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Die trügerische Sicherheit des Tagesgeldes
von Jochen Steffens 
 
Eines der interessantesten Phänomene an den Börsen ist, dass das, was die Masse macht, oft genau das Falsche ist. Eine der Reaktionen auf den Aktienmarktcrash war, dass sehr viele Anleger ihr Geld in „Sicherheit“ gebracht wurde. Sicherheit bedeutete in diesem Fall oft, Cash wurde aufgebaut. Das Geld landete zumeist auf Tagesgeldkonten und das bei Zinsen zwischen 0,8 % bis 2,1 %. Doch was sollte daran falsch sein?
 
Sicherheit durch Kontrolle
 
Menschen reagieren in Gefahrensituationen eigentlich immer sehr ähnlich: Solange sie das Gefühl haben, eine Situation kontrollieren zu können, erscheint ihnen diese Situation wesentlich weniger gefährlich, als wenn Sie keine Kontrolle besitzen. Aus diesem Grund haben weitaus mehr Menschen Angst vor dem Fliegen als vor dem Autofahren - wobei Autofahren um ein Vielfaches gefährlicher ist. Ähnlich funktioniert der Mensch leider auch bei Geldanlagen. Geld auf dem Tagesgeldkonto verspricht eine gewisse Kontrolle und so entsteht ein trügerisches Gefühl der Sicherheit.
 
Die Realität sieht anders aus
 
Tatsächlich sieht die Tagesgeld-Welt aber alles andere als rosig aus. Der Euro verliert seit einiger Zeit an Wert. Dazu das Euro/Dollar-Verhältnis:
 
 
Der Euro hat im Zusammenhang mit der Griechenlandkrise gegenüber dem Dollar von 1,5142 Dollar auf 1,344 Dollar verloren. Das entspricht einem Minus von 11,23 %. Noch scheint das kein Grund zur Sorge, schließlich haben wir im Euro immer noch nicht die Tiefs vom Jahreswechsel 2008/2009 erreicht. Das Problem ist nur, dass der Dollar zurzeit ebenfalls abwertet.
 
Etwas anders sieht es daher bereits aus, wenn wir den Euro mit einer anderen Währung vergleichen - zum Beispiel dem Schweizer Franken:
 
 
Der Euro ist von 1,6828 Schweizer Franken auf aktuell 1,4308 Schweizer Franken gefallen. Das ist ein Minus von bereits 15 %. Aber auch in der Schweiz sind zurzeit die Zinsen auf niedrigstem Niveau. Angesichts dieser expansiven Geldpolitik bietet demnach auch der Schweizer Franken keinen wirklich guten Vergleich.
 
Rohstoffgesicherte Währungen
 
Noch beeindruckender wird die Abwertung, wenn der Euro mit einer Währung verglichen wird, die rohstoffgesichert ist. Rohstoffgesichert bedeutet, dass die Währung eines Landes ausgewählt wird, das über viele Rohstoffe verfügt und diese auch abbaut. Zum Beispiel der Euro / Australische Dollar oder der Euro / Kanadische Dollar .
 
 
Zum Kanadischen Dollar hat der Euro seit Ende 2008 22 % verloren, zum Australischen Dollar sogar über 30 %.
Wenn man mit solchen Verlusten die aktuelle Rendite von Tagesgeld oder sogar Festgeld vergleicht, dann haben diejenigen, die Sicherheit suchen, diese Sicherheit nicht wirklich gefunden.
 
Bleibt für uns Europäer nicht alles gleich?
 
Nun könnte man natürlich fragen: „Was interessieren mich die anderen Währungen?“ Solange hier in Europa alles gleich bleibt, ändert sich doch nichts für mich. Diese Sichweise ist zwar nicht ganz falsch, aber sie hat eine Haken:
 
Wenn eine Währung abwertet, verteuern sich für die Bürger oft direkt spürbar Rohstoffe, wie Heizöl und Benzin (diesen Effekt bekommen Sie ganz aktuell an den Tankstellen bereits zu spüren). Zudem werden aus dem außereuropäischen Ausland importierte Lebensmittel teurer. Auch der Urlaub außerhalb Europa wird mehr kosten.
 
Da sich für die Unternehmen zudem nahezu alle anderen importierten Rohstoffe, aber auch Einzelteile, importierte Maschinen etc. verteuern, wirkt sich eine Abwertung der Währung zeitversetzt auch auf andere Konsumgüterpreise aus. Tatsächlich können die Menschen, die auf Cash setzen, nun weniger Rohstoffe, exotische Lebensmittel, etc erwerben. Es hat somit einen realen Kaufkraftverlust zumindest in diesen Bereichen gegeben, der sicherlich nicht durch 1-2 % Rendite aufgefangen wird.
 
Noch kein Grund zur Panik
 
Mir geht es nicht darum Panik zu verbreiten. Noch ist im Euro nicht viel passiert. Wenn Sie sich die längerfristigen Wechselkurse anschauen, erkennen Sie, dass der Wertverlust des Euros zurzeit noch alles andere als dramatisch ist. Zudem ist diese noch vergleichsweise harmlose Abwertung ein Segen für die exportorientierten Länder (wie Deutschland). Meines Erachtens ist das auch ein Grund, warum die Regierung in Deutschland zurzeit so scharf gegen Griechenland schießt. Jede weitere Abwertung des Euros wird der deutschen Wirtschaft helfen. Aber das ist ein anderes Thema.
 
Trügerische Sicherheit
 
Mit dieser Ausführung wollte ich lediglich darstellen, dass diese scheinbare Sicherheit „Tagesgeld“ und Co. auf den Prüfstand muss. Dieses Sicherheitsgefühl könnte, wenn der Wertverlust des Euros weiter geht, dazu führen, dass viele Anleger zunächst völlig unbemerkt einen erheblichen Kaufkraftverlust erleiden, obwohl sie nominal die gleiche Geldsumme behalten.
 
Wie kann sich der Anleger davor schützen?
 
Grundsätzlich kann man auf diese Frage immer nur eine einzige, immergültige Antwort geben: Verteilen Sie Ihr Vermögen auf die verschiedensten Anlagen. Je größer das Vermögen ist, desto breiter muss diversifiziert werden. Dafür bieten sich an: Gold, Immobilien und natürlich auch Aktien. Besser als Aktien sind jedoch ETFs auf breite Indizes. Wenn Sie diese dann noch weltweit streuen (unter anderem auch auf die Indizes rohstoffreicher Länder) haben Sie eine gute Chance die gestiegenen Risiken im Euroraum entsprechend abzufedern.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens 

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