In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: ...
Börse - Intern ist ein börsentäglicher Newsletter vom Börsenprofi Sven Weisenhaus. Sollten Sie diesen kostenlosen Newsletter noch nicht beziehen, können Sie sich → hier anmelden.


 
 
Was Anleger wirklich denken und tun...
von Torsten Ewert 
  
Verehrte Leserinnen und Leser,
 
welches Potenzial trauen Sie dem DAX in den nächsten Wochen noch zu? Oder erwarten Sie fallende Kurse? Doch egal, was Sie erwarten – haben Sie sich auch entsprechend positioniert? Als Bulle somit massiv investiert und als Bär alles verkauft?
 
Korrekturpotential für den DAX!?
 
Geht es nach dem kurzfristigen sentix-Indikator, dann droht in der Tat ein Kursrückgang. Denn dieser Sentiment-Indikator erreichte kürzlich ein neues Hoch, nachdem er über Wochen kontinuierlich anstieg:
 
 
Die sentix-Teilnehmer sind also mit den steigenden Kursen seit Februar immer bullisher geworden. Doch Sie wissen: Die Masse liegt häufig falsch. Und so basieren diese Sentiment-Indikatoren gerade darauf, dass solche einseitigen Einschätzungen in der Praxis gerne zum genauen Gegenteil führen. Demnach droht nach der klassischen Interpretation des sentix ein Rückschlag im DAX. Das jüngste Hoch stellt nämlich den bullishsten Wert der laufenden Rally dar...
 
Zwischen Sentiment und Ratespielen
 
Doch aufmerksame Leser des „Steffens Daily“ werden jetzt stutzten. Sentiment-Indikator? War da nicht was? Ein Entwarnungssignal oder so? Genau. Am Donnerstag vergangener Woche veröffentlichte Jochen Steffens an dieser Stelle das aktuelle Sharewise-Sentiment. Auch dies ist ein umfragebasierter Sentiment-Indikator. Dieser ergab aber ein gänzlich anderes Bild:

 
 
Hier geht nämlich die bullishe Überzeugung der Teilnehmer seit Februar kontinuierlich zurück! Passend dazu schrieb Jochen Steffens: „Eigentlich spricht das dafür, dass die Kurse weiter steigen werden. Eine Übertreibung ist nicht zu erkennen.“
 
Hm. Zwei Sentiment-Indikatoren und ein praktisch gegensätzliches Bild. Was macht der ratlose Anleger nun daraus? Zunächst zeigt uns dies die Grenzen solcher Umfrageindikatoren. Jeder Teilnehmer kann erst einmal behaupten, was er will. Also eine Art Börsen-Gesellschaftsspiel.
 
Jedes System an den Börsen zerstört sich selbst
 
„Erfahrene“ Umfrageteilnehmer passen ihre Einschätzung unter Umständen auch den jeweiligen Ergebnissen an. Zum Beispiel: „Letzte Woche waren die Leute sehr bullish. Eigentlich bin ich zwar auch bullish, aber zu viele Bullen sind wieder bearish. Also werde ich lieber mal bearish wählen“ Und schon wird nicht die tatsächliche Einstellung angegeben, sondern eine manipulierte.
 
Besonders fatal daran ist, dass damit auch dieser Indikator quasi sich selbst beeinflusst! Er verwässert nämlich seine ursprünglichen Signale. Wie jedes System an den Börsen haben also auch die Sentiment-Indikatoren die Tendenz, sich letztlich selbst zu entkräften!
 
Wer tut schon das, was er sagt?
 
Der größte Nachteil ist jedoch, dass die Teilnehmer ihre Einschätzung „umsonst“ abgeben können. Es kostet sie nichts, sie riskieren keinerlei „Einsatz“. Damit besteht meist eine Diskrepanz zwischen Worten und Taten.
 
Doch die Sentiment-Indikatoren setzen eigentlich voraus, dass ein bullisher Anleger auch entsprechend positioniert ist, ein Bär dagegen schon verkauft hat. Doch wer sagt, dass dies bei den entsprechenden Teilnehmern auch tatsächlich der Fall ist?
 
Insbesondere wenn diese Umfragen so gegensätzliche Ergebnisse bringen, ist ein Blick auf die tatsächliche Positionierung der Anleger unbedingt erforderlich. Doch wie erkennt man die?
 
