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Freitag, 6. Juni 2008
In dieser Ausgabe: 

 

von Jochen Steffens
 
Zunächst ein Hinweis in eigener Sache: Wir haben nun auch das Archiv des Steffens-Daily online! 
Unter  ../stockstreet-Archiv.php  finden diejenigen unter Ihnen, die später zu uns gestoßen sind, die bisherigen Ausgaben.
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Nun warnt, wie gestern bereits beschrieben, auch Trichet unmissverständlich vor Inflationsgefahren. Es wird also Zeit, sich einmal um die Möglichkeiten zu kümmern, wie man sich als Anleger vor Inflation schützen kann. Dazu muss man zunächst das Wesen der Inflation analysieren:
 
- Inflation ist eine reale Abwertung der Leistung einer Gesellschaft
- Inflation ist die reale Enteignung der Gläubiger
- Inflation ist eine reale Abwertung der Arbeitskraft  

Warum ist es so wichtig Inflation zu bekämpfen?

Inflation steht für Geldentwertung. Geld ist in unserer Gesellschaft Synonym für Lohn / Belohnung, Erfolg, Leistung, etc.. Inflation führt also zu einer Schwächung der produktiven Kräfte einer Gesellschaft.
 
Geld hat aber auch viel mit Vertrauen und Sicherheit zu tun. Das Vertrauen, dass die Gegenleistung (Geld) für eine getane Arbeit wiederum für andere Dienstleistungen oder Produkte in einem vergleichbaren Wert ausgegeben werden kann.
 
Eine Inflation wertet also die fundamentalen Aspekte unserer Gesellschaft ab. Leistung, also soziales Verhalten, wird nicht mehr belohnt. Antisoziales Verhalten wird aufgewertet (extreme Schulden, Schwarzmarkt, ungeregelte Arbeit / Gelgenheistsjobs). Warum und wieso das so ist, wird im weiteren Verlauf deutlich.
 
Damit ist eins klar: Eine ausufernde Inflation würde die Grundfesten unserer Gesellschaft bedrohen. Aus diesem Grund ist die EZB auch dazu angehalten, im Euroraum die Inflation auf gesunde 2 % zu halten. Und ich denke, genau das wird sie auch versuchen. 

Die Folgen einer entfesselten Inflation

Nur wenige von Ihnen werden sich noch an die große Zeit der Hyperinflation Anfang der 20er Jahre in Deutschland erinnern. Eine Zeit, in der die monatliche Inflationsrate auf über 25.000 % anstieg. Ehemals reiche Menschen nahmen ihr gesamtes Vermögen, um sich damit eine Straßenbahnkarte zu kaufen...
 
Von einer solchen Entwicklung sind wir zum Glück weit entfernt. Aber dieses Beispiel hat etwas mit dem ersten, oben genannten Punkt zu tun: Inflation ist die reale Enteignung der Gläubiger und ein ganz besonderes Geschenk an die Schuldner. 

Inflationsgewinner

Tatsächlich waren die wenigen Inflationsgewinner der damaligen Zeit verschuldete bis hochverschuldete Immobilienbesitzer, so wie alle anderen Schuldner und natürlich auch der Staat, der sich über die Inflation ebenfalls entschulden kann. Durch die Hyperinflation wurden damals alle existierenden Schulden ausgelöscht, weil man gigantische Summen mit dem Wert eines Brötchens zurückzahlen konnte.
 
Also, was macht man wenn man sich einer ausufernden Inflation gegenübergestellt sieht?
Auf Pump Immobilien kaufen. Allerdings sollte man hier vorsichtig sein: Deutschland hat ein demographisches Problem. Das bedeutet, wir werden weniger. Man erkennt jetzt schon, dass die Immobilienpreise auf dem Land tendenziell nachgeben.
 
Langfristig könnte also Immobilienbesitz ein Problem sein. Wobei es natürlich immer noch besser ist, eine Immobilie zu haben die etwas an Wert verliert, als komplette wertlose Staatsanleihen zu besitzen.

