In dieser Ausgabe des Steffens Daily lesen Sie:
Der Steffens Daily ist ein börsentäglicher Newsletter vom Börsenprofi Jochen Steffens. Sollten Sie diesen kostenlosen Newsletter noch nicht beziehen, können Sie sich → hier anmelden.


 
 
Weltfinanzgipfel und Arbeitsmarkt
von Jochen Steffens
 
Ein Hinweis für Leser mit GMX-Adressen: Wir erhielten von vielen Lesern die Mitteilung, dass der Steffens-Daily entweder gar nicht, oder sehr verspätet zugesendet wird. Ausnahmslos handelt es sich bei den Betroffenen um Leser mit GMX-Adressen, so dass wir von einem größeren Problem bei GMX ausgehen. Alle anderen haben die Mails pünktlich erhalten. Wir haben bereits mehrfach telefonisch und per E-Mail bei GMX nachgefragt. Bis jetzt (mittlerweile nach 10 Tagen) haben wir außer einer Standardantwortmail, die nicht einmal ansatzweise auf das Problem eingeht, noch keine Antwort erhalten.
 
Wenn Sie ebenfalls Probleme mit dem Erhalt des Steffens-Daily haben, wenden Sie sich somit bitte direkt an GMX. Wir verschicken den Steffens-Daily wie gewohnt rechtzeitig.
 
So lange die Probleme anhalten, können Sie den Steffens-Daily auch in unserem Archiv unter
 
 
einsehen. Dort wird er börsentäglich gegen 19.00/19.30 Uhr eingestellt.
 
Der Weltfinanzgipfel
 
Morgen am 1. April beginnt der Weltfinanzgipfel in London. Hoffen wir mal, dass dieser Gipfel nicht zu einem schlechten Aprilscherz mutiert. Wir können davon ausgehen, dass die Signale, die dort gegeben werden, auch auf die Börse Auswirkungen haben werden. Wichtig wird sein, wie geschlossen sich die G20 darstellen und welche Maßnahmen tatsächlich beschlossen werden.
 
Neue Weltwährung kein Thema
 
China will und wird die aktuelle Krise natürlich nutzen, seine Stellung in der Weltpolitik auszubauen. So ist auch der Vorstoß Chinas zu verstehen, eine neue Leitwährung einzuführen, die den Dollar ablöst. Aber dieser Vorschlag wird nicht Thema des Finanzgipfels sein. Auch eine Regulierung des Ölmarktes soll nicht thematisiert werden, da Studien festgestellt hätten, dass der Ölpreis nicht aufgrund von Spekulationen auf über 140 Dollar angestiegen ist (Anm. d. Red.: Hört, Hört).
 
Regulierung der Finanzmärkte
 
Das Hauptthema auf diesem Gipfel wird die Regulierung und Kontrolle der Finanzmärkte sein, um erneute Krisen zu verhindern. (Kein Finanzplatz, kein Finanzprodukt und kein Marktakteur mit Bedeutung für das Finanzsystem soll künftig ohne angemessene Aufsicht und Regulierung bleiben.) Noch unklar ist, welche Instrumente dazu genutzt werden sollen. Die Aufwertung des Internationalen Währungsfonds (IWF) scheint hingegen unstrittig zu sein. Insgesamt geht es also bei den G20 weniger um aktuelle Aktionen, sondern eher um das zukünftige Vermeiden von Finanzkrisen.
 
Interessant ist, dass die G20 nun offenbar die G7/G8 in ihrer Bedeutung ablösen. Meines Erachtens ist das eine höchst beachtliche Veränderung. Allerdings ist diese auch der Krise geschuldet. Es bleibt somit abzuwarten, wie lange die Dominanz der G20 anhält.
 
Schlechte Nachrichten von der OECD und der Weltbank
 
Genau passend zum Gipfel kommen schlechte Nachrichten von der OECD und der Weltbank. Danach soll die Wirtschaftsleistung der Industrieländer im Jahr 2009 um 4-7 Prozent sinken. Die Weltwirtschaft soll um 2,7 Prozent (Weltbank 1,7 Prozent) schrumpfen, der Welthandel soll um 13 Prozent (Weltbank 6 Prozent) einbrechen. Das außergewöhnliche an dieser Krise sei, so die OECD, dass die Krise in vielen Ländern synchron ablaufe. Dieser Umstand würde die Krise noch verschärfen.
 
