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Montag, 9. Juni 2008
In dieser Ausgabe:
 
 
von Jochen Steffens
 
Am Freitag sind die Aktienmärkte weggebrochen. Eine Vielzahl von Nachrichten braute sich hier zu einem Giftcocktail zusammen. Dieser schmeckte den Anlegern überhaupt nicht, so dass eine leichte Verkaufspanik entstand.
 

Aussagen der EZB schwächen den Dollar

Auslöser waren unter anderem die Aussagen der EZB zur Inflation im Euroraum, die Sorgen um Lehman Brothers sowie der stark steigende Ölpreis. Die Aussagen der EZB, die in Richtung Zinserhöhung gedeutet werden müssen, führten dazu, dass der Dollar wieder einbrach. Gegen diesen Einbruch des Dollars versuchten sich institutionelle US-Anleger erneut über den Ölpreis abzusichern.
 

Androhung eines Militärschlags

Eine weitere Nachricht unterstützte die Rallye im Ölpreis: Der israelische Vizeregierungschef Schaul Mofas drohte dem Iran mit einem Militärschlag, sofern dieser sein Programm zur Entwicklung von Atomwaffen fortsetzen werde. Hier geht es um die Sorge, dass vielleicht sogar noch vor der Präsidentschaftswahl eine solche Militäraktion erfolgen könnte.
 

Charttechnisches Kaufsignal

Ein letzter Punkt ist, dass charttechnisch ein starkes Kaufsignal im Ölpreis generiert wurde, als das bisherige Hoch nach oben überwunden wurde.
 
 
An anderer Stelle, einige von Ihnen werden sich erinnern, habe ich als erstes Kursziel für den Ölpreis schon vor geraumer Zeit die 135 Dollar angegeben. Dieses Kursziel ergab sich aus der kleinen Flagge bei 100 Dollar. Die Spanne zuvor (schwarzes Rechteck) muss nur an das Tief der Flagge angelegt werden, und schon hatte man dieses Kursziel. Kursziel bedeutet nun aber eben nicht, dass sich an dieser Marke bereits ein Hoch ausbilden „muss“ (auch das hatte ich beschrieben). Aber es gab eine gewisse Chance, dass das passiert.

Und das war wohl auch der Grund, warum ein Teil der Anleger im Bereich der 135-Dollar-Marke ihre Positionen aufgelöst hat. So kam es auch tatsächlich genau an dieser Marke zu einer Konsolidierung  dieser Stelle. Als am Freitag schlussendlich diese Marke nach oben gebrochen wurde, entstand ein neues Kaufsignal, das neue Käufer in den Markt brachte. Jetzt rückt die psychologisch wichtige Marke bei 150 Dollar in den Fokus.

Wobei sich noch zeigen muss, ob dieser Ausbruch nicht nur ein letzter Schock/Ausverkauf nach oben war.
 

Worauf traden?

Was ich nicht verstehe ist, dass nun alle Welt versucht, auf Teufel komm raus mit viel zu großen Positionen den Ölpreis zu shorten (auf fallende Kurse zu setzen). Andere spekulieren wiederum jetzt noch auf weiter steigende Kurse. Beides führt in so einer Phase oft zu schmerzhaften Verlusten.
 
Es ist immer wieder das Gleiche: Immer erst dann, wenn die Medien eine Story an den Märkten durchs Dorf treiben, wollen alle auf der einen oder anderen Seite mit dieser Sau auch Geld verdienen. Aber das funktioniert nicht. So wird man nicht reich an den Börsen. Ihre Aufgabe muss es sein, die Storys zu finden, bevor die Massen sie entdecken.

Das Einzige, was man machen kann, wenn man denn unbedingt will: Einen langfristigen, konservativen Optionsschein mit niedrigen Hebel auf einen fallenden Ölpreis raussuchen und eine zunächst kleine Position sukzessive bei weiter steigenden Kursen auszubauen. Die Gesamtposition sollte aber insgesamt nicht zu groß werden.
 
Damit tradet man lediglich darauf, dass die Blase „irgendwann“ einmal platzt. Aber selbst das ist nicht ungefährlich und erfordert ein gewisses Mindestmaß an Kentnissen im Bereich der Optionsscheine.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
P.S.: Zu den Märkten wird Ihnen nun, wie angekündigt, mein geschätzter Kollege Torsten Ewert in seinen „Märkten am Montag“ eine interessante Analyse vorstellen, deren Grundtenor ich teile. Er geht der Frage nach, ob nun die Zeit der Bären gekommen ist.
 
 

von Torsten Ewert
 

Sind die Märkte nun wieder im Bären-Modus?

 
Verehrte Leserinnen und Leser,
in den letzten Wochen hatte ich in meinen wöchentlichen Kommentaren immer wieder die Meinung vertreten, dass die Aufwärtsbewegung seit März bullishe Motive zugrunde liegen. Die Begründung dafür sah ich in einer anziehenden Inflation sowie in einer zunehmenden kurzfristigen Übertreibung bei Rohstoffen.
Sowohl in den Anleihe- wie auch den Rohstoffmärkten sind viele Großinvestoren engagiert. Die zu erwartenden Einbrüche in beiden Märkten sollten sie zu Umschichtungen bewegen. Für mich erfolgten diese Umschichtungen bereits zugunsten des Aktienmarktes.
 
