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Jochen Steffens, die Finanzkrise und die Charts
  
Jochen Steffens, die Finanzkrise und die Charts
von Torsten Ewert
 
Verehrte Leserinnen und Leser,
 
es ist unglaublich! Kaum macht Jochen Steffens Urlaub und schon brechen die Märkte wieder dramatisch ein. Es scheint fast, als bräuchten die Märkte seine ungeteilte Aufmerksamkeit, um sich am Riemen zu reißen. Ähnlich wie ein Lehrer, der seine Klasse halbwegs im Griff hat, aber wehe, er kehrt ihr einmal den Rücken!
 
Scherz beiseite, die Lage scheint wirklich deutlich schlimmer zu sein, als noch vor Wochen von vielen gedacht. Doch trotz dicker Schlagzeilen in der „Bild“ sind die Leute bisher zum Glück vergleichsweise gelassen. Eine richtige Krise fühlt sich anders an, glauben wohl viele.
 
Die Kehrtwende der Politik
 
Der eindringliche Appell von Bundeskanzlerin und Finanzminister am Wochenende an die „Sparerinnen und Sparer“, sowie die ungewöhnlich freimütige Garantie aller Spareinlagen durch den Bund sprechen aber eine andere Sprache. Offensichtlich befürchten die Verantwortlichen, dass Misstrauen und Panik jetzt auch auf die Bevölkerung übergreifen könnten und dann in großem Stil Einlagen von den Banken abgehoben werden. Inzwischen wird offen eingeräumt, dass das dem Finanzsystem den Rest geben könnte.
 
Damit haben sich unsere Politiker von ihren Positionen der vergangenen Woche meilenweit entfernt. Damals herrschte eine offen zur Schau gestellte Arroganz angesichts des Maßnahmenpaketes der US-Regierung, und Forderungen, Gleiches in Europa zu etablieren, wurden entrüstet zurückgewiesen.
 
Nur wenige Tage später flehten die gleichen Politiker die US-Parlamentarier geradezu an, diesen Hilfsmaßnahmen ihren Segen zu erteilen. Mit Dexia, Fortis und Hypo Real Estate sind sie nun endgültig wieder in der bitteren Realität angekommen.
 
Doch alles anders
 
Damit ist klar, dass all die wohlfeilen Sprüche der Politiker und Manager, das werde alles nicht so schlimm, es wäre schon Licht am Ende des Tunnels zu sehen und man solle das alles schnell „abhaken“, irgendwo zwischen Ahnungslosigkeit, Inkompetenz und Vernebelungstaktik einzuordnen sind.
 
Da erscheint Jochen Sanio, Präsident der Finanzaufsicht BaFin, fast als Lichtgestalt. Er warnte bereits angesichts der  Aufsehen erregenden Gewinnwarnung der IKB Ende Juli 2007, dass die schlimmste Krise seit 1931 heraufziehe. Dafür musste er sich wahlweise verlachen oder als unverantwortlicher Schwarzseher brandmarken lassen.
 
Die große Ungewissheit
 
Ist das jetzt der Anfang von Ende unseres Finanzsystems und der Ordnung, die wir kennen? Steuern wir geradewegs auf eine Wirtschaftskrise unvorstellbaren Ausmaßes zu? Was ist jetzt wirklich sicher und wie verhalten Sie sich in so einer Situation?
 
Antworten auf diese Fragen scheinen Ihnen diverse Crash-Propheten und Vermögenssicherungs-Börsenbriefe zu versprechen, mit denen auch Sie sicherlich zurzeit geradezu bombardiert werden. Da wimmelt es nur so vor „sicheren“ Empfehlungen, wie Bundeswertpapiere, Gold oder Immobilien. Aber wenn Sie bei Ihren Anlagen auch sonst keine Strategie haben, ist all das leider wertlos,. Dann werden Sie nämlich von solchen „Offerten“ wie ein Fähnchen im Wind immer hin und her getrieben. Und leider immer prozyklisch und leider viel zu spät in die „richtige“ Richtung.
 
Was tun?
 
Aber selbst mit einer ausgeklügelten Strategie, viel Erfahrung und jeder Menge Gottvertrauen stehen Sie vergleichsweise hilflos vor der aktuellen Situation. Denn für die allermeisten von uns ist das trotz der Crash-Erfahrungen von 2003 ein absolutes Novum. Dass öffentlich das Weiterbestehen unseres Finanz- und Wirtschaftssystems in Frage gestellt wird, hat es so seit der Wirtschaftskrise der 30er Jahre nicht gegeben.
 
Kein Wunder, dass sich inzwischen auch nahezu die gesamte Analystengemeinde auf eine längere Rezession eingeschossen hat. Das war vor einigen Wochen noch ganz anders. Auch hier regiert also wie immer zyklisches Denken. Lassen Sie sich davon nicht zu sehr beeindrucken. Bedenken Sie: Die meisten dieser Analysten sind in einem Alter, dass selbst ihre Eltern die damalige Krise nur vom Hörensagen kennen! Die wenigen „Alten“ geben dagegen meist sogar offen zu, „so etwas“ noch nicht erlebt zu haben.
 
