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Warten auf die Berichtssaison
Warum die Börsenkurse auch in der Wirtschaftsflaute steigen können

Warten auf die Berichtssaison
von Jochen Steffens

Mit wehenden Fahnen geht es nun in die Berichtssaison, die heute Abend traditionell mit den Zahlen von Alcoa eingeläutet wird. Die Erwartungen der Analysten sind moderat positiv bis hoch. So sollen die Gewinne um durchschnittlich 20-30 Prozent ansteigen, die Umsätze um 10 %. Wie mein Kollege Torsten Ewert gleich noch genauer ausführen wird, haben viele Unternehmen ihr Kosten gesenkt und Cash aufgebaut. Die sinkenden Kosten und der enorme Abbau von Arbeitsplätzen dürften die Hauptgründe für die besseren Gewinnaussichten sein.

Damit wird in den nächsten Wochen der Blick der Börsianer mehr auf die Unternehmensnachrichten gerichtet sein als auf Konjunkturdaten. Und wie so oft wird es darum gehen, welchen Ausblick die Unternehmen vermelden. Daran, wie optimistisch sich die Unternehmen geben, wird sich zeigen, ob es sich bei den aktuellen Kursbewegungen lediglich um eine Seitwärtsbewegung in Form einer Konsolidierung handelt, oder aber ob die Schwäche der letzten Monate struktureller Natur ist. Natürlich ist es besser, dass sich die Kurse in den USA vor der Berichtssaison eher schwächer gezeigt haben. Positive Überraschungen sind damit noch nicht eingepreist.

Nasdaq100 mit Bull-Keil

Mit dem Anstieg der US-Indizes nach dem Fehlsignal der letzten Woche ist nun die Situation auf der Chartseite, wie bereits geschrieben, bullisher geworden. Wie immer geht es darum, den Chart unter den US- und europäischen Indizes zu finden, der am frühsten entsprechende Signale liefern wird.

Das ist zurzeit der Nasdaq100. In diesem stehen wir an äußerst wichtigen Widerständen, die überwunden werden müssen:

In dem starken Aufwärtstrend bildet sich nun eine Konsolidierung in Form eines Keils (blaue Linien). Wie ich im Steffens Daily vom 02.07.2010 dargestellt habe, handelt es sich bei solchen Keilen um Fortsetzungsformationen. Sollte nun die obere blaue Linie dynamisch nach oben gebrochen werden, wäre dies ein bullishes Zeichen, das durch neue Hochs endgültig bestätigt würde. In diesem Fall ist mit einer Fortsetzung der Rally zu rechnen.

An wichtigen Marken

Auf der anderen Seite läuft der Kurs gerade in das Gap (Kurslücke) bei 1.820 Punkten hinein. Zum anderen wird gleichzeitig der alte Aufwärtstrend (rote Linie) von unten getestet. An dieser Stelle sollte der Nasdaq100 nicht scheitern! Das wäre ein kritisches Signal. Zumal auch nach unten immer noch ein paar Gaps offen sind. Und wir wissen, dass weit über 90 % aller Gaps im Nasdaq100 irgendwann geschlossen werden.

Achten Sie auf den Nasdaq100

Wir werden somit die erste Entscheidung vielleicht schon in den nächsten Tagen im Nasdaq100 sehen. Je nach Verlauf wird diese auch richtungsweisend für die anderen Indizes sein. Interessant ist, dass diese charttechnische Entscheidung mit den ersten Unternehmensnachrichten der Berichtssaison zusammenfällt.

Niedrige Bewertung der Computer- und Software Industrie

Dazu passt eine Meldung von Bloomberg, nach der die Bewertung von amerikanischen Computer- und Software Aktien auf das niedrigste Niveau seit fast 20 Jahren (!) gesunken ist. Angesichts der hohen Cash-Bestände und der niedrigen Verschuldung könnte ein neuer Investitionszyklus starten. Wie gesagt, dieses angesichts der Krisenstimmung verblüffende Thema wird mein Kollege Torsten Ewert weiter unten noch einmal ausführlicher aufgreifen.