Es stellt sich nun die Frage, ob diese These angesichts der jüngsten Entwicklung revidiert werden muss. Zunächst eigentlich nicht. Die Inflationsgefahren sind ja jetzt auch sehr deutlich von der EZB benannt worden. Die Übertreibung im Ölpreis nimmt immer aberwitzigere Züge an, obwohl sie durchaus noch weiter gehen kann. Sollte es allerdings wirklich zu einer Konjunkturabkühlung kommen, dann werden die Rohstoffpreise mit Sicherheit kräftig nachgeben.
So weit, so gut. Aber was sagen die Charts?

Europa ist auf dem absteigende Ast

Vor allem die europäischen Indizes sehen nicht gut aus. DAX und Euro STOXX 50 haben einige relevante Unterstützungen (grün) gebrochen.
 
 
Nachdem der DAX die Unterstützung bei 6.850 (Hoch im linken blauen Kästchen und Kurslücke, s. Pfeil) gebrochen hat, erhöht sich aus verschiedenen Gründen die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die bisherige Aufwärtsbewegung nur eine Erholung (Welle B) innerhalb einer großen ABC-Abwärtsbewegung gewesen ist. Das Kursziel für C: 5.300. Dort etwa liegt das Tief vom Juni 2006 ...
 
Die starke Unsymmetrie im Kursverlauf des Euro STOXX 50 verringert dagegen die Wahrscheinlichkeit, dass es noch zu einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit Ausbruch über 3.900 Punkten kommt. Vor allem die zeitliche Ausdehnung der vermeintlichen rechten Schulter gibt zu denken. Auch der Bruch der Unterstützung bei 3.600 Punkten ist kritisch, wenn er sich nicht demnächst als Fehlsignal entpuppt.
Diese Hoffnung ergibt sich aus dem „EZB-Effekt“ vom Donnerstag, den ja die anderen Märkte, vor allem in den USA, nicht haben.

US-Indizes noch potenziell bullish

Die US-Indizes sind nämlich noch nicht so offensichtlich bearish. Zwar zeigt der Dow Jones ähnliche Muster wie DAX & Co., aber die wichtigen S&P 500 und NASDAQ 100 halten sich trotz allem noch wacker.
 
Der S&P musste zwar die zuletzt heiß umkämpfte Zone bei 1.400 Punkten (rot) aufgeben, kann aber zunächst in einer anderen Zone bei 1.360 (grün) stoppen. Wichtig dabei: Die schwarze Abwärtstrendlinie konnte ebenfalls verteidigt werden.
 
Im mittelfristigen Kontext ist allerdings bedenklich, dass das jüngste Hoch (blauer Kreis) direkt an der roten Linie stoppte. Sie und ihre Parallele auf der Unterseite bildeen somit formal einen Abwärtstrend. Also ist auch im S&P – wie beim DAX – eine große Abwärtswelle C möglich.
  
Der NASDAQ 100 bietet das freundlichste Bild. Nicht nur, dass er noch in seinem März-Aufwärtstrend notiert. Er kämpft auch weiterhin mit der Zone um 2.050/2.060 Punkten, in der er jüngst ein wichtiges altes Gap (blau) geschlossen hat. Über dieser Zone hätte er mehr als 62 % der vorherigen Abwärtsbewegung korrigiert, was gewöhnlich ein starkes Zeichen für eine Fortsetzung der Bewegung ist.
 
Für die Märkte ist das insofern wichtig, weil der NASDAQ häufig auch eine Schrittmacher-Funktion für den S&P 500 hat. Und dieser für die Aktienmärkte weltweit...
 
Grundsätzlich besteht aber auch im NASDAQ die Möglichkeit (analog zum S&P 500), dass es erneut abwärts geht. Dieser Abwärtstrend wäre zwar deutlich flacher, würde aber an den (negativen) Konsequenzen nichts ändern.
 

Die Entscheidung steht unmittelbar bevor

Wie Sie sehen, ist aktuell eine wirkliche Entscheidung über die kurzfristige weitere Richtung der Märkte nicht eindeutig möglich. Es besteht überall noch die Möglichkeit, dass die Negativnachrichten von letzter Woche noch korrigiert werden. Somit könnten insbesondere die Amis wieder recht schnell auf „bullish“ schwenken. Meist folgt der DAX dann auch recht willig ...
 
Es kann aber auch recht holprig bleiben an den Märkten. Schließlich haben wir in der nächsten Woche noch einen „großen“ Verfallstag. Zum Monatsende stehen dann noch die Fed-Sitzung und das Quartalsende auf dem Programm. Vermutlich müssen wir uns bis dahin noch auf einige Überraschungen gefasst machen ...
 
 
Mit besten Grüßen
 
Ihr Torsten Ewert
 
 

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