal generiert. Aufgrund der kraftvollen Aufwärtsbewegung der vergangenen drei Monate (~+100%!) wäre eine Konsolidierung zwischen 47 / 52 US-Dollar nicht überraschend. Ein nachfolgender Ausbruch über 51,88 US-Dollar wäre ein weiteres Kaufsignal. Im Rahmen einer Korrektur sollte die Kursmarke um 38,34 US-Dollar nach Möglichkeit nicht mehr unterschritten werden.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Monatschart: Die Betrachtungsweise basiert auf monatlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Monatsschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten des betrachteten Monats ab: Monatseröffnung und -schlusskurs; Monatshoch und -tief.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Autor: Manfred Ries ist Chefredakteur des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader, eine Publikation aus dem Hause Stockstreet.
Weitere Infos unter: www.stockstreet.de/optionsscheine-expert-trader-aktuell