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O tempora, o mores!
von Jochen Steffens
 
O tempora, o mores (Was für Zeiten, was für Sitten) ist ein alter lateinischer Ausspruch, der den Verfall der Sitten beklagt.
 
Der Verfall der Sitten zeigte sich in den letzten Monaten deutlich im Finanzsystem. Noch schlimmer ist aber das, was Miss Börse da gerade mit uns macht. Die Schaukelbörse mit hoher Intraday-Volatilität hat uns wieder vollkommen im Griff. Rauf, runter! Ohne jede nachhaltige Richtung reagieren die Börsen zurzeit auf jede Nachricht mit extremen Kursschwankungen. Hatten sich die amerikanischen Indizes gestern dynamisch erholt, waren es heute zur Abwechslung mal die Konjunkturdaten, welche den Börsianern die Suppe versalzen haben. Dazu komme ich später.  Aber auch die Zahlen von Microsoft enttäuschten.
 
Kritik statt Alternativen

Ich habe einige Mails erhalten, die sich auf den Text „Der Obama-Effekt nur Strohfeuer“ bezogen. Einer ging in die Richtung, dass es ja einfach sei, zu kritisieren, doch ich würde auch keine Alternativen vorschlagen.
 
Dieser Leser hat in gewisser Weise Recht: Ich bin tatsächlich froh in der Position des Kritikers sein zu dürfen und nicht selber als Entscheider fungieren zu müssen. Ich fürchte, ich würde „zu extreme“ Postionen vertreten, und mir ist um meiner selbst willen lieb,  dass ich das nicht tatsächlich tun muss. Aus den nun folgenden Gründen.
 
Der Zusammenbruch
 
Das Vernünftigste wäre wohl, das System zusammenbrechen zu lassen. Aber natürlich hat der Mensch viel zu viel Angst vor dem Ungewissen, dem Neuen, dem Unbekannten, vor der Krise. Nichts fällt einem Menschen schwerer, als seine scheinbare Sicherheit, das Gewohnte und Verlässliche aufzugeben. Da niemand weiß, wie es im Anschluss eines Zusammenbruchs weitergehen würde, wagt auch keiner, ein solches Szenario zuzulassen.
 
Das Vermeiden von Krisen
 
Wir neigen einfach dazu, alles zu tun, um Krisen aus dem Weg zu gehen. Die Krise und gerade die wirtschaftliche Rezession wird als Teufelszeug abgetan. Es gilt, sie schonungslos auszumerzen. Die Hoffnung der Politik, aber auch vieler Wirtschaftswissenschaftler ist, ein funktionales System zu erschaffen, dass beständiges Wachstum ermöglicht.
 
Der Dualismus
 
Dies widerspricht aber den Gesetzen der Natur. Es gibt kein Wachstum ohne den Tod, keinen Tag ohne die Nacht, kein Gut ohne das Böse. Dieser Dualismus ist ein dem Sein immanentes Gesetz. Das gilt umso mehr, wenn Menschen beteiligt sind.
 
Die Hoffnung, wirtschaftliches Wachstum ohne Wirtschaftskrise zu erzeugen, ist damit quasi eine fast spirituelle Hoffnung auf Vollkommenheit. Menschen, Geld und Vollkommenheit – das passt jedoch nicht zusammen.
 
Wir müssen also die Krise als Notwendigkeit anerkennen. Sowohl für den Menschen selbst, als auch für alles, woran er beteiligt ist, also auch für eine Wirtschaft. Gerade im wirtschaftlichen Bereich wäre es vielleicht hilfreich, statt von Rezession besser von Regeneration zu reden!
 
Notwendige Regeneration
 
Denn mehr ist eine Wirtschaftskrise nicht. Die verknöcherten, bürokratischen Unternehmensstrukturen müssen aufgelöst werden. Sie sind in vielen Fällen zu behäbig geworden, um sich den Gegebenheiten des wirtschaftlichen Wettkampfs zu stellen. Bestes Beispiel dafür ist GM. Solche Unternehmen haben sich zu sehr aufgeplustert, die Entscheider sind zu Bürokraten entartet, die den Kontakt zur Basisi verloren haben. So ist es nicht verwunderlich, dass an den Bedürfnissen der Verbraucher und des Marktes vorbei beschlossen wird und genau das hat GM in den letzten Jahren das Genick gebrochen.  
 
