Die vielleicht wichtigste Lehre aus dem Krisenjahr 2011
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Die vielleicht wichtigste Lehre aus dem Krisenjahr 2011
von Jochen Steffens
Hinweis: Aufgrund der Weihnachtsfeiertage erhalten Sie den nächsten Steffens am 9/10 Januar 2012.
Ein sehr ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Es ist wohl mit Abstand das schwierigste Börsenjahr des neuen Jahrtausends gewesen. Nach so vielen Jahren an der Börse denkt man, es gäbe nichts mehr, was einen noch überraschen könnte. Doch Börse ist immer wieder neu, immer wieder anders. Grundsätzlich ist genau das einer der Faktoren, den ich an meiner Arbeit so schätze. Doch in diesem Jahr haben sich die Märkte mit der Politik verwoben und daraus entstand eine verhängnisvolle und unschöne Verquickung.
Und so ist es für mich das erste Mal gewesen, dass Börse oft keinen Spaß mehr gemacht hat. Es war eine nervige Zeit, denn die Märkte waren getrieben durch Aussagen verschiedener Politiker oder eilige Beschlüsse und sich überschlagende Ereignisse im Zusammenhang mit der Schuldenkrise in der EU. Damit entzog sich Börse jedweder vernünftigen Analyse, und das kann einfach für niemanden befriedigend sein.
Nun haben wir uns durch all die Irrungen und Wirrungen gekämpft und sind am Jahresende angelangt. Jetzt mahnt uns die Advents- und Weihnachtszeit, uns zu besinnen. Doch was ist die Lehre dieses Jahres, die wir aus all dem ziehen können? Die Antwort darauf war nicht einfach zu finden, und obwohl sie so naheliegend ist, ist sie doch auch wieder etwas ganz Besonderes.
Viele Menschen in Deutschland und in ganz in Europa fürchten, dass diese Krise unseren Wohlstand mittel- bis langfristig gefährden wird. Die Hoffnungen auf ein nachhaltiges Wachstum und auf ein Ende der Krise sind so niedrig wie nie. Und so habe ich in den vergangenen Monaten viele Mails mit der Frage erhalten, was man tun kann, um sich auf ein solches Szenario vorzubereiten. Es ging in diesen Mails vor allem um die Frage nach dem Vermögensschutz, dem Erhalt von Wohlstand und die Sicherung der Zukunft. Eine erwartungsgemäße Antwort darauf fällt derzeit schwer. Doch vielleicht gibt es auch eine ganz unerwartete Antwort auf diese Frage.
Was kann man also tun, um sich auf schlechte Zeiten vorzubereiten? Hier hilft ein Blick in die Geschichte. Schaut man sich die Schicksale der Menschen in solchen Zeiten an, so fällt immer wieder auf, dass, egal wie schlimm die Zeiten auch waren, es die Familien und Freunde gewesen sind, die immer wieder helfend und unterstützend beigestanden haben.
Und so ist unabhängig davon, ob wirklich schlechte Zeiten anstehen, die eigentliche Lehre, die wir aus diesen Sorgen ziehen sollten, die Rückbesinnung auf das, was wirklich wichtig in unser aller Leben ist: Die Familie, die Freunde und der soziale Kontakt zu anderen Menschen. Und hier schließt sich der Kreis. Denn ist nicht genau das auch einer der zentralen Punkte des Weihnachtsfestes?
Vielleicht sollten wir angesichts der verbreiteten Krisenstimmung ganz besonders die Nähe zur Verwandtschaft und die Freundschaft zu unseren Mitmenschen vertiefen. Und so hätte auch diese Krise einen gewissen Sinn.
Helfen Sie!
Und trotz aller eigener Sorgen sollten Sie natürlich auch in diesem Jahr nicht vergessen, dass Hilfe und Mitgefühl in dieser Welt mehr als Not tut.
Deswegen der Aufruf: Nutzen Sie die Weihnachtszeit auch als Mahnung und Erinnerung daran, etwas von Ihrem Wohlstand an die Menschen abzugeben, die sich keine Sorgen mehr machen, ihren Wohlstand zu verlieren, weil sie im Gegensatz zu Ihnen nichts mehr zu verlieren haben. An die Menschen, deren Hoffnung nicht ist, dass alles so bleibt, wie es ist, sondern die verzweifelt darum beten, dass es doch nur etwas besser werden wird.
Helfen Sie denen, die Weihnachten nicht als Festakt des Konsums, sondern als Hoffnung auf eine bessere Zeit betrachten!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein besinnliches und frohes Fest mit Ihrer Familie und Ihren Liebsten. Und natürlich einen guten Rutsch in ein neues, hoffentlich besseres Jahr 2012.
Ich bleibe für das Jahr 2012 Optimist und hoffe, dass alles besser wird. Auch wenn viele diese Hoffnung als realitätsfern bezeichnen werden, so fühle ich mich im Zusammenhang mit den Börsen nach wie vor immer dort am wohlsten, wo die Masse nicht ist…
Haben Sie eine gute Zeit
Ihr
Jochen Steffens
