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Wie schnell wird sich die US-Wirtschaft von dem Finanzschock erholen?
von Jochen Steffens
 
Es ist natürlich kein Wunder, dass die aktuelle Krise auch den ZEW-Index erneut in den Keller drückt. Schließlich handelt es sich um einen Index, der aus einer Umfrage unter 350 Finanzexperten erhoben wird. Abgefragt wird die wirtschaftliche Entwicklung auf Sicht von sechs Monaten. Wer will da zurzeit noch optimistisch sein?
 
 
 
Der ZEW-Index (schwarze Linie) fällt demnach wieder und notiert erneut in der Nähe der Tiefs von 1992. Interessant ist, dass die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlich Situation (rote Linie) mittlerweile den bisher großen Dissens zum ZEW-Index abgebaut hat. Damit haben wir nun beide Bereiche deutlich im Minus.

Für die Börsen fungiert dieser Index natürlich als Kontraindikator, was auch damit zu tun hat, dass genau dann, wenn die Finanzexperten die wirtschaftliche Aussicht am düstersten einschätzen, die Börse bereits wieder anfängt, auf eine bessere Zukunft zu wetten.

Wie geht es weiter?
 
Es ist nach wie vor sehr schwierig zu beurteilen, wie alles weiter geht. Gehen wir einmal theoretisch davon aus, dass die weltweiten konzertierten Aktionen die Kreditmarktkrise bereinigt und die Banken nun wieder anfangen können, sich gegenseitig zu vertrauen. Was kommt dann?
 
Probleme in den USA nicht vom Tisch
 
In den USA bleiben die Probleme zurzeit strukturell. Wenn man davon ausgeht, dass die Märkte grundsätzlich Anzeiger der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sind, wurde allein durch den starken Einbruch der letzten Woche bereits eine tiefergehende Rezession in den USA eingepreist. Wir sollten also davon ausgehen, dass es zumindest kurzfristig zu einer rezessiven Phase kommen wird. Die entscheidende Frage wäre unter diesen Voraussetzungen, wie schnell sich die US-Wirtschaft anschließend wieder fangen wird. 
 
US-Immobilienmarkt, US-Arbeitsmarkt und Inflation
 
Ein wichtiger Punkt wird zunächst (kurzfristig) die weitere Entwicklung auf dem US-Immobilienmarkt sein. Wann werden wir dort einen Boden sehen? Zunächst müssen die Hypothekenzinsen in den USA weiter sinken. Das könnte in Folge einer Beruhigung der Kreditmarktkrise geschehen. Daraufhin sollten wir genau analysieren, wie sich der US-Arbeitsmarkt weiter entwickelt. Verschlechtert sich die Situation hier weiter, wird das zu Lasten des Binnenkonsums gehen. Das wäre schlecht für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Auch hier müssen Stabilisierungsansätze zu erkennen sein. Das wäre ein weiterer positiver Hinweis. 
 
Eine weitere, nicht unbedeutende Frage ist, ob wir nun in eine Phase der Inflation oder Deflation geraten. Diese Frage ist tatsächlich zurzeit kaum zu klären. Es gibt für beide Szenarien gute Argumente. Auch diese Entwicklung muss sehr genau beobachtet werden, sie wird maßgeblich die weiter Richtung der US-Wirtschaft bestimmen.
 
Seitwärtsbewegung und deren Folge
 
Ich hatte schon in der letzten Woche geschrieben, dass wir in Gefahr stehen, in eine große Seitwärtsbewegung überzugehen. Durch die weiteren Kursverluste und die Kurserholung der letzten Tage ist dieses Szenario nun das wahrscheinlichiste aller Szenarien geworden. Mehr zu dem Thema Seitwärtsbewegung und weitere Fakten, die eine solche begründen, können Sie in meiner aktuellen Kolumne auf boerse-online: „Dax steigt auf 10.000 Punkte“ finden. Klicken Sie dazu hier.  
 
Eine solche Seitwärtsbewegung wird natürlich mit einer längeren Rezession, beziehungsweise mehreren rezessiven Phasen einhergehen. Das sollte man sich bewusst machen. Doch das Verrückte ist, wenn es zu einer solchen Seitwärtsbewegung kommen wird, werden die Kurse bald wieder in Richtung der alten Hochs laufen!
 
