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 Donnerstag, 19. Juni 2008

In dieser Ausgabe:
 
 
von Jochen Steffens
 
Sie merken sicherlich schon, dass ich in den letzten Handelstagen wenig über den Markt geschrieben habe. Aber hier tut sich einfach nicht viel:
 
Dazu der Dax Chart, den ich Ihnen bereits Montag letzter Woche (!) vorgestellt habe. Dort schrieb ich, dass das Kursziel aus dem blauen Keil (untere Linie des rechten, roten Rechtecks) eigentlich erst einmal erreicht sei.
 
 
 
Und seit dem ist eigentlich nichts passiert. Der Dax bewegt sich lediglich in einer sehr engen Range seitwärts. Das kann mit dem großen Verfallstag zusammenhängen, der morgen am Freitag (20.06.08) stattfindet. Es geht darum, dass zum Verfall die 6800 Marke im Dax verteidigt werden soll.
 
Anfang nächster Woche werden sich die Anleger auf die Fed-Zinssitzung ausrichten, die am Mittwoch, dem 25.06.08 folgt. Hier muss man nach den Aussagen verschiedener Fed-Mitglieder mit einem Statement rechnen, aus dem hervorgeht, dass die Phase der Zinssenkungen in den USA erst einmal vorbei sei.
 
Das ist eigentlich nicht wirklich schlimm, denn die Zinsen sind mit 2 % schon extrem niedrig. Dieser Zinssatz sollte das Wirtschaftswachstum in den USA unter normalen Umständen stark unterstützen. Es wäre auch aus taktischen Erwägungen wenig sinnvoll, die Zinsen jetzt schon weiter zu senken. Die Fed sollte sich noch etwas Potenzial vorbehalten, denn niemand weiß, ob nicht doch noch die ein oder andere Horrornachricht von Seiten der Banken im Zusammenhang mit der Kreditmarktkrise kommt. 

Crash-Warnung in den Medien

Dazu gibt es eine Nachricht vom Daily Telegraph, (die meistverkaufte britische Tageszeitung) wonach die Royal Bank of Scotland (RBS), immerhin die zweitgrößte Bank in Großbritannien und die drittgrößte Bank in Europa, ihren Kunden rät, sich auf einen großen Crash an den weltweiten Aktien und Kreditmärkten vorzubereiten. Dieser soll bereits in den nächsten drei Monaten stattfinden, nachdem der Markt zuvor noch etwas ansteigt.  
 
Hintergrund soll der Mix aus Inflation und hoher Arbeitslosigkeit sein. Wie gut würde es uns doch gehen, wenn Crashwarnungen in den Medien wirklich funktionieren würden. Man stelle sich das vor: Morgens beim Frühstück, man schlägt die bildende Zeitung Deutschlands auf, sieht dort in großen roten Lettern, dass Anfang nächster Woche ein Crash stattfinden soll. Kurzerhand ruft man seinen Banker an, der natürlich auch schon davon gehört hat und bereitwillig zu Höchstkursen unsere Aktien verkauft...
 
Irgendwas kann an diesem Bild nicht so ganz stimmen. Ich komme nur nicht drauf, was das eigentlich ist. Ob es damit etwas zu tun hat, dass man in so einer Situation auch einen Käufer für die Aktien finden müsste?  

Inflation und Arbeitslosigkeit

Die RBS bezieht sich auf Inflation im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erstanträge ist in den USA auf 381.000 gefallen. Erwartet wurden 375.000 neue Anträge nach zuvor 386.000 (revidiert von 384.000).
 
 
Die Zahlen verfestigen sich nun auf hohem Niveau. Allerdings wird es erst wirklich über 400.000 ernst. Trotzdem, die Tendenz ist da.
 
Die RBS geht in Ihrer Studie zur Kreditmarktkrise wahrscheinlich von einer Stagflation aus. Die Inflation zieht an, während das Wirtschaftswachstum schwächelt und so eine hohe Arbeitslosigkeit entsteht. Dieses Wort Stagflation, ein Zusammenschluss aus Stagnation (Wirtschaft) und Inflation, entstand im Zusammenhang mit den Ölkrisen der 70er. 

Fehlender Angebotsschock

Ein wichtiger Punkt, der bei diesem Thema immer wieder vergessen wird, ist der „Angebotsschock“. Damals stieg der Ölpreis in extrem kurzer Zeit und die Notenbanken reagierten auf die Inflation mit steigenden Zinsen.
 
Genau das unterscheidet unsere aktuelle Situation von der damals. Die Wirtschaft hat sich entsprechend lange Zeit auf den hohen Ölpreis einstellen können. Sie konnte sich zudem, über die mittlerweile existenten und liquiden Future und Optionsmärkte, entsprechend absichern. Die Zinsen sind zudem niedrig!
 
Aus diesem Grund sind die Auswirkungen bei weitem noch nicht so dramatisch, wie in den damaligen Ölkrisen. Damals stieg, in Folge des explodierenden Ölpreises in den USA, die Inflationsrate relativ schnell auf 11 % und die Arbeitslosenquote auf 8,4%, während die Wirtschaft zusätzlich unter den steigenden Zinsen litt.  