Hilfreiche Spekulanten
 
Geschäfte am Aktien-Kassamarkt helfen hier nicht weiter. Jeder Verkäufer einer Aktie findet dort ja einen Käufer. Einem Pessimisten steht also immer ein Optimist gegenüber. Jedes abgeschlossene Geschäft ist daher also neutral zu werten. Das gilt prinzipiell auch, wenn die Umsätze besonders hoch oder niedrig sind. (Erst aus bestimmten Relationen und in Verbindung mit der Kursbewegung lassen sich aus den Umsätzen einige Anhaltspunkte gewinnen.)
 
Hier müssen wir also auf die Terminbörsen ausweichen und uns der so viel gescholtenen Trader und Spekulanten bedienen. Diese setzen mit Optionen und Futures auf alle möglichen kurzfristigen Entwicklungen. Dabei zeigen sie sehr wohl ihre tatsächliche Markteinschätzung.
 
Kauft ein Spekulant beispielsweise eine Kaufoption (Call) auf den DAX, geht er für die Laufzeit dieser Option eine Wette auf steigende Kurse ein. Denn er gewinnt nur, wenn die Option am Ende über dem jeweiligen Basispreis liegt. Darauf setzt er das Geld, das er für die Option bezahlt hat. Dieser Spekulant ist also eindeutig Optimist.
 
Positionierung der Spekulanten gibt echte Anhaltspunkte
 
Umgekehrt ist der Käufer einer Verkaufsoption (Put) ein lupenreiner Pessimist. Dieser wettet genauso eindeutig auf fallende Kurse und setzt darauf sein Geld. Addiert man nun die täglich gekauften Puts und Calls und setzt diese Summen ins Verhältnis, erhält man das sogenannte Put-Call-Ratio.
 
Genau dies machen die Terminbörsen und ermöglichen so den Anlegern, die Stimmungslage an den Börsen etwas genauer zu erfassen. Da auch die bei Privatanlegern so beliebten Optionsscheine über die Emittenten an den Terminbörsen als Optionen auftauchen, spiegelt das Put-Call-Ratio durchaus auch das Sentiment der Privatanleger wider.
 
Und wie sieht da die Lage nun aus?
 
 
Quellen: MarketMaker, sentix, Eurex
 
Im unteren Chart-Teil sehen Sie das (sehr volatile) Put-Call-Ratio (blau, linke Skala) über dem schon oben gezeigten sentix-Indikator (rot, rechte Skala) aufgetragen. Ein hohes Put-Call-Ratio bedeutet, die Anleger sind überwiegend bearish positioniert. Werte ab knapp zwei sind dabei offenbar Extremwerte.
 
Diskrepanz zwischen Worten und Taten
 
Überraschend ist die deutlich erkennbare Diskrepanz zwischen Worten und Taten. Eine bullishe Einschätzung der Anleger (Hochs der roten Kurven) müsste auch mit einer bullishen Positionierung einhergehen. Das Put-Call-Ratio sollte dann möglichst niedrig sein (wenige Puts, viele Calls). Das ist aber während der gesamten Rally nur selten klar der Fall (grüne Ellipsen).
 
Dagegen ist die Positionierung vergleichsweise oft der abgegebenen Einschätzung diametral entgegengesetzt (gelbe Ellipsen)! So waren die sentix-Teilnehmer im Januar 2010 extrem bearish. Das niedrige Put-Call-Ratio signalisierte damals aber eine vergleichsweise bullishe Positionierung der Spekulanten.
 
Diese offensichtliche Diskrepanz zwischen Worten und Taten schmälert natürlich den Wert der Sentiment-Indikatoren. Aber auch das Put-Call-Ratio ist eher ein Kontra-Indikator. So erwischten die Anleger nur einmal während der jüngsten Rally mit ihren Short-Engagements einen signifikanten Kursrückgang – im Januar 2010 (senkrechte rote Linie)...
 
Und dann ist da noch der Performancedruck...
 
Demnach ist das jüngste Extrem im Put-Call-Ration von fast 3 (rechte Ellipse) ein recht deutliches und sehr wahrscheinliches Fehlsignal. Dazu passt, dass auf der „Unterseite“ Werte von 0,5 schon seit Monaten nicht mehr erreicht wurden (letztmalig im Dezember 2009; siehe grüne Ellipse). Die Front der Bullen bröckelt also offenbar auch in den optimistischen Phasen...
 
