Gute Gruende fuer die Short-Squeeze

 
Gute Gründe für die Short-Squeeze
von Jochen Steffens
 
So schnell geht es. Der Nasdaq100 notiert, während ich das schreibe, 5,6  % im Plus, der DAX um die 5 %. Diese unglaublichen Kursexplosionen sind in starken Abwärtsbewegungen normal. Der Markt ist extrem überverkauft. Viele stehen an der Seitenlinie und wollen den Einstieg nicht verpassen. Andere sind massiv short und haben diese Short-Positionen durch Stopps abgesichert. Wenn diese ausgelöst werden, führt das zu zusätzlichem Kaufdruck, der weitere Stopps auslöst. Hinzu kommen die Shorties, die ihre Positionen zurückkaufen, um ihre Gewinne zu sichern oder um die Verluste nicht anwachsen zu lassen. Es entsteht die klassische Short-Squeeze. In extremen Märkten kann es sein, dass diese sogar ohne Grund entsteht.
 
Mögliche Gründe
 
Ein Grund für den Anstieg kann eine Rede von Ben Bernanke gewesen sein. In dieser hat er die Hoffnung geäußert, die US-Wirtschaft werde im Jahr 2010 wieder wachsen, wenn das Bankensystem bald wieder normal funktionieren sollte. Wie sehr diese Aussage den Markt beeinflusst hat, ist allerdings nicht zu sagen.
 
Nasdaq100 an wichtiger Unterstützung
 
 
In den chartverliebten USA wird auch der folgende Chart eine Ursache für die heutige Kursexplosion gewesen sein:
Der Nasdaq100 ist an seiner Unterstützungszone, die sich im Zusammenhang mit dem Tief im November 2008 ausgebildet hat, abgeprallt. Hier haben offenbar viele angefangen, zu kaufen bzw. ihre Shortpositionen zu schließen. Natürlich kann das der Boden sein, doch wäre auch hier ein Fehlsignal, also eine kurzes Abtauchen unter die 1.019er Marke tatsächlich bullisher gewesen.
 
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt:
 
Der Ölpreis stabilisiert sich
 
 
Der Ölpreis (hier der Sweet Light Crude Oil Kontrakt) befindet sich seit Mitte Februar in einem kleinen Aufwärtstrend. Viele Analysten nutzen den Ölpreis als Frühindikator für die Nachfrage. Frei nach dem Motto: Steigt der Ölpreis, steigt die Nachfrage – steigt die Nachfrage, wächst die Wirtschaft. Sollte also der Ölpreis die 50 Dollar Marke überwinden, wird das als Signal gesehen, dass das Tief der Wirtschaftskrise erreicht sein könnte. Sie sehen im Chart, dass sich der Kursverlauf abrundet. Solche „Roundings“ gelten zudem als Bodenformationen.
 
Aber auch das ist nicht alles.
 
Neue Dollarschwäche?
 
 
Der Dollar fängt wieder an, zu fallen. Es bildet sich heute eine große positive Kerze im Euro/Dollarverhältnis. Damit könnte sich eine Art „W-Formation“ ausbilden, die zu einem dynamischen Anstieg des Euros führen würde. Auch hier sehen wir im rechten Teil des Ws ein Rounding wie im Ölpreis, das allerdings noch nicht so weit fortgeschritten ist. Es fehlt noch der aufwärtsgerichtete Teil des Roundings.
 
Ein fallender Dollar führt auf der einen Seite zu steigenden Rohstoffpreisen (in Dollar), die, wie oben beschrieben, einige Analysten als frühes Einstiegssignal interpretieren werden. Auf der anderen Seite wird dadurch die US-Exportwirtschaft unterstützt. Auch könnte man den fallenden Dollar als ersten Hinweis darauf interpretieren, dass es den USA gelingen wird, aus der Deflationsfalle zu entkommen. Das gilt insbesondere dann, wenn sich diese W-Formation tatsächlich ausbilden sollte.
 
Diese Punkte zusammen sind meines Erachtens dafür verantwortlich, dass viele Anleger in den USA und wahrscheinlich auch hier in Europa hoffen, die November-Tiefs im Nasdaq100 werden halten.
 
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer
 
Doch wie es bei Short-Squeezes so ist, die eigentliche Squeeze hat keine Bedeutung, denn sie ist in den meisten Fällen von kurzfristigen Reaktionen und Panik verursacht. Erst wenn in den darauffolgenden Tagen Anschlusskäufe zu erkennen sind, wird es tatsächlich bullisher.
 
Interessant ist aber auch, wie schnell der DAX wieder in Richtung 4.000-Punkte-Marke gelaufen ist. Es ging vom Tief bei etwas unterhalb der 3.600er Marke gestern in nur einem Tag wieder auf 3.885 Punkte. Das sind mal eben knapp 300 Punkte an einem Tag. Jetzt fehlen nur noch 115 Punkte und die 4.000-Punkte-Marke ist zurückerobert. Also, das Ziel der Stillhalter ist offenbar noch nicht verloren. Ein wahrhaft verrückter Markt, wenn man bedenkt, dass gestern Abend in den Indizes noch die Welt unterging...
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 

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