Nach der Hyperinflation der 20er kam die Regierung auf die Idee eine sogenannte Hauszinssteuer einzuführen. Damit sollten die Inflationsgewinne der Immobilienbesitzer abgeschöpft werden – machen wir uns also nichts vor, auch solche Entwicklungen könnten im Falle einer ausufernden Inflation drohen.  

Wo Gewinner sind, muss es auch Opfer geben

Opfer dieser Entwicklung waren natürlich die Gläubiger, sprich unter anderem die Banken. Diese werden natürlich durch höhere Zinsen auf eine inflationäre Entwicklung reagieren, bis sie dann gar keine Kredite mehr ausgeben. Auf der anderen Seite sind aber auch ganz besonders die Gläubiger des Staates die Verlierer – sprich die Rentenpapierinhaber. Nicht inflationsgeschützte Staatsanleihen sind in Phasen einer Inflation das Dümmste, was man besitzen kann.  

Die besten Anlagen

Noch sind wir, und das möchte ich an dieser Stelle betonen, weit von solchen Hyperinflationsszenarien entfernt. Mir ging es in diesen Zeilen lediglich um das Verständnis von Inflation. Ich will hier keine Schreckensszenarien aufstellen!
 
Doch tun wir einmal so, als bestünde tatsächlich eine solche Gefahr. Was wäre zu tun:
 
Schulden kann man nicht als „Anlage“ bezeichnen, es sei denn, man benutzt diese, um Sachwerte anzuhäufen. Gold und Silber, Schmuck und Kunst sind beliebte „Anlagen“ als Inflationsschutz. Wüsste Sie wirklich, dass eine Inflation aus dem Ruder läuft, müssten Sie demnach wie verrückt Schulden machen und damit solche Sachwerte einkaufen.
 
Gut, was macht man nur dann mit dem ganzen Plunder? Eine wirklich komfortable Lösung ist das nicht.
 
Wenn Sie große Summen geschickt inflationsgeschützt anlegen wollen, sollten Sie sich auf Diamanten und andere Edelsteine spezialisieren. Diese sind leicht zu transportieren und zu verstecken, nahezu unzerstörbar und haben ebenfalls einen beständigen Wert.
 
Hört sich nach einer einfachen Lösung an, ist es aber nicht. Sie müssen sich schon sehr gut in diesem Bereich auskennen, um hier nicht übers Ohr gehauen zu werden. Trotzdem, Edelsteine sind, um ein Vermögen über schlechte Zeiten zu bringen, keine schlechte Idee.
 
Nur als „Zahlungsmittel“ können Sie solche Anlagen in schlechten Zeiten vergessen.  

Aktien als Inflationsschutz

Ebenfalls interessant sind Aktien, besonders von solchen Unternehmen, deren Vermögen in hochwertigen Immobilien steckt oder die über andere wertvolle Sachwerte verfügen. Darunter fallen Maschinen, Technik, Produktionsanlagen, Minen, etc. Auch hier setzt man im Prinzip auf Sachwerte.  

Arbeitskraft entwertet

Eine Inflation führt in letzter Konsequenz zu einer kompletten Entwertung der Arbeitskraft. Aus ehemals langfristig Beschäftigten werden Tagelöhner. Wer will sich schon an einen „festgelegten“ Lohn binden, wenn der Lohn bereits am nächsten Tag nichts mehr wert ist.
Die Folgen sind: Massenarbeitslosigkeit, soziale Unruhen, Gewalt bis Anarchie. Am Ende einer Inflationsphase wäre es übrigens sinnvoll auf arbeitsintensive Unternehmen zu setzen. Aber das ist in diesem Kontext viel zu weit gedacht. 

Keine Sorge...

Gerne wird bei solchen Horrorszenarien vergessen, dass in den 20er Jahren das weltweite Finanzsystem noch über nur sehr wenig Erfahrung im Umgang mit einer freieren Wirtschaft und den neuen Geldsytemen verfügte. Hinzu kommt die politische Sondersituation damals. Es wurden von allen Seiten viele Fehler gemacht. Heute sind wir sicherlich weiter und so steht zu vermuten, dass die Gefahren für solche Szenarien erheblich geringer geworden sind. Lassen Sie sich also nicht verrückt machen.
 
