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Wann fließt das Geld von den Renten- in die Aktienmärkte?
US-Konjunkturdaten

Wann fließt das Geld von den Renten- in die Aktienmärkte?
von Jochen Steffens

Wir sehen seit dem Börsencrash 2008/2009 einen deutlich steigenden Bund-Future. Das ist ein Hinweis auf die Verunsicherung der Anleger, die lieber Geld in fest verzinslichen Wertpapieren anlegen, als es in die Aktienmärkte zu stecken. Wie immer geht es hierbei um das Thema: Risiko versus Rendite. Die entscheidende Frage ist, ob dieses Geld, das in den Rentenmärkten geparkt ist, irgendwann wieder in den Aktienmarkt zurückfließt.

Hier hilft ein Rückblick auf den 2000er Crash und seine Folgen für die Renten- sowie Aktienmärke, um anhand der damaligen Geschehnisse Prognosen für den DAX zu erstellen. Zunächst jedoch folgender Hinweis: Die Entwicklung des Bund-Future ist natürlich von vielen Faktoren abhängig. Zu nennen sind zum Beispiel die Inflationserwartung oder ein mittelbarer Einfluss der Leitzinsen, aber noch vieles andere. Doch lassen wir das im Folgenden einmal beiseite und setzen einfach voraus, dass die Entwicklung des Bund-Future lediglich von der Umschichtung zwischen Aktien- / und Rentenmärkten abhängt.

Während und nach großen Börsencrashs lassen sich drei große Phasen in der Interaktion zwischen Aktien- und Rentenmärkten erkennen:

Die Hoffnungsphase (rot)

Die Aktienmärkte haben ein Top ausgebildet. Es kommt daraufhin zu stark fallenden Kursen. In der ersten Phase (hier rot) wollen die meisten Anleger noch nicht einsehen, dass die Rally vorbei ist. Sätze wie: „Das kommt schon wieder“ und „Fallende Kurse sind nur bessere Einstiegskurse“ begleiten den Trading-Alltag. Während der DAX (rote Kurve) bereits massiv einbricht, startet der Bund-Future (schwarze Kurve) lediglich einen leichten Aufwärtstrend. Zu diesem Zeitpunkt hoffen die Anleger, dass es sich bei dem Einbruch der Aktienkurse nur um eine größere Konsolidierung handelt. Sie sind nach der langen Boom-Phase überzeugt, im Aktienmarkt bessere Renditen erwirtschaften zu können als im Rentenmarkt.  Das führt dazu, dass sie investiert bleiben, statt Sicherheit zu suchen. In dieser Hoffnungsphase wird tatsächlich mehr Geld verbrannt als umgeschichtet. Und das interessanterweise, obwohl die Renditen im Anleihenmarkt zu diesem Zeitpunkt meistens noch sehr hoch sind.

Panikphase (grün)

Als nach der Erholungsrally in Folge der Anschläge vom 11.September 2001 die Kurse am Aktienmarkt erneut einbrachen, hat wohl auch der letzte Anleger begriffen, dass sich die Börsen im Crash-Modus befinden. Diesen Punkt gibt es in vielen Crashs. Panik bestimmt die Entscheidungen. Die Prognosen und die Medienberichterstattung gehen zu „Weltuntergangszenarien“ über. Die Überzeugung, an den Aktienmärkten größere Renditen erzielen zu können, bricht in sich zusammen. Die Folge davon ist, dass nun viel Geld aus dem Aktienmarkt in die Rentenmärkte umgeschichtet wird. Und so verwundert es nicht, dass der Bund-Future einen starken neuen Trend beginnt. Nachdem dies geschehen ist, bildet sich innerhalb dieser Panikphase zeitversetzt auch ein Boden im Aktienmarkt aus.

Betrachtet man den in dieser Zeit gestarteten Gesamttrend im Bund Future, erkennt man in der Mitte eine größere Konsolidierung. Diese ist unter anderem Folge der starken Erholung des DAX nach dem März 2003. Die Notwendigkeit von Umschichtungen geht bei steigenden Aktienmärkten zurück. Der Aktienmarkt verspricht gerade in der ersten Erholungsphase nach dem Crash gigantische Renditen, welche die Gefahren überkompensieren. Es kommt zu einem Rückfluss des Geldes in Aktien. Gleichzeitig sinken die Renditen in den Rentenmärkten.

Erst als der DAX in 2004 in eine Seitwärtsbewegung übergeht, setzt der Bund Future seine Rally wieder fort. Auch das ist typisch. Nach einer starken Erholungsrally kommt es erst einmal zu einer meist mehrmonatigen Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten. In dieser Zeit werden neue Ängste geschürt.

Da die Stimmung der Anleger meist noch sehr lange düster bleibt, steigt er sogar weiter, als der DAX aus seiner Seitwärtsbewegung nach oben ausbricht. Die verunsicherten Anleger suchen immer noch Sicherheit statt Rendite, so dass die wenigen Prozente im Rentenmarkt verlockender scheinen, als die vermeintlichen Risiken des Aktienmarktes.

