Palladium-Preis bricht ein: Warum der Ausblick negativ bleibt
Ausgabe vom 08.12.2023 von Manfred Ries

Freitag, 8. Dezember 2023
Liebe Leserinnen und Leser,
was gibt’s Neues in/aus der Welt der Rohstoffe, Emerging Markets und Devisen? Aktuell im Fokus der Investoren: die Edelmetalle.
Heute gilt mein Blick erneut dem Basiswert Palladium. Der Rohstoff nämlich steht auch weiterhin unter starkem Abgabedruck. Dabei wurde zu Wochenbeginn eine wichtige Schlüsselmarke nach unten Durchbrochen. Eine Unze Palladium kostet am Freitag, 8. Dezember 2023 (17:15 Uhr MEZ) 949,07 USD (-2,7%).
Der Rohstoff
Palladium ist ein glänzendes Edelmetall und ist heller als Silber. Der größte Nachfragetreiber ist die Automobilindustrie, wo es insbesondere für Katalysatoren verwendet wird. Palladium gilt als härter und zäher als Platin. Gleichzeitig hat es aber einen sehr geringen Schmelzpunkt und lässt sich damit relativ gut verarbeiten.
Zum Hintergrund
Russland zählt, neben Südafrika, zu den größten Produzenten von Palladium. Sanktionsmaßnahmen gegen Russland haben den Palladium-Preis Anfang März 2022 bis auf 3435 USD getrieben. Zwischenzeitlich jedoch kostet eine Unze Palladium wieder so viel / so wenig, wie letztmalig im Jahr 2018. Die Analysten des Commerzbank Research sehen den Markt für Palladium auch in den kommenden Jahren – aufgrund der geringen Nachfrage seitens der Automobilindustrie – perspektivisch vor einem strukturellen Überangebot.
Die Ausgangslage
Oben abgebildet: der Langfristchart des Palladium-Preises auf Monatsbasis. Dabei symbolisiert jede Kerze den Kursverlauf eines Handelsmonats. Das letzte Candle im Chartbild zeigt also die Preisbewegung seit Anfang Dezember – und zeugt damit vom weiterhin starken Preisverfall des Metalls. Dabei wurde zu Monatsbeginn die psychologisch bedeutsame Schlüsselmarke von 1000 USD nach unten durchbrochen. Das bisherige Monatstief lag bei 927,20 USD (5.12.23). Deutlich zu erkennen: die stark fallende 200-Tagelinie, die das übergeordnete Trendverhalten des Palladium-Preises aufzeigt: und dieser Trend verläuft bereits seit mehr als einem Jahr abwärts!
Die Prognose
Aus charttechnischer Sicht darf keine Entwarnung gegeben werden: der Palladium-Preis bewegt sich innerhalb eines langfristigen Abwärtstrends nach unten; wir erleben den dritten Handelsmonat in Folge mit Kursverlusten! Aktuell ist also keine Trendwende in Sicht, und dies trotz der bereits seit Monaten überverkauften Marktsituation (siehe Slow-Stochastik- und DIX-Indikator). Die 1000-USD-Preislinie bleibt als Widerstand aktiv. Für eine nachhaltige Trendwende bedürfte es ohnehin Unzen-Preise oberhalb von 1294 USD (= 200-Tagelinie). Long-Engagements drängen sich damit, in diesem aktuellen Marktumfeld, bis auf Weiteres nicht auf.
Soweit für heute aus der spannenden und ertragreichen Welt der Edelmetalle. Ich wünsche Ihnen eine schöne und gute (Trading)Zeit!
Herzlichst, Ihr
Manfred Ries, Chefredakteur
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