Viele Grüße

Jochen Steffens 


Warum die Börsenkurse auch in der Wirtschaftsflaute steigen können
von Torsten Ewert

Verehrte Leserinnen und Leser,

derzeit geht wieder die Befürchtung über einen „Double Dip“, also einen erneuten kräftigen Einbruch der Konjunktur, um. Dies und andere Einflüsse drückten zuletzt auch die Börsenkurse. Doch oft genug ignorieren die Märkte die Argumente der Ökonomen (zumal diese nur allzu häufig danebenliegen...). Warum das auch in den nächsten Monaten möglich ist, liegt an einer besonders komfortablen Situation vieler Unternehmen....

Erste Regel für Krisenzeiten: Sorge für ausreichend Liquidität!

Was macht z.B. eine kluge Hausfrau, wenn die Zeiten drohen, härter zu werden? Sie hält vor allem das Geld zusammen. Und was macht ein vorsichtiger Kaufmann in der Krise? Na, das gleiche!

Ein Unternehmen kann nämlich schlechte Zeiten nur dann überstehen, wenn es seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Und daher haben die Manager in der Krise auch sofort ihr Cash-Management gestrafft. Sie haben Lagerbestände verringert und Forderungen schneller eingetrieben, aber auch Werke geschlossen und Mitarbeiter entlassen oder in Kurzarbeit geschickt.

Damit schufen sich die Unternehmen ein Liquiditätspolster für die Krise. Das hatte noch einen angenehmen Nebeneffekt. Die gezielte Suche nach Einsparmöglichkeiten hat die Kosten kräftig gedrückt. Als dann die Wirtschaft wieder ansprang, reichten deutlich geringere Umsätze, um in die Gewinnzone zu kommen. Somit stehen viele Unternehmen nun vergleichsweise gut da.

Doch was ist jetzt mit den Cash-Polstern? Diese waren ja ursprünglich für „schlechte Zeiten“ gedacht, also eine andauernde Krise. Zwar gibt es inzwischen nun wieder die Befürchtungen über den „Double Dip“, dennoch hat sich die Wirtschaft seit den Tiefpunkten 2008/2009 merklich erholt. Die „Notgroschen“ der Unternehmen werden damit umso entbehrlicher, je mehr Liquidität wieder durch die laufenden Geschäfte herein kommt.

Wohin mit dem Geld?

Die sparsame Hausfrau hat es in dieser Situation einfacher. Stellt sich heraus, dass die Vorsorge übertrieben war, gönnt sie einfach sich und ihren Lieben etwas Besonderes. Oder spart das Geld für eine größere Anschaffung.

So leicht haben es die Unternehmen nicht. Eine „Hurra-die-Krise-ist-vorbei-Party“ passt sicherlich nicht in die immer noch schwierige Zeit. Und durch Sparen wächst eine Firma auch nicht, eher durch Investieren. Zumal die Banken für liquide Mittel derzeit nur mickrigste Zinsen zahlen...

Damit stehen die Unternehmen vor einem echten Luxusproblem: Sie müssen ihre vorhandenen Barreserven ausgeben, aber das möglichst auf eine Art und Weise, die am Ende noch mehr einbringt. Keine leichte Aufgabe in einer Phase, in der darüber spekuliert wird, ob es überhaupt mit dem Aufschwung weitergeht!

Die zwei Wachstums-Alternativen

Damit scheidet die typischste Investitionsmöglichkeit aus: eine Kapazitätserweiterung durch eine neue Fabrik. Denn eine verhaltene Nachfrage (Arbeitslosigkeit!) und infolge der Krise noch vorhandene Überkapazitäten verbieten eine solche Investition „auf der grünen Wiese“.

Interessant wären natürlich neue Geschäftsfelder (z.B. Elektroauto oder erneuerbare Energien), doch auch hier lauern noch viele Unwägbarkeiten, insbesondere bezüglich des Zeitpunkts, wann die gewinnträchtigen Stückzahlen erreicht sein werden und sich die Investition damit auszahlt.