Sicher besteht die Gefahr, dass wir in eine Phase steigender Inflation geraten, aber solche Extreme wie in den 20ern sind nicht zu erwarten, das hatte ganz andere Ursachen.
 
Im Prinzip kann man auch bei der Inflation einen Zyklus erkennen: Den 20 Jahren (1965 – 1985) Inflation folgten ungefähr 20 Jahre tendenzieller Deflation (-2005) dem nun wieder 20 Jahre Inflation folgen? Man darf gespannt sein. 

Nasdaq mit bearishem False-Break?

Der Nasdaq100 ist gestern aus seinem Wimpel nach oben ausgebrochen. Dabei hat er die obere Begrenzung des Gaps bei 2040 Punkten ebenfalls nach oben brechen können. Beides waren klare und starke Bullensignaele:
 
 
 

Es sei denn, und jetzt wird es fies, dieser Ausbruch stellt sich als Fehlsignal heraus.
 
Kommt es in einem Dreieck, das sich in einem Aufwärtstrend als Fortsetzungsformation bildet, zu einem Ausbruch und stellt sich dieser folgend als Fehlsignal heraus, muss man sehr, sehr vorsichtig werden. Ein Fehlsignal wäre spätestens gegeben, wenn die untere Linie des Dreiecks nach unten gebrochen wird. Meistens kommt es dann zu stärkeren Kursverlusten. Wichtiger in diesem Chart dürfte dann aber der Trend sein, der ganz in der Nähe und fast parallel zu der unteren Linie des Dreiecks liegt.

Ein Bruch des Trends wäre insbesondere bedenklich, weil im Nasdaq100 unten die großen Kurslücken noch offen sind (grüne Rechtecke). Diese können schnell eine fast magische Zugwirkung auf den Nasdaq100 ausüben.
 
Insgesamt wäre ich mit charttechnischen Interpretationen zurzeit aber vorsichtig. Wir befinden uns in einer volatilen, aber engen Seitwärtsbewegung, die von großer Unsicherheit geprägt ist. In solchen Fällen kommt es gerne zu allerlei Fehlsignalen, die schnell überbewertet werden. Hier muss es schon zu klareren Signalen kommen!  Doch wie gesagt, jetzt muss man sehr vorsichtig sein, so ein False Break darf man nicht unterschätzen.
 
Viele Grüße
 
Ihr
 
Jochen Steffens
 
 
 
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Im Voraus schon vielen Dank für Ihre Mühe!
 
von Jochen Steffens
 
Ich hatte es gestern schon angedeutet. Durch die sinkenden Anträge auf Arbeitslosenhilfe lag die Vermutung, dass die sehr schlechten Prognosen zum heutigen US-Arbeitsmarktbericht positiv übertroffen wurden, nahe.
 
Es kann gut sein, dass viele Anleger darauf gewettet haben und sich so der gestrige Anstieg in den US-Indizes erklären lässt. Als der Arbeitsmarktbericht heraus kam, war dieser Trade hinfällig, die Kurse brachen wieder ein (Kaufe die Gerüchte /Vermutungen, verkaufe die Fakten). Zu diesen „Gewinnmitnahmen“ gesellte sich der Verkaufsdruck, der durch die schlechte Arbeitslosenquote verursacht wurde. Diese stieg überraschend von zuvor 5,0 auf nunmehr 5,5 %. Schlussendlich explodierte auch noch der Ölpreis auf über 137 Dollar, der Giftcocktail für die Börsen war perfekt!
Die Zahl der Beschäftigten (ohne Landwirtschaft) ist im Mai um 49.000 zurückgegangen. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang von 50-60.000 gerechnet.
 
 
Wenn Sie sich den langfristigen Chart anschauen, erkennen Sie, dass das letzte Mal, als die neu geschaffenen Stellen mehrere Monate hintereinander ins Minus drehten, der Beginn des 2000-2003 Crash war. Auch wenn bestimmte Voraussetzungen nicht übereinstimmen (z.B. Zinsniveau) so muss man das doch als Warnzeichen interpretieren.

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