Scheinbar abwegig, aber nicht unmöglich
 
Das scheint zunächst abwegig, aber es ist ein notwendiges Kriterium der Seitwärtsbewegung. Man sollte bei den aktuellen Analysen bedenken, dass nun ungeheure Summen in das System gepumpt werden. Banken haben zurzeit zudem eine Art Freibrief, riskante Geschäfte zu tätigen. Das ist leider die Kehrseite der Rettungsaktionen, etwas, worüber wenig berichtet wird. Ob es dazu kommt, weiß ich nicht, aber die Gefahr besteht. Banken könnten versucht sein, sich durch riskante Geschäfte gesund zu stoßen. Aber auch ohne diesen Effekt wird die massive Zufuhr von Liquidität gerade auch in den USA mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder eine neue Blase erzeugen. Und da der US-Immobilienmarkt am Boden liegt, die Hypothekenzinsen dort noch zu hoch sind, die Emerging Markets auch ausgebrannt sind, selbst die Rohstoffe und die Devisen Probleme habe, kann es gut sein, dass das Geld erst einmal wieder in den Aktienmarkt fließt. Also, die Wahrscheinlichkeit, dass die Indizes wieder an die Hochs laufen, ist durchaus gegeben.
 
Zeitliche Komponente

Ein wichtiger Hinweis dazu, der angesichts der hohen Volatilität geboten ist: Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit natürlich nicht in den nächsten Wochen geschehen. Die Märkte werden sich nun, nach der ersten Erholung, mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal orientieren müssen. Zudem ist viel Vertrauen verloren gegangen. Die wenigsten Anleger werden wieder wieder zurück in den Aktienmarkt drängen. Viele werden erst einmal vorsichtig bleiben und abwarten (und wahrscheinlich erst wieder in der Nähe der Hochs einsteigen).
 
Noch ist nichts wirklich bullishes passiert
 
Tatsächlich ist auch im Dax bisher noch nicht viel passiert, es sind noch keine „wirklichen“ Zeichen der Stärke zu erkennen. Wir haben noch nicht einmal das Niveau erreicht, wo die ganze Rutschpartie begann. Das liegt tief gerechnet bei 5600 Punkten, eigentlich aber bei 6000 Punkten. Alles unter diesen Marken muss man zurzeit noch lediglich als eine technische Gegenreaktion nach dem massiven Einbruch bezeichnen. Bleiben Sie also vorsichtig und werden Sie nun nicht zu schnell zu euphorisch!
 
Noch kein Zeichen der Stärke
 
 
 
 
Wir erleben gerade ein „V“-Erholung. Diese kann theoretisch die Kurse auch noch bis an die 6.300 Punkte-Marke treiben. V-Erholungen tauchen dann auf, wenn plötzlich ein Problem den Markt erschüttert, dass sich dann aber als doch nicht so schlimm herausstellt. Wenn letzteres der Fall ist, wird vergleichsweise schnell das Ausgangsniveau des Einbruchs erreicht, sprich die Minor-Bewegung des Abwärtstrends wird wieder ausgeglichen. Das würde bedeuten, dass der Dax wieder die 6200 Punkte Marke erreicht.
 
Aber, zwar gibt es nun vielleicht eine Lösung für die Kreditmarktkrise, doch diese ist nicht das eigentliche/einzige Problem. Es gibt gerade in den USA eine Vielzahl anderer Probleme, die noch nicht gelöst sind. Aus diesem Grund halte ich eine komplette V-Erholung, die ohne größere Konsolidierung bis zur 6200 Punkten läuft, für wenig wahrscheinlich. Zumal auch noch ein Gap (blaues Rechteck) bei 5100 Punkten offen ist.
 
Ich fürchte, wie gesagt, dass wir nach der ersten Euphorie in eine Orientierungsphase übergehen. Diese kann sowohl seitwärts, als auch leicht aufwärts gerichtet sein. Das muss abgewartet werden. Noch ist nicht einmal sicher, dass letzte Woche tatsächlich das Tief gefunden wurde, obwohl viel dafür spricht. Ich bin gespannt.

Viele Grüße
 
Jochen Steffens

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