Der Dow-Jones: Ein Jahrzehnt im Abwaertstrend?

 
 
Der Dow-Jones: Ein Jahrzehnt im Abwärtstrend?
von Jochen Steffens
  
Sie erinnern sich vielleicht, ich hatte vor einiger Zeit geschrieben, dass die 1.000-Dollar-Marke als psychologisch wichtige Marke den Goldpreis noch einige Weile beschäftigen wird. Mittlerweile sind es nun schon eineinhalb Jahre geworden und immer noch kämpft Gold mit dieser Marke. Das belegt die hohe Relevanz solche psychologisch relevanten Kursmarken.

Dow vor der 10.000-Punkte-Marke

Auch im Dow-Jones-Industrial stehen wir nun wieder an einer psychologisch höchst relevanten Marke und zwar an der 10.000-Punkte-Marke. Falls Sie bereits seit 40-50 Jahren am Markt aktiv sein sollten, werden Sie sich vielleicht noch an die 1.000-Punkte-Marke im Dow Jones erinnern. Mit dieser kämpfte der Index knapp 17 Jahre, bevor er sie endgültig überwinden konnte. Dazu der Chart:
 
 
Man könnte nun also versucht sein, die These aufzustellen, dass auch der aktuelle Dow-Jones-Industrial wieder viele Jahre brauchen wird, um die 10.000-Punkte-Marke zu überwinden. Doch ein Blick auf den Chart zeigt, dass er das eigentlich schon getan hat.
 
 
Zwischenzeitlich hat der Dow Jones bereits Kurse von über 14.000 Punkten erreicht. Das muss man schon als nachhaltigen Ausbruch bezeichnen. Schon von Anfang an, also seit Ende der 90er Jahre schien die 10.000-Punkte-Marke nicht die gleiche Bedeutung als Widerstand zu haben, wie einst die 1.000-Punkte-Marke. Bereits im ersten Anlauf kam es zu einem deutlichen Bruch dieses Widerstands.
 
Trotzdem ist eine Relevanz zu erkennen
 
Schaut man sich den Chart nun nach 10 Jahren Kursentwicklung an, hat man allerdings den Eindruck, die 10.000-Punkte-Marke ist so etwas wie die Mittellinie einer langen Seitwärtsbewegung / Broadening-Formation. Die 10.000-Punkte-Marke hat also offenbar doch eine hohe Relevanz, wenn auch in etwas anderer Form.
 
Der Dow in Euro
 
Wirklich spannend wird es allerdings, wenn man sich den Dow Jones in Euro ansieht, also die Dollarschwäche sozusagen hinein rechnet:
 
 
Aus dem großen, überragenden Ausbruch über die 10.000-Punkte-Marke in den Jahren 2005-2007 mit einem neuen, nachhaltigen Hoch, das rund 40 Prozent höher an der 14.000-Punkte-Marke lag, wird in Euro ein kläglicher Anstieg, der noch nicht einmal die Hochs vom Jahrtausendwechsel erreicht. Das ist mehr als verblüffend und natürlich auch bedenklich. Noch erstaunlicher ist jedoch, dass der Dow Jones im Jahr 2007 an eben der 10.000-Punkte-Marke scheitert. Das ist schon ziemlich verrückt.
 
Monetär getriebene Hausse
 
In diesem letzten Chart wird darüberhinaus deutlich, dass die Aktienhausse von 2003 bis 2007 maßgeblich durch die Abwertung des Dollars in diesem Zeitraum verursacht wurde. Dies stand wiederum im direkten Zusammenhang mit der Niedrigzinspolitik der amerikanischen Notenbank. Die US-Hausse verliert damit im Vergleich zu anderen Indizes der Welt erheblich an fundamentaler Substanz. Im Prinzip belegt dieser Chart damit, dass der Anstieg der US-Börsen lediglich eine monetär getrieben Hausse gewesen ist.
 
Und täglich grüßt das Murmeltier
 
Und genau das erleben wir auch gerade wieder. Die Zinsen in den USA sind faktisch bei Null, der Dollar verliert wieder deutlich an Wert und die US-Aktienmärke haussieren. Vergleichen Sie einmal die jüngste Erholung im normalen Dow-Jones-Chart mit der Erholung des Dow Jones in Euro. Schon erkennen Sie, dass wir es bis jetzt wiederum nur mit einer kleinen Erholung zu tun haben, die zurzeit gerade einmal das große Tiefs aus dem Jahr 2003 und ein Bewegungstief aus dem Jahr 2008 von unten (!) testet (untere rote Linie im letzten Chart).

Auch könnte man in dem letzten Chart einen breiten Abwärtstrend einzeichnen, der hier durch die schwarzen Linien angedeutet ist. Das wiederum ist ein Hinweis darauf, dass wir es seit dem Jahr 2000 bis heute eigentlich nur mit einer einzigen, zusammenhängenden Krise zu tun haben.
 
Fazit:
 
Wie in den letzten Wochen bereits beschrieben, wurde die Hausse in den Jahren 2003-2007 durch eine Niedrigzinspolitik und natürlich durch die Abwertung des Dollars forciert. Einen gleichen Effekt erleben wir aktuell. Sollte die Fed an der Niedrigzinspolitik weiter festhalten, kann es gut sein, dass wir, vielleicht auch erst nach einer Konsolidierung, eine Fortsetzung der Rally erleben. Diese könnte sogar, wenn der Markt weiterhin die Gefahrensignale leugnet, bis zur oberen Trendlinie des Abwärtstrends im Dow-Joens-Euro-Chart reichen. Gleichzeitig sollte dann allerdings der Dollar weiter abwerten. So schön das auch im ersten Moment erscheinen mag, gesund wäre eine solche Entwicklung in keinem Fall. Es entsteht eine neue Blase, die spätestens dann in sich zusammenfallen wird, wenn aufgrund von Inflationssorgen die Zinsen massiv angehoben werden müssen.
 
In diesem Zusammenhang möchte ich heute auch auf einen Artikel hinweisen, den ich bei Boerse-Online.de veröffentlicht habe und der meinen Kommentar zu Fed-Sitzung noch einmal aufgreift. Darin zeigt sich aber auch der Zusammenhang zwischen Zinsen und Kursentwicklungen (siehe den dortigen Chart). Klicken Sie bei Interesse hier.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
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US-Konjunkturdaten

von Jochen Steffens

Das US-Verbrauchervertrauen ist im September entgegen den Erwartungen der Analysten wieder auf 53,1 Punkte gesunken. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg auf 57,0 Punkten gerechnet. 
 
 
Der Index für die Erwartungen sank auf 73,3 von zuvor 73,8 Punkten. Der Index für die Einschätzung der gegenwärtigen Situation sank auf 22,7 Punkte, nach 25,4 Punkten zuvor. 
 
Die starke Erholung des Index scheint damit erst einmal beendet zu sein. Die Verbraucher fangen wieder an skeptischer zu werden. Da der Konsum in den USA für das Wirtschaftswachstum eine übergeordnete Rolle spielt, reagierte der Markt auf diese Zahlen mit Abschlägen.

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