Wir wären demnach gar nicht in der aktuellen Situation, wenn diesen Unternehmen, besonders den Banken durch ihre Größe nicht der Überblick verloren gegangen wäre. Wenn bei den Banken zum Beispiel jemand direkt verantwortlich gewesen wäre, den Überblick bewahrt hätte und sich gleichzeitig noch als fähiger Unternehmer erwiesen hätte, wäre sicherlich frühzeitig die Notbremse gezogen worden. Ein verantwortlicher Unternehmer hätte erkennen müssen, dass die Geschäfte zu aberwitzig und extrem gefährlich gewesen sind.
 
Zu große Risiken, aus falschem Sicherheitsgefühl

Stattdessen ging es den Managern um ihre Boni. Risiken wurden in Kauf genommen, weil sich einfach niemand mehr an die großen Crashs erinnern konnte. Welcher Banker hätte sich denn vorstellen können, was jetzt geschehen ist? Und woran liegt das? Es liegt daran, dass seit zu vielen Jahren die Rezessionen durch die Politik und die Notenbanken abgeschwächt wurden. Es liegt daran, dass wir somit seit über 20 Jahren nur Wachstum erlebt haben. Wären in den letzten Jahren immer mal wieder Banken pleite gegangen, größere Unternehmen gescheitert und größere Schockwellen durchs System gelaufen, so wäre die Vorsicht sicherlich insgesamt größer gewesen. Als dann auch noch scheinbar die Krise 2000-2003 durch die Notenbankpolitik gemeistert wurde, stand einem ungebremsten Wachstum nichts mehr im Weg...
 
Tatsächlich ist also ein Grund für das aktuelle Ausmaß dieser Krise das Vermeiden von früheren Krisen. Das muss man sich einfach einmal klar machen. Je länger man eine Krise verhindert oder verwässert, umso größer wird sie schließlich werden. Eine Krise ist Regeneration für die Wirtschaft und ohne Regeneration droht der Kollaps. Diese Quittung erhalten wir gerade von der Wirtschaft.
 
Evolution, das Streben nach Effizienz
 
Die Veränderung, die Rezession, der Bankrott von Unternehmen sind damit tatsächlich Teil der wirtschaftlichen Evolution. Und Evolution ist immer auch das Streben nach Effizienz, gerade weil sie austestet, es zu Fehlentwicklungen kommt, gravierende Fehler gemacht werden. Ohne diese Fehler gäbe es keinen Lerneffekt.  
 
Die nächste Krise wartet schon
 
Doch diese Denkweise hat zurzeit leider keine Konjunktur. Es ist demnach wahrscheinlich, dass man weiter rumdoktert. Das wiederum verschiebt die große Krise ein weiteres Mal zeitlich nach hinten. Zumindest wenn die vielen Maßnahmen tatsächlich greifen sollten. Wir erreichen so vielleicht drei oder fünf Jahre mehr scheinbare Sicherheit, ein oder zwei gewonneneWahlen. Die anschließende Krise wird dann aber nur noch schlimmer ausfallen. Irgendwann werden alle Maßnahmen nicht helfen. Es ist nicht einmal sicher, ob nicht bereits die aktuelle unbeherrschbar geworden ist.
 
Was würde ich also tun, um auf die Frage des Leser zurück zu kommen? Eigentlich sollte man das System auch im Sinne unsere Nachkommen jetzt zusammenbrechen lassen und hoffen, dass etwas Neues, Besseres daraus entstünde. Hätte ich den Mut den Zusammenbruch zuzulassen, wenn ich Entscheider wäre? Nein, wahrscheinlich nicht, dazu bin ich wohl auch zu sehr Mensch.
 
Somit bleibt mir nur die Kritik.
 
O tempora, o mores!
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist stärker als erwartet um 62.000 auf 589.000 gestiegen. nalysten hatten nur einen Anstieg um 26.000 erwartet. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt beläuft sich auf 519.250. 
  
 
 
Doch noch keine Beruhigung vom Arbeitsmarkt.
 
Die Zahl der Baubeginne in den USA ist im Dezember wesentlich stärker als erwartet um 15,5% auf annualisiert 550.000 gefallen. Das ist der sechste Rückgang in Folge und gleichzeitig das niedrigste Niveau seit 1959! Analysten hatten lediglich einen Rückgang um 4,0% prognostiziert. Auf Jahressicht liegen die Baubeginne um 45,0% unter dem Vorjahresniveau!
 
Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen ist im Dezember ebenfalls überraschend stark um 10,7% zum Vormonat auf 549.000 zurückgegangen. Das ist ebenfalls der tiefste Stand seit 1959. Analysten hatten mit einem Minus von nur 0,8% gerechnet.
 
Wieder katastrophale Zahlen vom US-Immobilienmarkt. Eigentlich bin ich der Überzeugung, dass sich der Markt erst dann stabilisieren kann, wenn sich der US-Immobilienmarkt fängt.

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