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(Ein Beitrag von Paul Romer und Alan M. Garber, erschienen am 23.03.2020 in The New York Times unter dem Titel „Wird unsere Wirtschaft am Coronavirus sterben? Sie wird, wenn wir an unserer derzeitigen Strategie festhalten.“)


Covid-19, die bedrohlichste Pandemie der vergangenen Jahrhunderte, hat sowohl eine Gesundheits- als auch eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Die Strategien, welche die Regierungen zur Bewältigung jeder dieser Krisen verfolgen, sind widersprüchlich und bergen die Gefahr eines katastrophalen langfristigen Scheiterns.

Die soziale Distanzierung ist eine Notmaßnahme, die Leben retten wird, aber die wirtschaftliche Aktivität nahezu zum Erliegen bringt. Während der schlimmsten Zeit der Großen Depression waren 25 Prozent der Arbeitskräfte arbeitslos. Vor einigen Tagen, am 17. März, warnte Finanzminister Steven Mnuchin den Kongress, dass die Arbeitslosenquote bald 20 Prozent erreichen könnte. [James Bullard, Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, rechnet im schlimmsten Fall sogar mit bis zu 30 % Arbeitslosenquote. - Anm. Stockstreet]

Ein wachsender Teil der Bevölkerung - etwa jeder vierte Amerikaner – ist zurzeit gezwungen, zu Hause zu bleiben.

Kreditbürgschaften und direkte Geldtransfers werden den Bankrott und den Ausfall von Schulden verhindern, aber diese Maßnahmen können nicht die Produktion wiederherstellen, die verloren geht, wenn die soziale Distanzierung die Menschen davon abhält, Güter und Dienstleistungen zu produzieren.

Um unsere Lebensweise zu schützen, müssen wir innerhalb von ein paar Monaten zu einem gezielten Ansatz übergehen, der die Ausbreitung des Virus begrenzt, aber dennoch die meisten Menschen wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und ihre täglichen Aktivitäten wieder aufnehmen lässt.

Dieser Ansatz verwendet zwei sich ergänzende Strategien. Die erste stützt sich auf Tests, um die soziale Distanzierung zielgerichter zu machen und dabei zu verringern. Die zweite stützt sich auf Schutzausrüstung, um die weitere Übertragung des Virus möglichst zu verhindern. Diese Strategien erfordern natürlich eine massive Erhöhung unserer Kapazität für Coronaviren-Tests und einen Anstieg der Produktion von persönlicher Schutzausrüstung.

Um unsere Kapazität für Virustests zu erweitern, sind Ressourcen, nicht wissenschaftliche Durchbrüche, erforderlich. Doch technologische Innovationen werden die Kosten dafür weiter senken und die Geschwindigkeit der bestehenden Tests erhöhen. Bisher haben die SARS-CoV-2-Tests Tage gedauert. Inzwischen ist von dem Biotech-Unternehmen Cepheid ein Test verfügbar, der Ergebnisse in 45 Minuten liefert. Andere Firmen und Forschungsgruppen und selbst Krankenhäuser arbeiten ebenfalls an Alternativen.

Diese neuen Tests könnten kostengünstiger und bequemer sein, so dass es möglich sein wird, jeden immer und immer wieder zu testen, statt erst auf die Symptome zu warten. Regelmäßige Virustests in kurzen Abständen werden es uns ermöglichen, Erkrankte zu identifizieren und zu isolieren, bevor Symptome sichtbar werden und die Infektion mehrfach übertragen wird.

Wir könnten damit beginnen, die Bevölkerung wöchentlich zu testen. Es könnte sinnvoll sein, die Mitarbeiter des Gesundheitswesens und der Notfallhilfe täglich zu testen. Dazu sind wir jetzt nicht in der Lage, aber es könnte kurzfristig gelingen, wenn die Regierungen das Testen von Coronaviren zu einem dringenden Ziel machen und entsprechend finanzieren würden.

Bald werden auch Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen das neuartige Coronavirus verfügbar sein. Wenn die Genesung eine Immunität verleiht, wie dies bei SARS und MERS der Fall zu sein scheint, werden diese Tests Personen identifizieren, die weder durch die weitere Exposition gegenüber dem Virus erkranken, noch andere Personen dem Infektionsrisiko aussetzen würden. Sie würden keine zusätzlichen Tests benötigen.

Diese Menschen – also solche mit Immunität als auch solche, die das Virus nicht haben – könnten wieder arbeiten und ihre täglichen Aktivitäten wieder aufnehmen, während das Risiko für andere dennoch minimiert wird.

