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Präsidenten als Telefonverkäufer
von Torsten Ewert
 
Verehrte Leserinnen und Leser,
 
erinnern Sie sich noch an das „Rote Telefon“? In den Zeiten des Kalten Krieges war dies das Synonym für den „Heißen Draht“, also die Direktverbindung zwischen Moskau und Washington. Darüber sollten der US-Präsident und sein sowjetischer Widerpart im Krisenfall ohne Verzögerung miteinander sprechen können.
 
Pragmatismus statt Mystik und Brimborium
 
An diese fast mystisch anmutende Einrichtung fühlte ich mich erinnert, als es am Freitag hieß, US-Präsident Obama habe mit Russlands Präsident Medvedjew „in einem Telefongespräch die letzten Hindernisse für das umfassendste Abkommen zu Abrüstung von Atomwaffen seit fast zwei Jahrzehnten aus dem Weg geräumt“. (Der Präsident selbst sprach bescheidener von einem „produktiven Telefongespräch“...)
 
Dennoch ist dies ein ungewöhnlicher Vorgang. Die ersten derartigen Abkommen wurden mit großem Tam-Tam in „Gipfeltreffen“ zwischen den beiden Großmächten ausgehandelt. 1986 zogen sich Reagan und Gorbatschow dazu sogar in die Einsamkeit Islands zurück. Nach der Auflösung der UdSSR ging es zwar schon unspektakulärer zu, aber offenbar wurde diesmal tatsächlich viel über indirekte Kontakte abgewickelt – schließlich ist Obama erst seit einem guten Jahr im Amt, währenddessen sich die beiden Präsidenten nicht sehr oft trafen...
 
Damit feiert die Blackberry-Generation einen ersten politisch durchschlagenden Erfolg. Präsidenten als Telefonverkäufer. Das scheinbar pragmatische und daher ziemlich überraschende Zustandekommen dieser Vereinbarung ist noch erstaunlicher, wenn man an die zuvor so vehement geäußerten Vorbehalte der Russen gegen das geplante NATO-Raketen-Abwehrprojekt in Polen und Tschechien denkt.
 
Erfolge Obamas sind Amerikas Erfolge
 
Noch sind nicht alle Details des Abkommens bekannt. Aus Russland ist z.B. zu vernehmen, dass man sich dort einen Rückzug vorbehält, wenn das Anti-Raketen-Projekt der NATO für die Russen „inakzeptabel“ würde. Auch ist der Vertrag noch nicht unterschrieben, geschweige denn von den Parlamenten ratifiziert.
 
Dennoch kann Obama damit nach der Verabschiedung seiner Gesundheitsreform durch den Kongress zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit einen wichtigen Erfolg vorweisen. Was immer man gegen beide Projekte auch vorbringen mag – Erfolge des Präsidenten sind in Amerika zunächst immer auch Erfolge des ganzen Landes. Das ist im Selbstverständnis des amerikanischen Volkes tief verankert.
 
Solche Erfolge, vor allem, wenn sie wie im Falle des Abrüstungsabkommen auch mit internationaler Anerkennung einhergehen, stärken sehr schnell das Selbstvertrauen der Menschen. Die USA waren es jahrzehntelang gewöhnt, als internationale Führungsmacht anerkannt zu sein. Die jüngsten Punktsiege Obamas sind geeignet, dem Land etwas von dem früheren Glanz zurückzugeben.
 
Wirtschaft ist Vertrauen und Psychologie
 
Und damit sind wir bei der Wirtschaft und der Börse. Die jüngsten Kurssteigerungen der US-Aktienmärkte führten zu einer deutlich erkennbaren Outperformance der amerikanischen Börsen (der DAX erreichte erst dieser Tage ein neues Jahreshoch, der Euro STOXX 50 hat noch nicht einmal das geschafft).
 
Inzwischen warten viele, fast zu viele auf eine Konsolidierung bzw. einen Rückschlag. Ein wachsendes Selbstvertrauen der Amerikaner, auch in ihre eigene Stärke, hat somit das Potenzial, an den Börsen das Blatt zu drehen. Vergessen wir nicht – Börse und Wirtschaft sind zu 95 % psychologischer Natur. Und die Haupttriebfeder für positive Veränderungen sind Vertrauen und Risikobereitschaft.
 