Auch diese Nachrichten werden die G20 natürlich dazu bringen, Einigkeit zu zeigen. 
 
Erster Märzrückgang seit 1928
 
In Deutschland kommen heute schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt hinzu. Offenbar zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1928 kam es in einem März zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahl. Laut Bundesagentur für Arbeit gab es im März 3,586 Millionen Arbeitslose. Das sind 34.000 mehr als im Februar und 78.000 mehr als im März letzten Jahres. Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur geht davon aus, dass im Laufe des Jahres die Arbeitslosenzahlen auf 4 Millionen ansteigen werden. Ganz langsam kommt die Krise auch bei den Menschen in Deutschland an. Auch wenn in Deutschland immer noch gilt: „Stell dir vor es ist Wirtschaftskrise und keiner geht hin.“ Spätestens zum Jahresende werden die Folgen die Bevölkerung erreicht haben.
 
Die internationalen Märkte reagierten auf diese Nachrichten wie gewohnt nicht. Heute kommt es nach dem starken Einbruch des gestrigen Tages zu einer Erholungsbewegung. Wir müssen nun abwarten, ob es an der oberen Linie der Seitwärtsbewegung im Nasdaq100 zu einer kleinen Topformation kommt:
 
 
 
Im Nasdaq100 (hier als Stundenchart) mehren sich zurzeit die Kurslücken (Gaps, hier grün eingezeichnet). Es kann nun sein, dass der Nasdaq100 das oberste Gap, in das er in diesem Chart gerade eingetaucht ist, schließt, also bis 1250 Punkte ansteigt. Dann könnte es zu einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation an der oberen Linie der großen Seitwärtsbewegung (siehe Text von gestern) kommen. Dazu müsste der Kurs nach dem Gapschluss (oder vorher) auf 1200 Punkte zurückfallen und diese Marke anschließend nachhaltig nach unten brechen. Geschieht das, müssen wir davon ausgehen, dass die Kurse bis 1115 fallen. In diesem Fall wäre auch ein Test der unteren Linie der Seitwärtsbewegung (blaues Rechteck) durchaus wahrscheinlich.

Sollte der Nasdaq100 nach dem Gapschluss bei 1250 Punkten diese Marke nachhaltig überschreiten und Richtung 1286/7 Punkten laufen, wird ein Ausbruch nach oben wahrscheinlicher. Natürlich gibt es noch eine Reihe anderer Möglichkeiten. Die hier vorgestellten sind wie immer lediglich idealtypische Szenarien.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens 
 
 
US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Der Chicagoer Einkaufsmanageridex ist auf 31,4 Punkte zurückgegangen. Das ist das niedrigste Niveau seit 1980. Analysten hatten im Vorfeld einen Stand von 34,1 Punkten prognostiziert, nach 34,2 Punkten zuvor. Auch der Preisindex ist weiter zurückgekommen.
 
 
 
In der Region Chicago ist weiterhin keine Erholung in Sicht. Grund hierfür dürfte nach wie vor die Automobilindustrie sein, die aufgrund der Probleme nicht zur Ruhe kommt. Dass der Preisindex weiter zurückgeht ist ein erneuter Hinweis auf die Deflationsgefahren, die mit dieser Wirtschaftskrise verbunden ist.
 
Das Verbrauchervertrauen des Conference Board  stieg auf 26,0 Punkte. Analysten hatten allerdings mit einem höheren Stand 27,7 gerechnet, nach 25,4 Punkten zuvor.
 
 
Nach wie vor verbleibt damit das Verbrauchervertrauen auf niedrigstem Niveau. Eine deutlicherer Anstieg  wäre ein frühes Indiz für eine Belebung der US-Wirtschaft, da 70 % der US-Wirtschaft vom Binnenkonsum und damit von den US-Verbrauchern abhängt. 
 

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