Allerdings müsste allen, die keine Antikörper haben, eine Schutzausrüstung gegeben werden, weil andere für sie ein Risiko darstellen. Nur wenige Menschen sind einem größeren Risiko ausgesetzt als die Ärzte, Krankenschwestern und Ersthelfer, die sich um infizierte Patienten kümmern. In der italienischen Region Lombardei sind 20 Prozent der Angehörigen des Gesundheitswesens infiziert. Das Gesundheitspersonal sollte daher leichten Zugang zu Masken, Handschuhen, Kitteln und Gesichtsschutz in ausreichender Menge haben.

Seit Jahrzehnten warnen uns Epidemiologen davor, dass wir einen großen nationalen Vorrat an solchen Utensilien anlegen müssen, um bei der nächsten Pandemie bereit zu sein. Da wir es versäumt haben, uns darauf vorzubereiten, wird es nun eines massiven Produktionsschubs bedürfen, um das Versäumte aufzuholen.

Es besteht zwar ein dringender Bedarf an vollständiger Schutzausrüstung, aber die vorhandene ist unpraktisch - es ist kompliziert, sie anzulegen und sicher zu entfernen. Neben der Ankurbelung der Produktion von traditionellen Ausrüstungen, sollten die Regierungen daher auch ein Crash-Programm zur Entwicklung neuer und besserer Schutzmöglichkeiten finanzieren.

Wenn diese Schutzausrüstung verfügbar wird, sollte sie für in Stufen bereitgestellt werden: zuerst für die Beschäftigten im Gesundheitswesen, dann für Apotheker, Polizisten, Feuerwehrleute und diejenigen, welche die öffentlichen Versorgungseinrichtungen und die Lebensmittelversorgung instand halten. Letztlich sollte sie dann aber allen zur Verfügung stehen.

Solange das Infektionsrisiko hoch bleibt, brauchen wir Schutzausrüstung, die jeder, der in einem Lebensmittelgeschäft arbeitet, und jeder, der dort einkauft, bequem tragen kann. Ohne abzuwarten, bis das beschriebene erweiterte System von Tests verfügbar ist, sollten wir uns das ehrgeizige Ziel setzen, z.B. innerhalb von zwei Monaten Schutzausrüstungen für 25 Prozent und innerhalb von vier Monaten für 75 Prozent aller Beschäftigten zu produzieren.

Eine konventionelle fiskalische Reaktion in der Größenordnung, die wir brauchen, um eine Depression zu vermeiden, wird Billionen von Dollar an Staatsausgaben erfordern. Investitionen in Schutzausrüstungen und Tests wären eine weitaus günstigere und bessere Möglichkeit, die Wirtschaft zu stimulieren als Zuwendungen und Transfers.

In einer Marktwirtschaft sind die Unternehmen gut darin, die laufende Nachfrage zu befriedigen, aber sie horten keine Güter in Erwartung einer Krise. Jetzt, wo wir mit einem Engpass konfrontiert sind, ist es wünschenswert, dass die Firmen ihre tägliche Produktion von Schutzausrüstung verdoppeln oder vervierfachen. Aber sie werden nur ungern Maschinen kaufen, die stillstehen, wenn der Engpass beseitigt ist und die Nachfrage sich wieder normalisiert. Hilfsorganisationen oder private Initiativen können dieses Problem nicht lösen, aber die Regierungen können eine solche intensive industrielle Mobilisierung orchestrieren und finanzieren, die wir angesichts dieser Krise brauchen.

Langfristig werden wir wahrscheinlich bessere Möglichkeiten haben - vielleicht einen Impfstoff oder wirksame Medikamente. Und irgendwann wird die Herdenimmunität – wenn ausreichend viele Menschen immun sind, so dass sich das Virus nicht weiter ausbreiten kann – das Coronavirus kontrollierbar machen.

Aber wir können es uns nicht leisten, darauf zu warten und zu hoffen. John Maynard Keynes hat bekanntlich gesagt, dass wir auf lange Sicht alle tot sind. Wenn wir unsere derzeitige Strategie der Abschottung, die auf allgemeiner, großflächiger sozialer Distanz beruht, 12 bis 18 Monate lang beibehalten, werden die meisten von uns noch am Leben sein. Es ist dann unsere Wirtschaft, die tot sein wird.

Paul M. Romer, der 2018 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt, ist Professor für Ökonomie an der Stern School of Business der New York University und war zuvor unter anderem Chefökonom der Weltbank. Alan M. Garber, ein Arzt und Wirtschaftswissenschaftler, ist der Leiter und Chief Academic Officer der Harvard Universität.

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