Deutsche Bank: Auf historischem Tief
Ausgabe vom 22.05.2019 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der Deutschen Bank AG hat am Mittwoch ein historisches Tief markiert. Schlusskurs am Mittwoch, 23. Mai 2019: 6,62 Euro (-1,4%).
Die Charttechnik. „Angeschlagen“ – dieses Wort wird der katastrophalen Aktienkursentwicklung nicht gerade. „Furchtbar“ trifft die Entwicklung schon eher. Zur Erinnerung: Im Mai 2007 kostete eine Aktie der Deutschen Bank noch stolze 105,77 Euro. Damit hat der Titel in zwölf Jahren 93 Prozent an Wert verloren, beziehungsweise 7,8 Prozent pro Jahr. Mit dem Schlusskurs vom Mittwoch, der unterhalb des 2018er-Tiefs (A) lag, wurde jetzt sogar ein historisch niedriges Kursniveau besiegelt. Diese Entwicklung zeigt einmal mehr die Notwendigkeit, als Anleger eine Stop-Loss-Strategie zu beherzigen:
Die Fundamentals. Die Analysten der schweizerischen UBS haben ihre Einschätzung für die Aktien der Deutschen Bank in der laufenden Handelswoche von bislang „neutral“ auf jetzt „sell“ korrigiert, ihr Kursziel von 7,80 auf nur noch 5,70 Euro gesenkt und die Schätzungen für den Gewinn je Aktie (EpS) für 2020 bis 2022 um bis zu 25 Prozent gesenkt – „der Gegenwind für das Kreditinstitut hält an…“, glauben die UBS-Banker.
Die Prognose. Das historische Tief riecht sehr nach weiter fallenden Notierungen! Der Dividendenabschlag wird am Freitag den Kurs zusätzlich um 0,11 Euro belasten. Der Aktienkurs notierte am Mitttwoch 18 Prozent unterhalb seines gleitenden Durchschnitts; dies geht aus dem DIX-Indikator (Grafik unterhalb des Tagescharts) hervor. Rückblickend betrachtet ist das ein Wert, der von noch keiner überverkauften Marktsituation spricht. Ein Long-Engagement drängt sich vor diesem Hintergrund nicht auf. Eine Kurszielbestimmung fällt schwer, doch könnte sich an der nächsten runden Euromarke (= 6,00 Euro) eine mögliche Stabilisierung einstellen – mit der Chance auf einen weiteren Durchbruch nach: unten!