Nur ein Cap-Close?

 
 
Nur ein Gap-Close? 
von Jochen Steffens
 
Der DAX rutschte heute deutlich um 3,54 % ins Minus. Offensichtlich haben die Bullen gemerkt, dass die 5.000er Marke im DAX erst einmal nicht so leicht zu überwinden ist. Allerdings befinden wir uns auch in der Verfallswoche, da sind größere Kursschwankungen normal.
 
Gap im Fokus
Wichtig für den weiteren Kursverlauf ist im Moment ein Gap (Kurslücke in einem Chart) im Nasdaq100:
 
 
Beim Ausbruch über die 1.435er Linie hatte der Nasdaq100 am 01.06.2009 ein Gap-Up gerissen (siehe blaues Rechteck). Offenbar versucht der Index nun, dieses Gap zu schließen und damit gleichzeitig das Hoch von Anfang Mai von oben zu testen.
 
Diese 1.435er Marke stellt damit eine überaus wichtige Unterstützung dar. Erst unter dieser Marke wird das Bild etwas bearisher.
 
Trends flachen sich ab
 
Man sieht aber nun auch im Nasdaq100, dass die Trends sich abflachen. (siehe auch die Ausgabe vom 08.06.2009) Zwar ist der grüne Aufwärtstrendkanal nicht gebrochen worden, es kann aber trotzdem sein, dass sich nun der rote Aufwärtstrendkanal durchsetzt. Dafür spricht, dass der Kursverlauf nach dem Test der unteren Linie Ende Mai die obere Linie nicht mehr erreichen konnten.
 
Ein weiterer Hinweis auf diese Abflachung ist, dass der Nasdaq100 die psychologisch wichtige 1.500er Marke, wie auch in der oben verlinkten Ausgabe bereits erwartet, nicht so einfach überwinden konnte.  
 
Älteres Gap macht Sorgen
 
Immer im Hinterkopf muss man haben, dass auch noch bei 1.253 Punkten ein Gap offen ist (gelbes Rechteck). Wir wissen, dass der Nasdaq100 über 90 % dieser Kurslücken schließt. Das Problem ist, wenn sich die Kurse bereits soweit von einem Gap entfernt haben, kann es auch sein, dass dieses Gap erst viel später, also 2010 oder 2011 geschlossen wird.

Fazit:

Der Nasdaq100 ist gerade dabei, ein Gap über einer wichtigen Unterstützung zu schließen. Das ist noch bullish. Sollte er nachhaltig unter diese Marke fallen, bleibt für die Bullen noch die Hoffnung, dass sich ein flacherer Aufwärtstrend (siehe roter Trend) ausbildet.
 
Wichtig wird die Entwicklung nach dem Verfallstag. Erst dann werden wir wieder einen unbeeinflussten Blick auf die Charts haben. In den nächsten Tagen müssen Sie, wie gesagt, damit rechnen, dass es noch einmal recht turbulent wird.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
P.S. Ich möchte Sie heute noch auf unsere neue Sonderanalyse: "Chancen und Risiken nach dem Crash" aufmerksam machen, die wir in der Stockstreet-Investment-Strategie veröffentlichen. Wie Sie diese kostenlos beziehen können, lesen Sie im folgenden Beitrag:

Haben Sie das Zeug zum Langfrist-Trader??
von Torsten Ewert
 
Verehrte Leserinnen und Leser,
 
Sie halten diese Frage jetzt vielleicht für etwas abwegig: entweder ist man langfristig orientierter Anleger oder kurzfristiger Trader. Aber was, bitte schön, soll ein Langfrist-Trader sein?
 
Die Langfristanlage, das unterschätzte Mauerblümchen
 
Die landläufige Meinung ist, dass ein Trader über ein „System“ oder charttechnische Signale verfügt, die ihm Beginn und Ende seines Investments anzeigen. Dagegen stöbert der Langfristanleger in Unternehmenszahlen und Fundamentaldaten, um die langfristigen Perspektiven für sein Investment zu bestimmen. Scheinbar handelt es sich nur um ein unterschiedliches Herangehen auf einer anderen Ebene.
 
