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Inhaltsverzeichnis


Droht den USA ein finanzielles Desaster?

von Jochen Steffens

Barack Obama hat die Verhandlung über das US-Sparpaket und die Anhebung der Schuldengrenze in den USA verärgert abgebrochen. Jetzt bleiben nur noch wenigen Tage, um eine formelle Zahlungsunfähigkeit der USA abzuwenden. Wenige Stunden zuvor hatte Ben Bernanke in einer Kongressanhörung vor einem "finanziellen Desaster" gewarnt, falls die US-Regierung ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Auch andere namhafte Politiker und Analysten warnen eindringlich vor einer Krise.

Ich habe heute schon mehrere Mails erhalten, in denen Leser wissen wollen, was in diesem Fall passieren wird. Und auch das ist schwer abzuschätzen. Ich vermute allerdings weniger, als zurzeit in den Medien angedroht wird. Irgendetwas werden sich die Demokraten schon einfallen lassen. Zudem ist vieles politisches Säbelrasseln. Aber zumindest besteht die Gefahr, dass eine kurzeitige Zahlungsunfähigkeit und die daraus folgenden Herabstufungen der USA zu Verwerfungen in der durch die Folgen der Schuldenkrise immer noch sehr geschwächten Finanzwelt führen.

Börsen geben sich gelassen

Aber schauen Sie auf die US-Börsen und fragen sich, warum dort die Kurse steigen. Ich weiß, die Verschwörungstheoretiker werden etwas von Kursmanipulation erzählen – ich halte das nach wie vor für Unsinn. Dafür ist der US-Markt zu groß. Und schauen Sie sich mal den S&P500 an, der nicht nur der breiteste Index, sondern auch noch ein sehr finanzlastiger Index ist:

Wir befinden uns immer noch in der Nähe der Jahreshoch. Der S&P500 ist erneut an der hier seit Monaten als höchst relevant vorgestellten 1.360er Widerstandsmarke abgeprallt. Mehr ist aus charttechnischer Sicht noch nicht passiert. Wir sehen hier, wie auch im DAX, eine große Seitwärtsbewegung, aber noch keine Anhaltspunkte für eine nachhaltige Schwäche.

Irrationales Verhalten

Reagiert der Markt also irrational in Verkennung aller Tatsachen? Davon sollte man zunächst einmal nicht ausgehen. Dieses Argument kommt immer dann, wenn Menschen die Reaktion des Marktes nicht verstehen. Ganz selten liegt der Markt bei Themen falsch, die er schon seit Monaten kennt. Und die Diskussion um die Anhebung der Schuldengrenze laufen seit Monaten. Nein, der Markt geht einfach davon aus, dass sich die Parteien einigen werden. Zu gefährlich wäre es gerade für die Republikaner, wenn das nicht geschieht. Es könnte ihre Chancen bei der kommenden US-Präsidentschaftswahl erheblich beeinträchtigen.

Und wenn doch

Doch genau hinter dieser Zuversicht des Marktes verbirgt sich auch eine gewisse Gefahr. Sollte das Undenkbare doch geschehen, entsteht ein erhebliches Überraschungspotenzial und zwar nach unten! Und genau diese Sorge könnte die Märkte in den kommenden Tagen belasten. Hoffen wir, dass sich die Amis doch noch einigen. Und auch hier gilt: Sicher kann man sich nie sein! Denn wer kann schon in die Köpfe der Beteiligten schauen? Und das ist wiederum ein Satz, der in diesem Jahr schon viel zu oft die Prognosen für die weitere Börsenentwicklung beeinflusst hat. Kein Wunder also, dass sich unter meinen Kollegen nicht nur hier bei Stockstreet eine gewisse Genervtheit verbreitet. Wo sind nur die schönen alten Zeiten geblieben?

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

 

 


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US-Konjunkturdaten

von Jochen Steffens

Die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist um 22.000 auf 405.000 gesunken. Analysten hatten im Konsens mit 410.000 Erstanträgen gerechnet, nach 427.000 Anträgen zuvor. Der Vier-Wochenschnitt liegt bei 423.300 und damit immer noch über der 400.000er-Marke.

Die US-Erzeugerpreise sind im Juni um 0,4 Prozent überraschend deutlich gesunken. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von um 0,2 Prozent im Vormonat.  Auf Jahressicht erhöhten sich die Erzeugerpreise jedoch um 7,0 Prozent, nach +7,3 Prozent im Vormonat.

Die Kernrate (exklusive Lebensmittel und Energie) stieg um 0,3 Prozent. Hier war ein Anstieg von 0,2 Prozent erwartet wurden. Auf Jahressicht ergibt sich ein Anstieg um 2,4 Prozent.

Die Einzelhandelsumsätze sind im Juni um 0,1% auf saisonbereinigt 387,79 Mrd. Dollar gestiegen. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang um 0,2% gerechnet. Ohne Kfz blieben die Umsätze gegenüber dem Vormonat wie erwartet konstant.

Insgesamt positive Zahlen. Besonders die sinkenden Erzeugerpreise könnten der FED Spielraum geben, die Zinsen nicht anzuheben. Dementsprechend positiv reagierte zunächst der Markt.


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