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Chart: Adidas

 

Die Ausgangslage. Viel Gewinner gab es nicht am heutigen Freitag, 18. September 2015. Die Aktien von Adidas jedoch bestachen mit einem Plus von 1,2 Prozent und übernahmen damit die Führung innerhalb des Deutschen Aktienindex (DAX). Die Papiere des Sportartikelherstellers verabschiedeten sich mit einer Notierung von 70,17 Euro ins Wochenende. Wie stellt sich die aktuelle Ausgangslage dar?

Die Charttechnik. Das bisherige Jahreshoch der Adidas-Aktie wurde am 5. Mai 2015 mit einem Kurs von 78,05 Euro markiert. Im Anschluss daran ging es bis auf 66,63 Euro (7.7.15) abwärts, wo die 200-Tagelinie als Unterstützung bereitstand. Die anschließende Aufwärtsbewegung führte den Aktienkurs bis auf 76,41 Euro (6.8.15) nach oben. An das vorhergehende Top jedoch konnte nicht angeknüpft werden und die Notierung verlor in den folgenden drei Wochen bis zu 18 Prozent an Wert. Dabei erwies sich der Bereich um 64/65 Euro einmal mehr als solider Support. Die abgelaufene Handelswoche überzeugte mit einer Impulsbewegung von +6,5 Prozent. Dabei schaffte der Aktienkurs wieder den Sprung über seine 200-Tagelinie.

Die Hintergründe. Die britische Investmentbank HSBC hat die Aktien von Adidas am Freitag, 18. September 2015, von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und dabei gleichzeitig ihr Target von bisher 79 Euro auf nun 84 Euro geändert. Aktienanalyst Erwan Rambourg hebt in seiner neuesten Branchenstudie die „überraschend starken Wachstumsaussichten des deutschen Sportartikelherstellers“ hervor und bezieht sich dabei auf die Geschäftsjahre 2015 und 2016. Adidas wird am Markt gegenwärtig mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 17,1 (2016e) bewertet.

Die Prognose. Bei aller Euphorie für Adidas: Nach dem kräftigen Kursplus der abgelaufenen Handelswoche, gepaart mit dem Widerstand um 72 Euro, dürfte es dem Aktienkurs schwerfallen, seine Impulsbewegung fortzusetzen. Denn spätestens im Bereich um 75,50 Euro stößt der Titel an seinen mittelfristigen Abwärtstrend, der sich Anfang Mai 2015 etabliert hat. Auch hat der MACD-Indikator auf wöchentlicher Kursbasis noch kein Kaufsignal generiert.
Die Gewinnaussichten für den Titel sehen wir aktuell als beschränkt an. Etwaige Buchgewinne bestehender Long-Positionen sollten durch das Platzieren eines Stop-Losskurses – etwa knapp unterhalb des Wochentiefs bei 64,90 Euro – abgesichert werden.

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*) Glossar:

200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage wiederspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.  

2016e: Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass es sich um geschätzte Werte für das Geschäftsjahr 2016 handelt („e“ = Abkürzung für das englischsprachige „estimated“ = „geschätzt“).

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Eine der von Investoren am häufigsten beachteten Aktienkennziffern. Das KGV gibt – kurzgesprochen – an, wie oft der Gewinn je Aktie eines Unternehmens in einem bestimmten Jahr im aktuellen Börsenkurs enthalten ist. Die Berechnung: (Aktueller Aktienkurs) / (Gewinn pro Aktie). Die Interpretation der Fundamentalanalysten: Je niedriger das KGV, desto günstiger ist die Aktie bewertet. Gleichwohl: Das KGV sollte niemals das einzige Kriterium für einen Aktienkauf darstellen.

MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.

Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.

Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.

Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.


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