Doch letztlich muss auch ein Langfristanleger eine Entscheidung treffen, wann er einsteigt – und gegebenenfalls wieder aussteigt. Als Langfristanleger müssen Sie ebenfalls zu irgendeinem Zeitpunkt den aktuellen Kurs als geeigneten Einstiegspunkt erkennen. Dafür brauchen Sie genauso ein „System“ oder eine Strategie wie ein Trader. Das Problem dabei: Aufgrund des viel längeren Anlagehorizonts können Sie kaum eine zweite Strategie ausprobieren, falls die erste nicht klappt. Ein Trader kann dagegen fröhlich die unterschiedlichsten Systeme ausprobieren – so lange sein Geld reicht.
 
Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen sowie nach vielen Gesprächen mit anderen Anleger, Lesern und Kunden sind die Furcht vor dem möglichen Scheitern mit der Langfristanlage bzw. erste Rückschläge dabei die Hauptursachen, warum die meisten Anleger ihren langfristigen Vermögensaufbau vernachlässigen oder nur halbherzig betreiben.
 
Vier unterschiedliche Ansätze für die Langfristanlage
 
Dabei ist es ja nicht so, dass mögliche Strategien nicht zugänglich wären. Von Warren Buffett wissen wir beispielsweise ungefähr, wie er an die Auswahl seiner Investments herangeht. Obwohl er immer wieder betont, dass seine Methode durchaus auch für den Durchschnittsanleger anwendbar ist, merkt aber jeder Interessent sehr schnell, dass sie doch mit einer Menge Arbeit verbunden ist. Buffett macht schließlich den ganzen Tag nichts anderes und ist außerdem noch ein Zahlen-Freak. Auch das ist nicht jedem von uns in die Wiege gelegt.
 
Der durchschnittliche Anleger wird es daher mit einer anderen Empfehlung von Buffett versuchen und schlicht Indexfonds auf den breiten Markt kaufen. Dabei haben wir die Möglichkeit einer Einmalanlage (Kaufen-und-Halten-Strategie) oder regelmäßiger Einzahlungen (Sparplan-Strategie).
 
Es lässt sich relativ einfach berechnen, was beide Varianten über die Jahre so gebracht hätten (siehe Tabelle):
 
 
Quelle: MarketMaker, R. Hagstrom, eigenen Berechnungen
 
Sie sehen, diese Auswertung ergibt tatsächlich den oft genannten Wert von ca. 7 % pro Jahr als langfristige Rendite der Kaufen-und-Halten-Strategie von Aktienanlagen (Spalte „K&H“; das Datum in der ersten Spalte der Tabelle gibt den Beginn der Auswertung bis heute an). Sie zeigt aber auch, dass dieses Ergebnis offenbar unabhängig von der Anlageregion ist (Deutschland, USA) und dass der Sparplan immer schlechter abschneidet. Außerdem es gibt Zeiträume, z.B. in den letzten zehn Jahren, in denen man nicht einmal diese bescheidene Rendite erwirtschaften konnte (wohlgemerkt, alle Berechnungen erfolgten ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten usw.!).
 
Nun könnte man ja auch die Idee kommen, dass auch für die Langfristanlage charttechnische Kriterien zu verwenden, also irgendein „System“. Daher habe ich mal ein ganz einfaches System zusätzlich ausgewertet, und zwar die Überkreuzung des Kurses mit dem beliebten gleitenden Durchschnitt (GD) von 200 Tagen (ein Kaufsignal ergibt sich bei Überschreiten des Kurses über den GD, ein Verkaufssignal bei Unterschreiten – dann geht man tatsächlich auch „short“, stellt also nicht nur die Position glatt, sondern setzt direkt auf fallende Kurse).
 
Das Ergebnis sehen Sie in der Spalte „GD200“. Auch das ist ambivalent. Während beim DAX damit langfristig eine leicht bessere Performance erzielt werden konnte und in den letzten zehn Jahren sogar eine richtig stattliche Rendite zustande kam, war das Ergebnis beim Dow Jones eher ernüchternd bis schlecht. Also auch das kann nicht der Königsweg sein.
 
Dass es auch anders geht, zeigt die letzte Spalte mit den Ergebnissen von Buffetts verschiedenen Investmentunternehmungen im gleichen Zeitraum. Aber auch andere Investoren waren langfristig überdurchschnittlich erfolgreich, wie John Templeton oder Peter Lynch.
 