Denn nichts wäre nämlich schlimmer als das wertvolle Geld in ein Projekt zu stecken, das die Firma mangels Umsätzen in eine Liquiditätskrise führt, vor der man sie gerade noch bewahrt hat...

Also bleibt nur noch das beliebte, vermeintliche Rundum-sorglos-Paket des Investierens, die Übernahme einer anderen Firma. Damit werden auf einen Schlag das Know-How, die Umsätze und der (neue) Markt gekauft. Bestimmte Risiken, die mit einem kompletten Neuanfang einher gehen, werden so vermieden. Dafür entstehen neue Unwägbarkeiten (siehe den unrühmlichen Ausgang des Daimler-Chrysler-Deals oder das Debakel von BMW mit Rover)...

Die Nachfrage treibt die Preise

Doch den Börsen ist das Scheitern im Einzelfall erst einmal herzlich egal. Etwas anderes ist viel wichtiger: Machen sich viele Firmen gleichzeitig auf die Suche nach lukrativen Übernahmeobjekten, steigen zwangsläufig die Preise für die betreffenden Zielunternehmen. Lohnenswerte Objekte sind nämlich eher Mangelware. Doch in bestimmten „Modebranchen“ werden die Preise – also die Kurse! – auch generell steigen.

Denn viele Mütter werden ihre Töchter dann herausputzen. Und diejenigen Freier, die bei den wirklich guten Firmen nicht zum Zuge gekommen sind, werden sich auch mit den zweit- und drittbesten Angeboten zufrieden geben. Wie gesagt, dass dies im Einzelfall eine Fehlentscheidung sein wird, muss zunächst noch nicht interessieren...

Mit anderen Worten: In der zweiten Jahreshälfte werden wir möglicherweise verstärkt Übernahmegerüchte zu hören bekommen. Erste Ansätze dazu werden bereits sichtbar. Exxon Mobil und Chevron sollen sich (Gerüchten zufolge!) für den angeschlagenen Konkurrenten BP interessieren. Vor wenigen Wochen stiegen bereits die Kurse kleinerer Biotech-Unternehmen in den USA, als verlautbart wurde, dass Sanofi-Aventis sich dort nach entsprechenden Firmen umsieht.

Vom Gedankenexperiment zu konkreten Zahlen

Nun lässt sich natürlich trefflich über ein solches Szenario schwadronieren. Noch besser ist natürlich, dieses hätte auch noch Hand und Fuß. Und tatsächlich lässt sich das auch durch Zahlen belegen.

So stellte ein Research-Team von Standard & Poor’s unlängst bei einer Untersuchung fest, dass sich die Liquiditätssituation aller 1.500 Unternehmen, die in den drei großen Indizes vertreten sind (S&P 500, S&P 400 MidCap, S&P 600 SmallCap) erheblich verbessert hat: 


Quelle:
Standard & Poor’s

Während die Cash-Polster (beinhaltet Barmittel und vergleichbare kurzfristige Investments) während der Krise zwischen 30 und über 40 % gewachsen sind (grüne Säulen), stiegen die Schulden (rot) in der Krise nur um einstellige Werte. Bei den kleineren Unternehmen sanken sie sogar!

Entsprechend erhöhte sich das Verhältnis von Cash zu Schulden in den vergangenen zwei Jahren deutlich:


Quelle:
Standard & Poor’s

Damit haben die Unternehmen nicht nur ihre Kriegskassen gefüllt, sondern auch ihre Bonität verbessert. Auch das ist natürlich bei einer möglichen Übernahme sehr bedeutsam. Der niedrige Eurokurs macht für die US-Unternehmen zudem vor allem europäische Ziele sehr attraktiv. Und hier sind vor allem deutsche Firmen mit ihrer starken Exportorientierung interessant. Möglicherweise ist dieses potenzielle Interesse bereits ein Grund dafür, warum der DAX in den letzten Wochen sogar stärker als die US-Börsen läuft.

Vielleicht gönnt sich ja der eine oder andere US-Kern nach Art der umsichtigen Hausfrau demnächst etwas Besonderes auch aus deutschen Landen... 

Mit besten Grüßen

Torsten Ewert

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