Gold beendet Aufwaertstrend!
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Gold beendet Aufwärtstrend!
von Jochen Steffens
Bereits Anfang Juli hatte ich im Zusammenhang mit einer Analyse zum Euro gewarnt, dass der Goldpreis zurzeit gefährdet ist (siehe:Euro: Das Ende des Abwärtstrends). Nun hat Gold seinen breiten und mehrfach bestätigten Aufwärtstrendkanal gebrochen:
Hier sehen Sie – als Target-Trend-Chart - den breiten grünen Aufwärtstrend, der mit der gestrigen Kerze eindeutig gebrochen wurde. Diese Aufwärtstrend hatte auf den äußeren Begrenzungslinien fünf Auflagepunkte und wurde noch durch eine Vielzahl von inneren Trendlinien bestätigt (siehe graue Linien im Trend).
Gold hat am oberen Rechteck (blau) einen kleinen Fehlausbruch hingelegt. Anschließend sackte der Kurs auf die untere Begrenzungslinie dieses Rechtecks. Das ist typisch für Konsolidierungen wie auch für Tops. Wird diese untere Begrenzungslinie nun nachhaltig nach unten gebrochen, gilt der Trendbruch auch aus Sicht der Target-Trend-Methode als vollzogen. Das Kursziel beim Eintritt in das zweite Rechteck von oben wäre dessen Unterkante (bei ca. 1.070 Dollar).
Klassische Charttechnik
Durch den Trendbruch liegt das Kursziel allerdings auf der parallelen Trendlinie, die entsprechend der Spanne des alten Trends nach unten projiziert wurde (untere grüne Linie). Es muss also davon ausgegangen werden, dass nach dem Eintritt in das zweite Rechteck von oben auch noch das darunterliegende Rechteck zwischen 980 und 1.070 Dollar abgearbeitet wird (siehe die rot gestrichelte Prognoselinie). Hier ergeben sich dann zwei relevante Targets (blaue Kreise) in der Nähe der 1.000 Dollar-Marke. In diesem Bereich findet sich auch das 50er Retracement des Aufwärtstrends seit Oktober 2008 (bei 970 Dollar, hier nicht eingezeichnet). Sprich, bis dahin hätten wir es noch mit einer normalen Konsolidierung zu tun.
Alle diese Punkte sind ein klarer Hinweis darauf, dass in diesem Bereich ein Einstieg ein ausgezeichnetes Chance/Risiko-Verhältnis hätte.
Die Top-Formation
Anderes Szenario: Verlässt der Goldpreis das obere Rechteck nicht nachhaltig nach unten, sondern kommt es (evtl. nach einem kleinen Fehlsignal) zu einem erneuten Anstieg (blaue gestrichelte Prognose-Linie), bildet sich eine Umkehrformation in Form einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Bis jetzt stimmen auch die Umsätze. Eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation gilt als Trendumkehrformation. Somit müsste man bei diesem Szenario mit einem wesentlich nachhaltigeren Einbruch des Goldpreises rechnen. In diesem Fall könnten die Kurse auch noch deutlich unter die 1.000-Punkte-Marke fallen.
Gefährlicher September
Was mich etwas beunruhigt ist, dass die Targets ausgerechnet im September / Oktober liegen. Wie Sie wissen, kann die Target-Trend-Methode nicht nur Kursziele berechnen, sondern auch den ungefähren Zeitpunkt, wann diese Kursziele erreicht werden.
Könnte es sein, dass der Goldpreis zusammen mit den Börsen im September einbricht? Vielleicht weil die Masse der Anleger Angst vor einer weiteren Rezession in den USA in Verbindung mit einem Deflationsszenario entwickelt?
Zumindest ist diese Analyse ein weiterer Hinweis darauf, dass die Gefahr eines kurzen Einbruchs im September durchaus relevant ist. Aber es ist nur eine Gefahr, mehr noch nicht! Bis jetzt gibt es in den Charts keine deutlicheren Hinweise auf so einen bevorstehenden Einbruch.
DAX wieder bullisher oder es spitzt sich zu
Dazu die Analyse des DAX:

Der DAX ist wieder an die Mitte seines Aufwärtstrends gelaufen und befindet sich damit immer noch im Niemandsland. Die Entscheidung fällt, wenn der DAX entweder nachhaltig ins nächst höhere Rechteck eintritt, oder aber die untere Trendlinie (grün) bricht. Spätestens im Dezember treffen sich diese beiden Linien. Das heißt, eine Entscheidung ist in den nächsten Monaten absehbar.
Wenn Sie sich nur die untere grüne Linie und die Rechteckkante bei 6.335 Punkten anschauen, erkennen Sie, dass sich eine Art aufsteigendes Dreieck bildet. Wenn die Kurse an einem waagerechten Widerstand scheitern (hier bei 6.335 Punkten) auf der Unterseite jedoch immer höhere Tiefs ausgebildet werden, ist das das ein bullishes Zeichen. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Anleger immer früher, also zu höheren Kursen bereit sind, einzusteigen. Es baut sich somit ein bullisher Druck auf.
Aufgelöst wird dieses eher bullishe Szenario allerdings, wenn die Kurse tatsächlich in die Spitze laufen oder aber die untere Trendlinie gebrochen wird. In beiden Fällen ist der Verkaufsdruck an dem Widerstand einfach zu hoch.
Fazit: Der DAX sieht zurzeit noch eher bullish als bearish aus, die Entscheidung steht jedoch nach wie vor aus. Die Warnzeichen der letzten Woche wurden wieder aufgelöst. Wir befinden uns mittlerweile seit fast einem Jahr in dem aktuellen Rechteck. Seitwärtsbewegungen stehen für Unentschlossenheit des Marktes, und damit steigt auf beiden Seiten die Gefahr von Fehlsignalen.
Zum Schluss:
Auch ist sehr schön zu erkennen, wie lange der DAX bereits mit diesem Widerstandsbereich zwischen 6.055 und 6.170 Punkten kämpft. Sie erinnern sich vielleicht, ich hatte schon im Dezember gemutmaßt, dass diese Marke nicht leicht für den DAX werden wird.
Viele Grüße
Jochen Steffens
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