Unentschlossenheit vor US-Konjunkturzahlen

 
 
Unentschlossenheit vor US-Konjunkturzahlen
von Jochen Steffens
 
Zahlen, Zahlen, Zahlen... Heute um 20:00 Uhr MEZ wird zum achten Mal in diesem Jahr das Beige-Book veröffentlicht. In diesem sammeln die einzelnen Fed-Banken der jeweiligen Distrikte wirtschaftliche Daten, aus denen ein Resümee gezogen wird, das die wirtschaftliche Situation der USA darstellt. Dazu werden Banken, Wirtschaftsexperten und andere Verantwortliche befragt. Das Beige-Book gibt also nicht die Ansicht der Fed-Banken wieder.
 
Der Einfluss des Beige-Books auf den Kursverlauf ist zumeist eher geringer. Einige Daten, die zur Erstellung des Beige-Books genutzt werden, sind zumindest auf der Makro-Ebene bereits bekannt, so dass es selten zu Überraschungen kommt. Wenn Sie den Text der aktuellen Veröffentlichung einsehen wollen, können Sie das ab 20:00 Uhr unter diesem Link:
 
 
Weitere US-Konjunkturdaten
 
Am Donnerstag werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Arbeitsproduktivität und die Lohnstückkosten veröffentlicht. Das Augenmerk des Marktes wird aber auf dem ISM-Dienstleistungsindex liegen, der um 16:00 Uhr folgt. Am Freitag kommt der US-Arbeitsmarktbericht um 14:30 Uhr heraus. Interessant wird die Entwicklung der US-Arbeitslosenquote. Für den Markt wird aber der Stellenabbau außerhalb der Landwirtschaft entscheidender sein. Etwas später folgen die US-Industrieaufträge.

Bei dieser Zahlenflut und ohne weitere Nachrichten will sich heute natürlich niemand aus dem Fenster lehnen. Aus diesem Grund bleiben die Indizes konsequent „unentschlossen“.
 
Prognosen und Sorgen
 
Der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes hat schon enttäuscht und so wird befürchtet, dass auch der ISM-Dienstleistungsindex schlechter ausfallen wird. Wirklich wichtig wird jedoch der US-Arbeitsmarktbericht. Heute haben die Daten vom Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing Inc. (ADP) bereits eine eher unerfreuliche Tendenz ausgewiesen. So soll die US-Privatwirtschaft 169.000 Stellen abgebaut haben, Analysten waren von lediglich 150.000 ausgegangen.
 
Schlechte Aussichten bei schlechten Daten

Sollten auch die Arbeitsmarktdaten am Freitag trotz des Weihnachtsgeschäfts enttäuschen, könnte es ungemütlich werden. Denn gemeinhin unterstützt das Weihnachtsgeschäft den Arbeitsmarkt, da in dieser Zeit gerade im Einzelhandel mehr Arbeit anfällt. Schwächere Zahlen könnten ein Hinweis darauf sein, dass vom Arbeitsmarkt im Januar, wenn die Unterstützung durch das Weihnachtsgeschäft wegfällt, noch einmal ein deutlicher Rückgang zu erwarten ist. Das wiederum wäre ein schlechtes Zeichen für den Konsum in 2010.
 
In diesem Zusammenhang muss man auch die Meldung sehen, dass Lawrence Summer, Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, erklärt hat, die Bekämpfung der US-Arbeitslosigkeit sei zwar von größter Bedeutung, die Bereinigung des Problems werde aber Zeit erfordern. Eine Arbeitslosigkeit von 10,2 Prozent sei nichts, was man innerhalb einer Woche, eines Monats oder eines Jahres wieder in Ordnung bringen könne.
 
Erste Hinweise auf Zinserhöhungen
 
Für uns interessant ist eine andere Aussage: Charles Plosser, Chef der Fed in Philadelphia, hat heute in einer Rede auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Zinsen anzuheben, um die Inflation nicht auf ein Niveau steigen zu lassen, das die meisten für unakzeptabel halten.  Allerdings zeigt sich Plosser, im Gegensatz zu Summer, optimistisch, was die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft anbetrifft. Plosser geht davon aus, dass die US-Wirtschaft in den nächsten beiden Jahren um 3 % wachsen wird.
 
Sollten wir nun von mehreren Seiten Hinweise auf mögliche Zinserhöhungen erhalten, kann es sein, dass uns die bereits gestartete Seitwärtsbewegung noch eine Weile begleiten wird. Dann hätten wir nicht nur in den Charts eine Ähnlichkeit zu 2003/2004 sondern auch von der fundamentalen Seite. Schließlich begann die Seitwärtsbewegung damals ebenfalls mit der Sorge um steigende US-Leitzinsen. Dazu mehr in den nächsten Tagen.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

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