Bayer: Jetzt kommt es auf den MA(200) an
Ausgabe vom 24.01.2018 von Manfred Ries
Die Ausgangslage. Ausgesprochen fest präsentieren sich die Aktien der Bayer AG in der laufenden Handelswoche. Dabei stiegen die Anteilsscheine am Dienstag um 1,5 Prozent bei verhältnismäßig hohen Umsätzen, bevor die allgemeine Marktschwäche vom Mittwoch die Aktien unter Druck setzten. Schlusskurs am Mittwoch, 24. Januar 2018: 107,82 Euro (-1,3%).
Die Hintergründe. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Einstufung für die Bayer-Aktie – nach Quartalszahlen von Johnson & Johnson – mit „Buy“ bestätigt bei einem Kursziel von 125 Euro. „Die Kennziffern des US-Gesundheitskonzerns lassen leicht positive Rückschlüsse auf den deutschen Pharmakonzern zu …“, so die Analysten am vergangenen Dienstag, 23. Januar.
Die Charttechnik. Der Aktienkurs von Bayer versucht im Bereich um 103,66 Euro einen Boden auszubilden. Diese Marke hat bereits im Frühjahr/Sommer 2017 als Support gehalten. Andererseits wartet mit der bereits leicht fallenden 200-Tagelinie (A) bei 111,54 Euro ein Widerstand nach oben, der durch den horizontalen Resistance bei 110,05 Euro (B) verstärkt wird. Hier scheiterte der Kurs am Mittwoch. Gleichwohl markierte dieser Tag das bisherige Wochenhoch bei 110,22 Euro.
Die Prognose. Aktuell zeigt sich der Bayerkurs eingekesselt zwischen Widerstand (111,54 Euro) und Unterstützung (99/100 Euro). Der Wochenstart überzeugte mit Stärke. Doch ob es zu einem Break out über den MA(200) reicht, ist noch nicht entschieden. Der MACD-Indikator auf wöchentlicher Kursbasis schickt sich an, ein Kaufsignal (C) zu generieren. Aber auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Kurse oberhalb des MA(200) wären als Befreiungsschlag zu werten und würde Luft bis in den Bereich um 118/120 Euro eröffnen.
*) Glossar:
200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.
Buy: Englisch für „Kaufen“.
Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.
MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).
MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.
Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.
Resistance: Englischsprachige Bezeichnung für „Widerstand“.
Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.
Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.