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Stresstest stresst die Börsen

Stresstest stresst die Börsen
von Jochen Steffens

Heute um 18.00 Uhr, also leider nach Redaktionsschluss, wird das Ergebnis des europäischen Banken-Stresstests veröffentlicht. Dieser Stresstest soll dazu dienen, das durch die Euro-Schuldenkrise und die immensen Rettungspakete der Euro-Staaten angeschlagene Vertrauen der Investoren in die europäischen Finanzinstitute wieder herzustellen.

Was wird bei einem Stresstest gemacht?

In dem europäischen Stresstest wird die Auswirkung eines Einbruchs der Wirtschaft und eines Kursverfalls der Staatsanleihen auf die Bilanz der zu untersuchenden Bank überprüft. Solange die Kapitalquote der Bank angesichts dieser Vorgabe nicht unter sechs Prozent rutscht, gilt der Test als bestanden.
Das Ergebnis des Stresstests lässt somit darauf schließen, wie große der Kapitalpuffer einer Bank in dieser Extremsituation ist.

10 % werden scheitern

Im Vorfeld vermuten bereits mehrere Analysten, dass etwa 10 % der untersuchten Banken „durchfallen“ werden. Darunter mehrere spanische Sparkassen, von denen einige zum Teil bereits Staatshilfen erhalten haben. Insgesamt werden 91 Banken in Europa getestet.

In Deutschland sind 14 Banken untersucht worden. Es wird davon ausgegangen, dass bis auf die Hypo Real Estate (HRE) alle deutschen Banken bestehen werden. Da jedoch die HRE bereits verstaatlicht ist, und die toxischen Papiere in eine Bad Bank ausgelagert werden sollen, wird dieses Ergebnis für die HRE oder die deutsche Bankenlandschaft keinen nachteiligen Einfluss haben.

Mit Blick auf diverse Landesbanken

Es gibt aber auch andere Meinungen, die weniger optimistisch sind. Die wichtigste Frage ist wohl: Wie werden die bekannten Landesbanken abschneiden? Werden hier weitere Kapitalspritzen notwendig?

Von mancher Seite wird der Stresstest an sich kritisiert. Er wird nicht dazu führen, so die Analysten, dass sich die Probleme in dem Finanzsystem schnell wieder normalisieren.

Wichtiges Signal in die USA?

Wie ich hier schon geschrieben habe, wird das Thema „Finanzkrise in Europa“ in den USA wesentlich dramatischer beschrieben als hier in Europa selbst. Insoweit kann dieser Stresstest vielleicht sogar tatsächlich dazu beitragen, die Investoren in den USA zu beruhigen. Das hätte sicherlich auch einen positiven Einfluss auf die Märkte.

Wie jedoch die Börsen das Ergebnis letzten Endes auffassen und verarbeiten, muss abgewartet werden. Hier sind zumindest bis zu der Veröffentlichung der Ergebnisse keine sinnvollen Prognosen möglich.

Märkte zeigen sich unentschlossen aber nicht panisch

Während der DAX immer wieder versucht, deutlicher ins Plus zu laufen, notieren die US-Märkte faktische unverändert. Auch das scheint ein Hinweis darauf zu sein, dass die Angst vor schlechten Ergebnissen in den USA größer ist als in Deutschland.

Ifo-Geschäftsklimaindex

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland steigt im Juli auf 106,2. Im Vormonat hatte er noch bei 101,8 gestanden. Analysten hatten mit einem Wert von 101,5 gerechnet.


Quelle: www.ifo.de

Der Index für die aktuelle Geschäftslage notiert bei 106,8 nach zuvor 101,2. Die Wirtschaft sieht sich also bestens aufgestellt. Der Index zur Geschäftserwartung steigt ebenfalls, und zwar auf 105,5 nach 102,5 zuvor.

Das ist ein Ergebnis, das mir überhaupt nicht gefällt. Wenn die Wirtschaft derart optimistisch ist, muss man als Börsianer einfach vorsichtig werden. Allerdings hat Deutschland als Exportland natürlich zurzeit eine Sondersituation in Europa. Der extrem niedrige Euro unterstützt die deutsche Wirtschaft sehr. Hier kommt es zu einem Ungleichgewicht. Gäbe es die EU nicht, würde eine deutsche Zentralbank sicherlich so langsam die Zinsen anheben. Aber in der EU sind Zinsanhebungen zurzeit nicht möglich. Deutschland profitiert von dieser Entwicklung. Es steigt aber auch die Gefahr einer Überhitzung.

Trotzdem, so lange dieses Ungleichgewicht existiert, kann es sein, dass der hohe Ifo-Index mehr ein Hinweis auf dieses Ungleichgewicht, denn ein Warnzeichen ist. Aber trotz dieser durchaus logischen Argumentation muss man vorsichtig sein, wenn solche Extremwerte erreicht werden.

Wer liegt hier falsch?

Interessant ist auch, wie weit die Einschätzung der Wirtschaft von der Einschätzung der Bürger hier in Deutschland entfernt ist. Irgendetwas stimmt hier offensichtlich nicht. Während die Stimmung in der Wirtschaft fast schon an die in Zeiten vor der Krise heranreicht, verbleiben viele Bürger in tiefster Krisenstimmung.

Das ist umso verwunderlicher, als Deutschland das einzige Industrieland in der OECD ist, dessen Arbeitslosigkeit mittlerweile unter den Stand von vor der Wirtschaftskrise gefallen ist! Auch das ist etwas, das bei der Bevölkerung in Deutschland noch nicht wirklich als Nachricht angekommen ist. Schon verrückt, aber sehr interessant. Nun gut, warum sollte Deutschland, das Land der Skeptiker und Nörgler auch optimistisch werden. Schließlich haben wir ja auch das WM-Finale verpasst, wie soll man sich da positiv fühlen? 

Insgesamt hat sich meine Prognose, dass die deutsche Wirtschaft der Profiteur eines schwachen Euros sein wird, ohne Frage bewahrheitet. Wie Sie sich sicherlich ereinnern, schrieb ich dies, als die meisten Medien sich noch im Euro-Panik-Modus befanden. Weiterhin gilt: Immer hübsch antizyklisch zur Masse bleiben…


Viele Grüße

und ein schönes Wochenende wünscht

Ihr

Jochen Steffens

 

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