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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die ThyssenKrupp AG hat schon bessere Zeiten erlebt. Der deutsche Stahlkonzern machte in den letzten Monaten mit zahlreichen Negativ-Nachrichten auf sich aufmerksam. Milliardenverluste und Skandale trüben die Stimmung der Aktionäre. Doch Besserung ist in Sicht: Das traditionsreiche Rohstoff-Unternehmen wird langsam aber sicher wieder auf Vordermann gebracht. Auch die Charttechnik hellt sich auf.

2012 war kein gutes Jahr für ThyssenKrupp

Das Jahr 2012 war im Allgemeinen ein gutes Jahr für Aktien. Im Durchschnitt konnten deutsche Dividendenpapiere kräftig zulegen. Nicht so die Aktie von ThyssenKrupp. Der Rohstoff-Titel beendete das Jahr mit plus minus null. Diese relative Schwäche kommt nicht von ungefähr: Der Stahlkonzern kämpft aktuell mit verschiedenen Problemen. Auf der morgigen Hauptversammlung dürfte es turbulent zugehen. Doch nach fünf schwierigen Jahren könnte bald die Trendwende gelingen.

Große Probleme mit neuen Stahl-Werken

Es hätte alles so schön werden können: Niedrigere Lohnkosten, geringere Betriebsauflagen und die Nähe zu Rohstoffen ließ ThyssenKrupp vor einigen Jahren nach Amerika ziehen. Das Unternehmen baute in Brasilien und in den USA Stahlwerke für rund zwölf Milliarden Euro. Mit diesem Schritt erhoffte man sich, wieder den Anschluss an die großen Stahlkonzerne der Welt zu schaffen. Doch die einst hochgelobte Strategie erwies sich nach als Milliarden-Grab. Starke Probleme vor allem in Brasilien belasten den Konzern enorm.

Zunächst entpuppten sich die kalkulierten Kosten für die neuen Stahlwerke als zu niedrig. Letztlich blätterte ThyssenKrupp ungefähr das Dreifache der ursprünglich veranschlagten Summe hin. Pfuscherei am Bau sowie Missmanagement kamen hinzu. Gleichzeitig führte die weltweite Wirtschaftsflaute zu fallenden Stahlpreisen.

Käufer dringend gesucht

ThyssenKrupp hat die Probleme in Amerika trotz Bemühungen nicht unter Kontrolle bekommen. Mittlerweile möchte der alteingesessene Konzern aus Essen die neuen Anlagen einfach nur noch loswerden – (fast) egal zu welchem Preis. Der Konzern rechnet seit einiger Zeit mit Abschreibungen von mindestens fünf Milliarden Euro. Experten gehen im schlimmsten Fall sogar von einem Verlust von elf Milliarden Euro aus.

Tatsächlich gibt es einige Interessenten für die Problem-Werke. ArcelorMittal, der weltweit größte Stahlkonzern, hat nach Angaben des Wall Street Journals kürzlich 1,5 Milliarden US-Dollar für das Werk in den USA geboten. Daneben sollen auch die Konzerne Nucor (USA) sowie Siderurgica Nacional (Brasilien) Kaufinteresse an den Stahlwerken bekundet haben. Ein möglicher Bieter-Wettstreit käme ThyssenKrupp sehr gelegen.

Charttechnik hellt sich auf

Selbstverständlich spiegeln sich die Schwierigkeiten des Stahlkonzerns auch im Aktienkurs wider. Doch mittlerweile dürften alle negativen Nachrichten in der Notierung eingearbeitet sein. Zuletzt hat sich die charttechnische Situation bei ThyssenKrupp deutlich verbessert.

In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung der Rohstoff-Aktie seit Anfang 2012 dargestellt:

 

 

Bereits im Juli des vergangenen Jahres wurde der damalige Abwärtstrend der Aktie gebrochen – ein erster Lichtblick. Es folgte eine rasante Erholungsbewegung, wenn auch auf sehr niedrigem Niveau. In einer Konsolidierungsphase im Oktober und November kam das Wertpapier dann bis auf die Unterstützung bei rund 15,50 Euro zurück. Mit dem anschließenden Wiederanstieg bestätigte der Stahlwert jedoch seine neue, positive Tendenz.

Fazit: Nach Rücksetzer kaufenswert

Aus charttechnischer Sicht hat sich bei ThyssenKrupp ein neuer Aufwärtstrend etablieren können. Aktuell verläuft die maßgebende Chartlinie bei 16,38 Euro. In den nächsten Monaten dürfte diese Trendlinie für neuen Auftrieb sorgen. Interessierte Anleger können mögliche Rückschläge zum Einstieg nutzen. Sobald der hartnäckige Widerstand bei 19 Euro überwunden ist, sollte es schnell bis zum 2012er-Verlaufshoch bei 23 Euro gehen. Mit einem Stopp-Kurs knapp unterhalb der Aufwärtstrendlinie kann das Risiko für das Investment zudem stark begrenzt werden.



Freundliche Grüße aus Köln

Ihr

Bernd Raschkowski

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