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Heute lesen Sie an dieser Stelle ein Kommentar von Bernd Raschkowski, der ab sofort das Stockstreet-Team redaktionell unterstützen wird.

Zur Person: Bernd Raschkowski handelte bereits im Alter von 16 Jahren die ersten Wertpapiere und ist mittlerweile seit 14 Jahren erfolgreicher und eigenverantwortlicher Trader und Anlagecoach. Seine journalistische Leidenschaft entdeckte er während seines Studiums und verfasste schon unzählige Marktberichte und Kapitalmarktanalysen für namhafte Medien wie N-TV, T-Online, N24, Der Aktionär und Die Telebörse. Der gelernte Dipl.-Kaufmann analysiert die Finanzmärkte mit einem ganzheitlichen Ansatz aus volkswirtschaftlichen Daten, Charttechnik sowie der Verhaltensökonomie.

Auswirkungen der europäischen Sparbemühungen
von Bernd Raschkowski
 
Nach den historischen Plänen zum Rettungsschirm der EZB am vergangenen Wochenende haben Sie sicherlich den Aufschrei zahlreicher Experten in den Medien mitbekommen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass fast alle Stimmen negativ urteilten, die Maßnahmen der EZB und ihre Auswirkungen wurden regelrecht in der Luft zerrissen. Überall konnte man lesen, dass das von den EU-Kommissaren geplante Maßnahmenbündel nicht nachhaltig sei bzw. neue Probleme entstehen lassen würde.
 
Schenkt man den Expertenmeinungen Glauben, so steht uns unweigerlich eine starke Inflation im Euro-Raum bevor. Der Gedanke dahinter ist klar: Durch den Ankauf von Staatsanleihen der in Schwierigkeit geratenen Länder stabilisiert die EZB zwar die schwachen Mitgliedsländer, verliert dadurch aber gleichzeitig stark an Unabhängigkeit und Reputation. Das eigentliche Ziel der Preisstabilität wird geschwächt, zudem steigt der politische Einfluss auf die europäischen Währungshüter. Richtig, dass die Wahrscheinlichkeit einer anziehenden Inflation steigt. Soweit so gut. 

Strengere Regeln innerhalb der EU
 
Diese Betrachtung ist meiner Meinung nach allerdings etwas unvollständig. Mir fehlt ein Aspekt in dieser Diskussion, der bislang noch nicht in den Medien thematisiert wurde. Vergessen wird, dass die EZB die Maßnahmen an Sparbemühungen der wackeligen Länder knüpft. Durch strengere Regeln innerhalb der EU sollen Staatsschulden verringert werden und die Staatshaushalte über die Jahre hinweg wieder auf einen gesünderen Pfad gebracht werden. Dass Griechenland starke Kürzungen im öffentlichen Haushalt beschlossen hat, ist uns allen bekannt. Aber dabei wird es nicht bleiben: Erst kürzlich hat auch Spanien bereits drastische Sparmaßnahmen verkündet.
 
Mit Lohnkürzungen, Stellenabbau und einem Investitionsstopp will die spanische Regierung die Schuldenkrise eindämmen und bis Ende 2011 rund 15 Milliarden Euro einsparen. Das von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero vorgestellte Reformpaket sieht unter anderem vor, die Gehälter von Staatsbediensteten noch in diesem Jahr um fünf Prozent zu senken sowie 13.000 Stellen im öffentlichen Dienst zu streichen. Neben Griechenland und Spanien dürften bald auch andere Länder dem Sparzwang unterliegen. Bislang stehen noch die hoch verschuldeten Euro-Länder im Blickpunkt der Aufmerksamkeit, generell müssen allerdings fast alle Mitgliedsstaaten sparen.
 
Neben der Europäischen Zentralbank betonte auch der Internationale Währungsfonds (IWF), dass die öffentlichen Schulden vieler EU-Länder alarmierend seien und die bislang angekündigten Sparmaßnahmen hinter den notwendigen Einschnitten zurückblieben. Für Länder mit „niedriger fiskalischer Glaubwürdigkeit“ sei die unverzügliche Konsolidierung ein Muss.

Das Ende der stetig steigenden Schulden
 
Insgesamt zeichnet sich also ab, dass die stetig steigenden Schuldenberge der letzten Jahrzehnte sowie die exorbitant steigende Staatsverschuldung der beiden letzten Jahre (verursacht durch wegbrechende Steuereinnahmen und gleichzeitigen Konjunkturprogrammen) bald ein Ende haben dürften. 
 
Und genau hier liegt der Knackpunkt: Den strengen Sparmaßnahmen beziehungsweise die damit einhergehenden sinkenden Ausgaben werden meiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt. Die Investitionszurückhaltung der Staaten senkt die Nachfrage auf den Märkten und führt bei gleich bleibendem Angebot zu einer Nachfragelücke. Insgesamt verstärkt dies die deflationäre Tendenz und könnte der aktuellen Stabilisierung der Konjunktur erneut zusetzen.

Fazit: Während in den vergangenen Monaten die zahlreichen Konjunkturprogramme kombiniert mit den niedrigen Zinsen seitens der Notenbanken die im Umlauf befindliche Geldmenge stark aufblähten, ist nun die entgegengesetzte Richtung abzusehen. Ein Zwang zu niedrigeren Staatsausgaben könnte mittelfristig erneuten Druck auf die zarte Konjunkturerholung mit sich bringen. Sollte sich die wirtschaftliche Lage noch einmal verschlechtern, sind erneute Konjunkturprogramme zudem dann sehr unwahrscheinlich. Der Handlungsrahmen der EU-Staaten ist mittlerweile stark eingeschränkt und stellt somit einen neuen Unsicherheitsfaktor dar. Entgegen der weitverbreiteten Ansicht einer anziehenden Inflation hat sich meiner Meinung nach die Wahrscheinlichkeit des Deflationsszenarios durch die aktuelle Entwicklung erhöht.
 
Welches Szenario sich letzten Endes durchsetzten wird, bleibt abzuwarten. Wie auch immer, als Leser des Steffens Daily`s halten wir Sie weiterhin auf dem Laufenden und stellen Ihnen frühzeitig die jeweiligen Auswirkungen auf die Märkte dar. Nun wünsche ich Ihnen erst einmal ein schönes Wochenende!

Beste Grüße

Bernd Raschkowski

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