Eine solche Krise kann man nicht „meistern“
 
Aber selbst, wenn wir Leute hätten, die über diese Erfahrung noch verfügen, müssten sie einräumen, dass nur sehr wenig vergleichbar ist. Und dann vergegenwärtigen Sie sich noch eins: Alles, was wir heute über die Große Depression wissen, haben kluge Leute im Nachhinein analysiert und erforscht und recherchiert. Die eigentlichen Akteure damals haben etliche große Fehler gemacht. Fehler, die so heute zwar nicht mehr wiederholt werden. Dafür werden mit Sicherheit neue gemacht.
 
Der heutige Fed-Chef selbst, Ben Bernanke, hat zum Beispiel sein halbes bisheriges Leben damit verbracht, die damaligen Vorgänge zu untersuchen! Wenn jedoch solche Prozesse derart komplex sind, dass selbst die „Nachbereitung“ noch Jahrzehnte dauert, wie können wir dann erwarten, dass die heute Verantwortlichen quasi in Echtzeit die wirklich richtigen Entscheidungen treffen bzw. die korrekten Prognosen erstellen?
 
Jeder rätselt eigentlich nur
 
Auch auf die Gefahr hin, Sie restlos zu verunsichern: Jeder, der zurzeit über die Finanzkrise sein Urteil fällt, rät eigentlich nur ins Blaue hinein. Allerdings kann Ihnen diese Erkenntnis helfen, sich von diesem Strom der Meinungen frei zu machen und zu eigenen Gedanken und Entscheidungen zu kommen.
 
Sie sollen diese vielen Meinungen keineswegs stumpf ignorieren. Zumal es meist keine „Dummen“ sind, die sie kundtun. Nur betrachtet jeder eben nur einen kleinen Ausschnitt aus dem riesigen Universum der Finanzkrise. Nehmen Sie sie, als das was sie sind: kleine Puzzlesteinchen in dem großen, noch sehr unfertigen Gesamtbild dieser Finanzkrise.
 
Keiner weiß wirklich, was genau passieren wird, und das macht es nahezu unmöglich, die richtigen Empfehlungen in dieser Situation zu geben. Was heute noch richtig ist, kann morgen schon falsch sein. Lassen Sie sich aber auf keinen Fall verrückt machen. Nur wer rational und wohlüberlegt agiert, wird die besseren Entscheidungen zu treffen.
 
Besonnenheit ist oberstes Gebot
 
In solchen Krisen muss man Geduld haben, sich nicht von der Massenhysterie anstecken lassen, um die Chancen zu sehen, sobald sie kommen! Also NICHT das machen, was die Masse macht (nämlich hysterisch werden), sondern das Gegenteil (ruhig bleiben).
 
Das gelingt natürlich besser, wenn durch die passende Strategie das Depot weitgehend „ungefährdet“ ist. An dieser Stelle hat Jochen Steffens bereits vor Monaten empfohlen, die Positionen bei nachgebenden Kursen schrittweise zu reduzieren. Wenn Sie diesem Rat gefolgt sind, sollte Ihr Depot – wie des Stockstreet-Premium-Traders – weitgehend „sauber“ sein. Dann wartet es sich gleich viel entspannter.
 
Ansonsten sollten Sie dieses Prinzip wenigstens jetzt beginnen umzusetzen. Aber natürlich nicht sofort, mitten in der Panik ...
 
Zum Markt
 
Zurzeit ist der Markt außer Rand und Band, so dass die meisten Prognosen hinfällig sind. Die Zustimmung des US-Repräsentantenhauses zum Banken-Rettungsplan der US-Regierung war erwartet worden. Aber getreu dem Motto „Kaufe die Gerüchte, verkaufe die Nachricht“ ist der Markt prompt nach Verkündung der Entscheidung wieder gen Süden geschwenkt. Die US-Indizes schlossen am Freitag auf Tages- und Wochentief.
 
 
 
Damit wurden der Kurzfristabwärtstrend, der flache 2000er Abwärtstrend und die Unterstützungszone bei 1.150 nach unten aufgelöst. Charttechnische Analysen wurden dadurch reihenweise zu Makulatur.
 
Wir müssen also eine rabenschwarze Woche erwarten. Die Nachrichten vom Wochenende über die Maßnahmen der Europäer und insbesondere der Bundesregierung bezüglich Hypo Real Estate waren auch nicht dazu angetan, den DAX zu beflügeln.
 
 
Er testet seinen steilen Aufwärtstrend nun auf der Unterseite. Vermutlich wird in der gegenwärtigen Situation die zu erwartende Gegenbewegung eher mickrig ausfallen. Damit wird ein „Durchmarsch“ bis 5.250 Punkte immer realistischer.
 
Entscheidend wird für alle Indizes aber diese Woche werden. Wie weit können sich die Börsen fangen? Welche weiteren Hiobsbotschaften á la Hypo Real Estate erwartet die Märkte von diesseits oder jenseits des Atlantiks? Rutscht die Wirtschaft noch weiter Richtung Rezession ab? Oder gibt es vielleicht sogar wieder erste optimistische Signale und Nachrichten?
 
Und dann steht uns ja auch noch die Berichtssaison ins Haus...
 
Trotzdem wünsche ich Ihnen eine angenehme Woche!
 
Mit besten Grüßen
 
Ihr Torsten Ewert
 
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