Ach ja, und dann sind da noch all die Anleger – Private und Institutionelle – die der Rally die meiste Zeit hinterher geschaut haben. Viele – auch bedeutende Fondsmanager – erklärten unlängst öffentlich, dass sie nur noch einen günstigen Einstiegszeitpunkt abwarten. Das Rückschlagspotenzial ist dadurch also begrenzt.
 
Gewitzte Leser werden nun natürlich fragen, ob derartigen Absichtserklärungen am Ende Taten folgen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist vergleichsweise hoch. Der Performancedruck wird langsam einfach zu groß...
 
Vor der letzten Rally-Phase?
 
Damit besteht die Chance auf weiter steigende Kurse. Passend dazu befinden sich einige andere wichtige Märkte kurz vor einem Ausbruch aus einer Fortsetzungsformation. Das wäre dann das entsprechende charttechnische Signal.
 
Ironischerweise hat dieser mögliche nächste Kursschub alle Chancen, die typische finale Stufe der aktuellen Rally zu werden. Dann werden nämlich auch die letzten Anleger auf diesen längst fahrenden Zug aufgesprungen sein. Und all die Investoren, die in den letzten Monaten zwei- oder gar dreistellige Gewinne einfahren konnten, finden dann Gelegenheit, ihre Bestände in großem Stil unauffällig zu verkaufen.
 
Und damit hätte es Miss Börse wieder einmal geschafft, die zögerlichen Anleger zu narren.
 
 
Mit besten Grüßen
 
Torsten Ewert
  

Auch die Stockstreet Investment-Strategie hat seit ihrem Start Anfang 2009 eindrucksvolle Ergebnisse aufzuweisen. Die Papiere hat Torsten Ewert gut gewählt: Air Liquide +38%, + 44 NASDAQ-100-ETF +44 % und Aurubis mit unglaublichen + 50%.

Dabei basieren diese Resultate auf einer konservativen Strategie, welche die Sicherung Ihres Vermögens konsequent berücksichtigt.

Erfahren Sie, welche aussichtsreichen Positionen Tosten Ewert für die Zukunft heraussucht. Kursrücksetzer der nächsten Zeit können gute Einstiegschancen für Sie sein.

Nutzen Sie einfach Ihren Gratis-Test…

Anmeldung zum kostenlosen Newsletter "Börse - Intern"

  • Kostenloser Tagesbericht vom Börsenprofi Sven Weisenhaus.
  • Börsentäglich nach Börsenschluss direkt zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Newsletter "Börse - Intern" ab der nächsten Ausgabe.

Anmeldung zum kostenlosen Rohstoffdienst

  • Die ganze Welt der Rohstoffe in einem Newsletter.
  • Mehrmals pro Woche direkt per E-Mail kostenlosen zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Rohstoffdienst ab der nächsten Ausgabe.

Alle Angebote von Stockstreet.de

  • Logo Steffes Daily
  • Logo Der Rohstoffdienst
  • Logo Premium-Trader
  • Logo Hebel-XXL
  • Logo Investment-Strategie
  • Logo Aktien-Perlen
  • Logo Allstar-Trader
  • Logo Target-Trend-Spezial

Allstar-Trader

Das erwartet Sie

Allstar-Trader Cover

Vom Traden leben!

Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!

von Bernd Raschkowski

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Investment-Strategie

Das erwartet Sie

Investment-Strategie Cover

Ihr langfristig orientierter Börsendienst
für Vermögen und Wohlstand!

Die Strategie für Ihre Geldanlage!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Premium-Trader

Das erwartet Sie

Premium-Trader Cover

Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Target-Trend-Spezial

Das erwartet Sie

Target-Trend-Spezial Cover

Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und Beispiele lesen!

Aktien-Perlen

Das erwartet Sie

Aktien-Perlen Cover

Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!

Die Spreu vom Weizen trennen!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Hebel-XXL

Das erwartet Sie

Hebel-XXL Cover

Zocken aus Leidenschaft!

Begleiten Sie uns in
das Casino der Hebelprodukte!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!