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Chart: Linde

 

Autor: Manfred Ries

Die Ausgangslage. Mit einem Minus von 11,1 Prozent eröffneten die Aktien der Linde AG den heutigen Handelstag – Dienstag, 1. Dezember 2015. Bis Mittag weiteten sich die Verluste aus. Kurs aktuell: 141,55 Euro (-14,3%) (11:30 Uhr). Was ist – charttechnisch – los mit dem traditionsreichen Industriegase-Spezialisten aus München?

Die Charttechnik. Zwischen Anfang 2013 und Ende 2014 herrschte die große Lethargie: Der Aktienkurs bewegte sich in einem Seitwärtstrend, der durch die Marken 140 Euro (Support) und 160 Euro (Resistance) gebildet wurde. Der „Run“ auf den Titel begann Anfang 2015 mit einer ausgeprägten Hausse bis auf 195,55 Euro (A) (März 2015) – hier wurde das bisherige Jahreshoch markiert. Im Anschluss daran drückten Gewinnmitnahmen die Linde-Aktie bis auf 140 Euro (B) nach unten und damit in einen langfristigen Support-Bereich. Ein neuerlicher Aufwärtsschub führte die Notierung bis an den 170er-Widerstand (C) heran, dessen Wirkungskraft durch den zwischenzeitlich nach unten drehenden MA(200) verstärkt wurde. In diesem charttechnischen Umfeld fiel heute Morgen eine kursbelastende Unternehmens-News: Der Aktienkurs rutschte bis auf zuletzt 141,55 Euro zurück und notiert damit erneut im Bereich seiner langfristigen Unterstützungszone (144 - 140 Euro).

Die Hintergründe. Das Unternehmen hat heute Morgen seine Zielsetzungen für 2016 und 2017 nach unten korrigiert, was in Analystenkreisen als „Enttäuschung“ aufgefasst wird. Es ist davon auszugehen, dass infolgedessen manch ein Equity-Analyst seine fundamentale Einschätzung für Linde überdenken wird …

Die Prognose. Kaufen, wenn die Kanonen donnern? Wer hat hierfür schon wirklich den Mut. Andererseits jedoch lockt der seit Anfang 2013 bestehende Support um 144/140 Euro zu einem spekulativen Einstieg auf der Long-Seite; erste Reaktionen auf negative Unternehmenszahlen fallen zumeist etwas emotional aus. Andererseits befindet sich der Titel ganz klar in einem mittelfristigen Abwärtstrend, der die weitere Richtung vorgeben wird. Der MACD (12/26/9) auf wöchentlicher Kursbasis ist neutral zu bewerten. Etwaige Korrekturbewegungen nach oben sehen wir vorerst als begrenzt an mit einem Target von dann 160 Euro. Andererseits dürfte sich der Abwärtstrend bei einem break out unter die 140er-Marke beschleunigen. Dann  müssten Kursziele von 135/130 Euro ausgesprochen werden. Die Linde-Aktie bleibt mithin ein DAX-Wert für „Zocker“.

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*) Glossar:

200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage wiederspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.  

Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.

Equity: Englischsprachige Bezeichnung für „Aktie“. Eine andere englischsprachige Bezeichnung für Aktie ist (Stock)Share.

MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).

MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.

Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.

Resistance: Englischsprachige Bezeichnung für „Widerstand“.

Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.

Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.

Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.


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