Halten diese Eigenschaften wieder verstärkten Einzug in die Denkweise der Anleger, können die Auswirkungen auf die Börsen gravierend sein. Denn:
 
Liquidität, Liquidität, Liquidität!
 
Nach wie vor sind auch in den USA riesige Summen zu Minizinsen auf Geldmarktkonten geparkt. Dies mag hauptsächlich auf Privatanleger zutreffen, die auch aufgrund der Arbeitsmarktsituation vorsichtig wurden. Institutionelle Anleger waren in den vergangenen Monaten schon eher gezwungen zu investieren, um nicht bezüglich ihrer Performance ins Hintertreffen zu geraten.
 
Doch auch die privaten Investoren sind in den USA traditionell eine Macht. Sollten sie nun auf den Plan treten, dann würde das die Kurse weiter treiben. Für die Institutionellen wäre das vermutlich ein Segen. Diese könnten dann ihre Positionen an die Privaten abstoßen und so Gewinne sichern.
 
Das letzte Aufbäumen vor dem nächsten Einbruch?
 
Damit stünde uns eine weitere starke, wenngleich die letzte Phase der laufenden Rally bevor. Am Ende wären allerdings die Privatanleger wieder einmal die Dummen. Seien Sie also vorsichtig und riskieren Sie in dieser Welle nicht zu viel!
 
Interessanterweise würde dieses Szenario auch zu dem spektakulären Vergleich passen, den Ihnen Jochen Steffens vor zwei Wochen hier vorgestellt hat:
 
 
 
Der noch fehlende bzw. gerade startende Anstieg wäre danach der finale Ausverkauf vor einer vermutlich längeren Konsolidierung... Auch das würde also passen.
 
Noch nichts zu sehen
 
Derzeit ist von diesem Hype noch nichts zu sehen, wenn man von den Ausbrüchen absieht, die den US-Indizes vor zwei bis drei Wochen gelangen. In den letzten Tagen zeigte insbesondere der Leitindex S&P 500 deutliche Ermüdungserscheinungen (linker Chart im folgenden Bild):
 
 
Bedenklich ist dabei die Kerze vom vergangenen Donnerstag: eine fast ideale Sternschnuppe unter Ausbildung eines neuen Hochs bei hohem Volumen. Eine solche „Umverteilungskerze“ deutet häufig auf einen Trendwechsel hin. Zuletzt läutete ein Pendant dieser Kerze im Februar den Beginn des jüngsten Anstiegs ein...
 
Im NASDAQ 100 (rechter Chart) ist diese Kerze ebenfalls erkennbar, wenn auch nicht so ausgeprägt. Der Technologieindex führt jedoch seit den Tiefs vom März 2009 die Rally an. Diese Leitrolle gibt er vermutlich auch nicht so schnell ab.
 
Trendbeständigkeit weist den Weg
 
Wegen der anhaltenden Stärke des NASDAQ 100 wird der eingezeichnete Kanal kurzfristig weiterhin Bestand behalten. Selbst ein Rücksetzer in Richtung des alten Hoch bei 1.896 Punkten sollte dem Trend nichts anhaben können. Also würde der NASDAQ 100 bereits an einer der eingezeichneten höheren Unterstützungsmarken drehen.
 
Die Beständigkeit dieses Trend (eventuell mit einem Fehlausbruch nach unten) wird Ihnen also wichtige Hinweise auf die Verfassung des Marktes geben. Mit Obamas beiden jüngsten Paukenschlägen ist der Boden bereitet, auf dem neue positive Nachrichten wohlwollende Aufnahme finden.
 
Bedenken Sie: Kurse machen Nachrichten. Baldige neue Hochs sind also womöglich der Startschuss zur nächsten Rallystufe. Behalten Sie dabei ebenfalls im Hinterkopf, dass in diesem Fall sehr viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt werden. Dadurch wird eine sehr impulsive Bewegung möglich.
 
Kurzfristig dürfen Sie auf dieser neuen Welle durchaus mitsurfen, denn sie hat noch erhebliches Potenzial nach oben. Doch lassen Sie dabei die Sicherheitsleine niemals aus den Fingern gleiten. Es sei denn, Sie haben auch einen „Heißen Draht“ zu den entscheidenden Stellen. Soll heißen: Schauen Sie auch beim nächsten Börsenaufschwung regelmäßig in Ihren „Steffens Daily“!
 
 
Mit besten Grüßen
 
Torsten Ewert
 

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