Keine bekannte Lösung für Stagflation

Tatsächlich gibt es noch keine wirklich „einfache“ Lösung im Zusammenhang mit einer Stagflation. Man weiß mittlerweile nur aus der damaligen Erfahrung, dass man die Zinsen nicht zu sehr anheben sollte, da das die Wirtschaft zusätzlich belastet.
 
Wahrscheinlich muss man die Zinsen tatsächlich „möglichst“ niedrig halten, um den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Ausfälle auf der Gewinnseite zu finanzieren.
Da die Inflationsrate im Prinzip „künstlich“ erhöht ist, muss man wohl eine Phase höherer Inflation einfach riskieren. Das ist nicht zu vergleichen mit der Inflation, die durch zu großes Wachstum entsteht (Lohninflation, etc).
 
Ich denke, genau das werden die Notenbanken versuchen: Eine moderate Zinspolitik mit ruhiger und vorsichtiger Hand. Ob das jedoch klappt, kann wahrscheinlich keiner vorhersagen. Es ist bisher nicht versucht worden. So gesehen, sind natürlich Crash-Phantasien zurzeit nicht ganz unbegründet. 

Cash ist nicht fesch

Nur etwas seltsam ist der Rat der RBS, man solle Cash halten. Nur Cash ist in einer Phase der Inflation eigentlich die größte Dummheit, die man anstellen kann. Bei einer Inflation von 11 %, realisiert man schließlich einen realen Wertverlust von 11 % je Jahr.
 
Tatsächlich sollte man sein Geld bei einer sich ausweitenden Inflation in Sicherheit bringen. Natürlich kann man in Gold einsteigen. Aber, und das ist der entscheidende Punkt, auch Aktien sind eine interessante langfristige Alternative. Zwar kam es in den 60-70er Jahren zu einer Seitwärtsbewegung, mit zwischenzeitlich massiven Einbrüchen, aber immerhin, die Aktien haben langfristig nicht an Wert verloren. Und im Anschluss an diese Seitwärtsbewegung kam es zu einer starken Aufwärtsbewegung, mit der die niedrige Performance schnell wieder ausgeglichen wurde.
 
Man sollte also in so einer Situation versuchen, in starke Kursverluste hinein Positionen aufzubauen.  

Seltsamkeiten

Und damit zu der Prognose von RBS. Eigentlich ist so eine Crash-Prognose schlichtweg Unsinn. Nicht, dass es zu einem solchen Crash nicht kommen kann. Aber niemand kann einen Crash vorhersagen, da zu viele Einflüsse zueinanderfinden müssen. Man kann allerhöchstens sagen, dass die "Crashgefahr" zunimmt.
 
Das Problem: Immer wieder tauchen solche Crashwarnung in vergleichbaren Situationen auf. Aber nur die allerwenigsten treffen schließlich auch ein. Die meisten und extremsten Crashwarnungen finden Sie interessanterweise NACH einem Crash. Schon verrückt.
 
Wenn Banken solche Warnungen herausgeben, ist man geneigt, schon etwas genauer hinzusehen. Aber auch von dieser Seite habe ich schon vieles gehört, was eben nicht eingetroffen ist. Ich habe zudem die Studie nicht gelesen. Ich gehe aber zusätzlich davon aus, dass hier mal wieder von der Presse Einzelheiten aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Denn auch das passiert leider nicht selten. 

Ein Fest für Antizykliker

Als Antizykliker freue ich mich sogar, wenn eine derart große Zeitung so ein Thema aufgreift. Denn das bedeutet, die Masse ist „reif“ für solche Horrormeldungen. Meistens (nicht immer) ist das ein gutes Zeichen dafür, dass der Boden einer Konsolidierung in der Nähe oder schon erreicht ist.
 
Grundsätzlich sollten Sie aber trotzdem zurzeit sehr vorsichtig agieren, und nicht allzu riskant und mit zu großen Summen investiert sein. Die aktuelle Bodenbildung ist noch NICHT abgeschlossen – und das macht die Situation nach wie vor höchst brisant.
 

Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
P.S. Und jetzt bin ich gespannt, ob unsere Manschaft auch ohne ihren Trainer zu Höchstleistungen auflaufen kann...
 

 
von Jochen Steffens
 
Die Frühindikatoren sind im Mai um 0,1 % gestiegen. Erwartet wurde ein Bereich von +/-0,0 bis +0,1 %, nach einem Plus in Höhe von 0,1 % zuvor.

Der von der Federal Reserve Bank of Philadelphia berechnete Diffusionsindex für die allgemeine Wirtschaftstätigkeit (Philly Fed) ist im Juni auf minus 17,1 Punkte gesunken. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf minus 11,0 Punkte gerechnet, nachminus 15,6 zuvor. Negative Werte weisen auf eine Kontraktion der Geschäftstätigkeit hin.
 
Interessant ist, dass mittlerweile die bezahlten Preise von den erzielten Preisen abweichen. Hier zeigt sich nun sehr deutlich das, wovon ich geredet. Die Gewinnmargen der Unternehmen sinken durch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise, da sie die Kosten nicht weiter geben können!

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