Die Euphorie-Phase (blau)

Erst wenn die Rally nachhaltig wird, werden die Anleger erneut nervös. An den Aktienmärkten sind bei stetig steigenden Kursen auf einfache Art und Weise hohe Renditen zu erzielen, während die Renditen im Anleihemarkt immer weiter sinken. Der Renditevergleich zwischen Renten- und Aktienmarkt fällt immer deutlicher zugunsten des Aktienmarktes aus. Da der Crash bereits einige Zeit vorbei ist, steigt das Vertrauen in Aktien wieder an. Somit wird immer mehr Geld von den Rentenmärkten in die Aktienmärkte umgeschichtet. Das führt dazu, dass der BundFuture ein Top ausbildet, dem eine längere Abwärtsbewegung folgt, während der DAX steil und dynamisch ansteigt (siehe zweiten Teil der Euphorie-Phase (blau) im Chart oben).

Einige Zeit später wird die Abwärtsbewegung des Rentenmarktes ein Tief ausbilden. Das geschieht ungefähr zu dem Zeitpunkt an dem der Aktienmarkt ein Hoch ausbildet. Hier endet die Euphorie-Phase und das Spiel kann von vorne losgehen.

Die aktuelle Situation

In der aktuellen Situation erkennt man zunächst, dass diese Phasen wesentlich schneller ablaufen, als im und nach dem Crash 2000-2003.

Die Hoffnungsphase ist klar erkennbar: Im Crash lief der Rentenmarkt mehr oder weniger seitwärts. Erst im letzten Drittel startete er einen neuen Aufwärtstrend.

Die Panikphase ist auch sehr typisch abgelaufen: Mit dem neuen Aufwärtstrend im Bund-Future wurde etwas später auch das Tief im DAX ausgebildet. Anschließend steigen sowohl die Kurse des Renten- als auch des Aktienmarktes an.

In der Mitte der Aufwärtsbewegung des Bund-Futures ist es auch in der aktuellen Situation zu einer Konsolidierung gekommen. Der DAX macht diese Konsolidierung etwas zeitversetzt mit.

Anschließend kam es sowohl im DAX als auch im Bund-Future zu einem starken Anstieg. Auch das ist wieder idealtypisch.

Ein mögliches Top

Jetzt scheint sich der Aufwärtstrend in Bund-Future zu erschöpfen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass nun so langsam Umschichtungen von den Rentenmärkten in die Aktienmärkte beginnen. Sollte sich tatsächlich ein nachhaltiges Top im Bund-Future ausbilden, wäre das ein Hinweis darauf, dass wir nun in die Euphorie-Phase im DAX übergehen.

Auslöser dafür könnte der DAX selbst sein. Dann nämlich, wenn die jüngsten Hochs überwunden werden und die Kurse weiter dynamisch steigen. Sobald neue Hochs ausgebildet sind, werden insbesondere institutionelle Anleger in einen Renditenotstand geraten. Hinzu kommt, dass die Renditen bei den Anleihen mittlerweile extrem niedrig sind und teilweise nicht einmal die Inflation ausgleichen. Wenn die Aktienmärkte also weiter steigen, werden wir Umschichtung sehen, und dann wird es explosiv für den DAX.

Ein Top und neue Hochs

Entscheiden wird also, ob sich im Bund-Future ein Top ausbildet und ob der DAX seine jüngsten Hochs hinter sich lässt. Bisher sehen wir im Bund-Future nur eine kleine Konsolidierung. Doch die runde 130er Marke ist natürlich eine beachtliche Hürde.

Allerdings könnte ich mir im Bund-Future sogar noch einen letzten verzweifelten Anlauf über die 130er Marke vorstellen, bei dem die Anleger auf eine falsche Fährte gelockt werden.

Doch sofern die Aktien weiter steigen, würde dieser Schreck schnell vergessen sein. Und schnell würde die Rendite-Gier wieder das Zepter an den Börsen übernehmen. Sobald Sie das erkennen, sollten Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen! Dieses Mal sollten Sie als Anleger unbedingt dabei sein. Sie sehen also, auch die flaue Sommerzeit kann an den Börsen überaus spannend sein...

Viele Grüße

Jochen Steffens

PS Nach der Veröffentlichung des Stresstests hätte ich mit mehr Reaktionen an den Märkten gerechnet. Aber da zuvor bereits die großen Rahmendaten bekannt geworden sind, war er offensichtlich bereits eingepreist. 


US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board sank auf 50,4 Punkten. Analysten hatten mit 50,8 Punkten gerechnet. Allerdings wurde der Vormonatswert von zuvor 52,9 auf nun 54,3 revidiert.

 

Der Verbrauchervertrauen sinkt wieder, wobei sich die Einschätzung der aktuellen Lage (rote Linie) eigentlich sowieso nie wirklich von den Tiefständen erholt hatte. Bisher war es somit lediglich die Hoffnung, dass es besser wird, welche den Index bewegt hatte. Diese Hoffnung scheint nun zu sinken. 

Nachhaltig wird dieser Index erst dann steigen, wenn sich die aktuelle Lage für die US-Konsumenten spürbar bessert.  

 

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