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von Torsten Ewert

Die Apple-Aktie hat zuletzt mit negativen Schlagzeilen „geglänzt“. Im November kursierten die ersten Gerüchte über mögliche Produktionskürzungen bei den Zulieferern, nun gab es die offizielle Bestätigung durch Apple in Form einer Umsatzwarnung. Inzwischen weiß man, dass Apple zuvor seine Zulieferer erneut auf geringe Stückzahlen eingestimmt hat. Von 10 % weniger im kommenden Quartal ist dabei die Rede.

Ein „dramatischer“ Kurseinbruch?

Aufgrund dieser Meldungen sowie der allgemeinen Marktschwäche seit Oktober hat die Apple-Aktie fast 40 % ihres Wertes verloren. Damit stellt sich natürlich die Frage, was das aus charttechnischer Sicht bedeutet.

Apple Wochenchart seit 2012

Beim Blick auf den obigen „normalen“ Chart könnten Sie erschrecken. Hier wirkt der jüngste Kurseinbruch regelrecht dramatisch – verglichen mit den beiden vorangegangenen Rückgängen von 2012/13 und 2015/16. Aber so schlimm ist es gar nicht. Das sehen Sie im folgenden logarithmischen Chart:

Apple Wochenchart seit 2012 (log.)

Die Der Grund dafür ist einfach: Im ersten Chart werden auf der senkrechten Achse jeweils gleiche Kursabstände gemessen. Aber es natürlich ein Unterschied, ob ein Rückgang um rund 40 Dollar (wie bei den beiden frühen Korrekturen) von einem Hoch bei 100 Dollar oder von 200 Dollar ausgeht. Im ersten Fall beträgt der Einbruch 40 %, im zweiten „nur“ 20 %.

Der (zweite) logarithmische Chart misst aber genau diese prozentualen Veränderungen. Daher wirken hier alle drei Korrekturen der vergangenen Jahre etwa gleich groß, denn sie liegen in der gleichen Größenordnung.

Der Bitcoin unter den Hightech-Werten

Das bedeutet aber auch: Die Apple-Aktie ist trotz des beeindruckenden Erfolgs des Unternehmens hoch volatil – und damit so etwas wie der Bitcoin unter den etablierten Hightech-Werten. Einbrüche von 40 % sind schließlich eher selten. Apple-Investoren brauchen also ein dickes Fell und viel Vertrauen, dass der Hauptumsatzträger iPhone seine Erfolgsgeschichte fortsetzt. Oder dass neue, ebenso gefragte Produkte auf den Markt kommen oder die Serviceleistungen (App Store und Co.) endlich den schon lange erwarteten nächsten Wachstumsschub bringen.

Bis dahin verlassen wir uns weiterhin auf die Charttechnik, denn sie hat uns auch zuletzt bestens geleitet: So standen im November die 180-Dollar-Marke und der grüne Aufwärtstrend auf der Kippe (siehe schwarzer Pfeil oben im Chart). Nach dem Bruch dieser Marken war ein Rückgang bis an das untere gelbe Rechteck (siehe Chart vom November) zu erwarten. Und bis dorthin ist der Kurs inzwischen auch gefallen!

Nun ist die Aktie – genau wie die US-Märkte insgesamt – natürlich stark überverkauft, so dass zumindest eine Gegenbewegung zu erwarten ist. Allerdings gilt auch die alte Trader-Regel, dass der erste Boden selten der letzte ist. Daher könnte der Kurs nach einen ersten Rückprall nach oben nochmals in den Bereich seines Dezembertiefs zurückfallen. Für sehr wahrscheinlich halte ich dabei einen Test der unteren grünen Aufwärtslinie.

Die nächsten Kursziele und Einstiegsmöglichkeiten

Es kann aber durchaus auch noch etwas tiefer gehen, schließlich gibt es für den Kurseinbruch handfeste fundamentale Gründe, wie die aktuelle Umsatzwarnung zeigt. Als Zielmarke dafür eignet sich natürlich insbesondere die grüne Unterstützungszone oberhalb von 133 Dollar. Ein Rücksetzer bis dorthin würde allerdings mit einem Bruch der übergeordneten Aufwärtstrendlinie einhergehen.

Doch das ist charttechnisch legitim – schließlich hat es an der oberen grünen Trendlinie im vergangenen Jahr ebenfalls einen fehlgeschlagenen Ausbruch gegeben. Nach solchen Fehlausbrüchen „oben“ kommt es häufig auch zu Fehlausbrüchen „unten“.

Wer trotz des Einbruchs und der jüngsten Negativmeldungen geeignete Einstiegspunkte sucht, kann sich also mit passenden Limits auf die Lauer legen, z.B. unterhalb von 143 bzw. bei rund 135 Dollar. Dieses Szenario müsste jedoch auf den Prüfstand gestellt werden, wenn der Kurs kurzfristig über die 160-Dollar-Marke steigt und insbesondere auch 165 Dollar überwindet – oder wenn die grüne Unterstützungszone nachhaltig gebrochen wird.

Über den Autor: Torsten Ewert ist Chefredakteur der Börsenbriefe Geldanlage-Brief und Aktien-Perlen. Mehr über Torsten Ewert erfahren Sie hier.

Quelle der Charts: Tradesignal Online (sofern nicht anders angegeben). Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.


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