Einfache Strategien als Schlüssel zum Erfolg
 
Wenn wir uns die Strategien dieser Investoren im Detail anschauen, stellen wir fest, dass sie meist mit sehr einfachen Regeln gearbeitet haben und schlicht die meisten Varianten wegließen. Buffett zum Beispiel verzichtet auf Technologieunternehmen und konzentriert sich auf erprobte Geschäftsmodelle mit konstantem Wachstum (und sein Steckenpferd: Finanzinstitute und Versicherungen).
 
Sein Lehrmeister, Benjamin Graham, bevorzugte sicherheitsorientierte Anlagen. Ähnlich simpel sind viele andere Strategien strukturiert, und das nicht nur deswegen, damit sie sich besser als Anleitung verkaufen lassen. Eine klare, leicht nachvollziehbare (erprobte) Strategie ist die beste Grundlage für erfolgreiche Investments.
 
Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie meist mit sehr viel Arbeit verbunden sind, insbesondere wenn es um die Auswertung von Unternehmenskennzahlen geht. Es ist ein Unterschied, ob Sie einen Computer tausende Aktienkurse in wenigen Sekunden danach suchen lassen, ob der Kurs über oder unter einem GD liegt oder ob Sie von den dreißig DAX-Unternehmen die Bilanzen der letzten zehn Jahre durchackern, um eine eventuelle Unterbewertung zu finden (das könnte zwar theoretisch auch der Computer, aber Bilanzen lassen erfahrungsgemäß zu viel „Spielräume“, um ohne Vor- oder Nachbereitung vergleichbar zu sein).
 
Peter Lynch brachte das wie folgt auf den Punkt: „Ich drehe 100 Steine um und finde vielleicht 10 Ideen. Wer die meisten Steine umdreht, gewinnt das Spiel.“ Die Vorbereitungen für Langfristinvestments sind also mühselig und arbeitsintensiv. Wenn dann auch noch das Vertrauen in die gewählte Strategie durch zu geringe Erfolge oder gar Verluste untergraben wird, ist verständlich, dass die meisten Anleger schnell wieder die Flinte ins Korn werfen. Viel attraktiver erscheint dagegen die Aussicht, mit der Kombination von ein paar Indikatoren das Geld viel schneller durch Trading zu verdienen!
 
Das Beste aus beiden Welten
 
In der Stockstreet Investment Strategie kombinieren wir das Beste aus beiden Welten für Anleger, die nicht auf die Vorteile der Langfristanlage verzichten wollen, aber dafür professionelle Unterstützung suchen. Das Grundgerüst sind Investments in den breiten Markt auf der Basis einfacher Trendsignale und bestimmter Konjunkturdaten. Mit dieser Strategie verfolgen wir das Ziel, durch schrittweise Aus- und Einstiege an den vermuteten markanten Wendepunkten das nötige Quäntchen Überrendite zu erzielen und die großen Einbrüche wie 2001-2003 und auch aktuell zu vermeiden.
 
Das funktioniert bereits erkennbar nach nunmehr sechs Ausgaben, also gerade einmal einem halben Jahr – dabei ist die Stockstreet Investment Strategie ein Langfristdienst! Während beispielsweise ein vergleichbar marktbreiter Index wie der DJ STOXX 600 seit Januar ca. 8 % gewinnen konnte, liegen unsere Positionen bereits gut 10 % im Plus und das, obwohl diese sechs Monate natürlich nicht ausgereicht haben, unsere Aktienquote auf ein vernünftiges Maß zu bringen!
 
Bei direkten Aktieninvestments setzen wir auf fundamental unterbewertete Unternehmen bzw. aussichtsreiche Unternehmen. Mit dieser Strategie haben wir mit dem österreichischen Energieunternehmen OMV bereits über 60 % erzielt. Vier andere Aktien, die wir in einer Sonderausgabe im März vorgestellt haben, verbuchen seitdem Kursgewinne zwischen 16 und 83 %!
 
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Apropos Sonderausgabe: Etliche unserer Leser fragen sich nun natürlich, ob es nicht Zeit für Gewinnmitnahmen oder Absicherungsmaßnahmen ist. Letzteres ist insbesondere für Leser unseres „Spezialreport Abgeltungssteuer“ wichtig, den wir Ende 2008 herausbrachten. Aus diesem Grund erscheint in dieser Woche eine Sonderanalyse: "Chancen und Risiken nach dem Crash" in der wir auf verschiedene Aspekte der gegenwärtige Lage eingehen und die bullishen wie bearishen Faktoren für unsere Leser gewichten.
 
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Mit besten Grüßen
 
Torsten Ewert

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